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Murphys Law auf Tablas

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2023
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Die Fähre nach Tablas kommt mit nur eineinhalb Stunden Verspätung nach Sonnenuntergang in Odiongan an. Ein Trike bringt uns ins Hiland Resort. Als einzige Gäste bekommen wir ein gigantisch grosses Beach Front AC Zimmer direkt am Kitespot.

Bei Kitesurf-Mindoro bekommst du nichts von Philippinischen Preisen mit. Boracay ist immer fast doppelt so teuer wie der Rest der Philippinen. Hier auf Tablas sind wir bis auf ein paar kitende Expats die einzigen Bleichgesichter. Wir sind weit weg vom Tourismus und mitten drin in den echten Philippinen. Auch die Preise hier sind echt. Das Essen kostet jetzt fast soviel wie daheim – und das obwohl der Wechselkurs sich in den letzten Monaten deutlich zu unseren Gunsten verschoben hat. Günstig Reisen war hier mal.

Am ersten Morgen nach der Ankunft luscht der Wind etwas. Sebastian geht sofort mit 12m² in recht hohe weite Wellen raus. Ich pumpe den auf Boracay gerade erst reparierten Edge 13 auf. Murphys Law sagt „pfffffffff“. Kaum ist der erste Strut Konnektor repariert bricht hier auf Tablas der zweite. Ich könnte kotzen. Ozone: FUCK YOU! Vier nicht selbst verschuldete Schäden in vier Jahren ist endgültig zuviel.

Ich überlege schon zurück nach Boracay zu reisen. Dort gibt es Ersatzteile. Aber die nächste Fähre kommt erst in sechs Tagen – und ich hasse Rückwärtsreisen. Mein Philippinischer Freund Cocoy schaut mit seiner bunten Truppe lustiger Expats vorbei. Die Wiedersehensfreude ist groß. Alle gehen kiten. Ich bin heute flügelloser und bald ordentlich vom Rum frustbetrunkener Beachboy. Der Abend wird lang und blutig.

Am nächsten Tag rüttelt schon früh morgens guter Wind an der Zimmertür. Sebastian kommt mit den fiesen gut einen Meter hohen Wellen und stark zwischen 18 und 30 Knoten wechselnden Winden nicht gut zurecht. Sein Kite knallt in die Wellen, invertiert beim Relaunch und serviert nach der Selbstrettung einen schönen Leinensalat. Mein Ritt am 10er läuft besser, doch sogar der sonst ultra stabile XR stallt heute mehrfach. Mein Knie schreit wieder über jede Welle. Ich habe schnell genug davon. Nicht unser Spot.

Cocoy haut mit seinen Freunden vollkommen respektlos dicke Sprünge raus. Ich steh nur da und fühl mich so flugunfähig wie ein Kiwi. Einer der Freunde ist sogar Kiwi. Er fliegt besser als ich. Am Nachmittag mutiert Cocoy wieder mal zu McGyver. Passende Ersatzteile hat er leider keine mehr – an allen seinen Ozone Kites ist mehrfach genau das gleiche wie bei meinem passiert. Es bleibt nur Improvisation. Cocoy zieht einen zweiten Onepump-Gummischlauch über den gebrochenen Konnektor und fixiert ihn unten mit einem Kabelbinder. Ich klebe das ganze noch mit Tape ab. Die Strut hält jetzt einzeln aufgepumpt genug Luft für einen kurzen Ride. Sollte reichen, aber ich bin irgendwie trotzdem reichlich gefrustet.

Wir mieten uns zwei Motorräder und fahren gute eineinhalb Stunden mit zwei Boards und drei Kites nach Süd Tablas. Der „Highway“ ist zuletzt einfach ein kleiner Feldweg durch den Dschungel. Durch die einsamste Region von Tablas gelangen wir an den Diamond Beach. Weiter weg von allem geht kaum. Eine Kanadische Kiterin begrüßt uns herzlich an ihrem Spot.

Der Wind bockt ordentlich mit 20 bis 30 Knoten. Vom erwarteten Flachwasser ist weit und breit nichts zu sehen, dafür ein paar Felsen links und rechts sowie zahlreiche Bojen mit Stangen in der Mitte. Ein Labyrinth aus Seegrasfarmen vervollständigt einen Spot der zwar ob schönen Riffwellen aus zwei Richtungen einiges an Abwechslung bietet aber auch wenig Fehler verzeht. Wir geben einie Stunde Vollgas bis auf knapp sieben Meter, dann machen wir uns erschöpft auf den Rückweg.

Für die letzte Insel auf der Reise brauchen wir frisches Bargeld. Keine Bank in Odiongan will mehr als 10.000 Peso ausspucken. Um hohe Gebühren zu vermeiden wechsle ich meine letzten hundert Euro – und zahle ob schlechtem Wechselkurs noch mehr. Das letzte Treffen mit der ganzen Kiter-Gang von Tablas artet in vier Kneipen bis nach drei Uhr in der Nacht aus. Wir haben uns lange nicht mehr gesehen. Vielen Dank für alles, Cocoy, Mikey, Brent, Jens und Theresa!

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