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Weihnachtskite auf Mindoro

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2512
2019
Mi
2:03
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Die Tourist Info Coron bekommt es binnen meinen vier Tagen im Secret Kite Camp nicht gebacken das Fährticket zurück nach Mindoro zu buchen. Am Abend ist das letzte Schiff vor Weihnachten ausgebucht. Es reicht! Ich lüge die Küstenwache an: ich bräuchte dringed Medizin von Mindoro. Das schleudert mich nach ganz vorne auf der mehrseitigen Warteliste. Blitzblank gewienerte Lackschuhe überwachen die ordnungsgemäße Überladung der Fähre. 250 Passagier kommen auf 146 reguläre Plätze.

Nach neun Stunden stehen komme ich in San Jose an. Ich springe in einen der kurz vor Weihnachten noch mehr als sonst vollgestopften Minivans. Nach einer weiteren Stunde bin ich wieder in Bulalacao. In der Felipa Lodge jaulen wieder die Hunde. Auch acht Jahre nach meinem ersten Besuch treffen die Philippinos auf der gleichen uralten Videoke Maschine keinen einzigen Ton oder Takt.

Der letzte Kitespot der Reise ist mein Lieblingsspot auf den Philippinen. www.kitesurf-mindoro.com ist eigentlich schon seit Wochen ausgebucht. Aber Kathrin bringt mich noch in einem kleinen Zelt in der Yoga-Pagode unter. Ein kurzes Hallo an alle lieben Freunde und sofort raus aufs Wasser. Der Wind bläst mit gemütlichen 18 Knoten und die Ebbe ist im Anmarsch.

Bei Voll- und Neumond kann man wie an vielen Stehrevieren der Philippinen nicht immer sicher kiten. Zwischen den Monden geht das Wasser zwar nicht so weit runter – aber für meine letzten Sprünge ist mir das Wasser bei Ebbe dann doch etwas zu wenig. Ein Franzose knallt über einen Felsen am Riff und schneidet sich das Knie recht übel auf. Zur Ebbe wird es schon mit sechs Kitern etwas eng in der Bucht.

Ich warte bis das Wasser am Nachmittag wieder steigt. Bei Flut ist genug Platz für wenigstens 12 Kiter. Dann kommt man auch sicher übers Riff.  Mehr als 12 Kiter parallel sind bei 20 Betten ohnehin nie auf dem Wasser. An meinen Big Air Topscore vom Secret Kite Camp komme in meinen vier Tagen hier in maximal 22 Knoten nicht mehr heran. Aber ich bin zufrieden. Trotz Unwettern und Taifunen mit massig alternativen Reiserouten war ich binnen meinen zwei Monaten auf den Philippinen jeden dritten Tag auf dem Wasser.

Jeden Abend speisen gute Menschen aus aller Herren Länder an einem großen Tisch. Nur ein böser Mensch zofft mit seiner Frau. Wir retten sie gemeinsam. Zu Weihnachten beschenke ich alle Angestellten mit kitesurf-mindoro.com bedruckten Tshirts. Sie freuen sich wie die Schnitzel. Eine ganze Sau am Spieß nebst riesem Buffet wird aufgetischt. Dann werden alle Gäste bewichtelt.

In der Nacht regiert die extra eingeflogene Videoke-Maschine. Bulgarien rockt den Bohemian Rhapsody schräger denn je gehört. Die Nacht wird lang und blutig. Sterne leuchten über schweigendem Frieden. Kein Lüftchen rührt sich. Der Dschungel hinter dem Kitecamp ist mucksmäuschenstill.

Danke für die Bilder, Urh!

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