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Wieder gesund werden

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2012
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Ich lese einige Bücher, brauche das Gefühl, etwas tun zu können. Ein Standardwerk für Krebspatienten ist „Wieder gesund werden“ von Carl Simonton. Er arbeitete seit 1970 als Psychoonkologe an verschiendenen renommierten Kliniken in den USA.  In seinem Buch weist er sehr logisch klingende Zusammenhänge zwischen Geisteszustand und Gesundheitszustand auf, und auch wie man darauf aktiv Einfluss nehmen kann.

Die Hauptaussage ist, dass der Geist das Immunsystem anregen kann, und dieses ist ein wichtiger Teil im Kampf gegen Krebs. Jeder Mensch hat Krebs, immer. Aber das Immunsystem hält die falschen Zellen in Schach. Bei mir hat es versagt. Ich bin nicht schuld, aber ich kann etwas besser machen. Simonoton weist Zusammenhänge auf, die mich überzeugen.

Schon die alten Griechen sagten: Depressive sterben eher an Krebs als optimistische Menschen. Simonton legt zahlreiche weitere Überlebensstatistiken der letzten Jahre hinterher, die belegen sollen, wie der Wille das Leben stärken kann.

Simonton arbeitet viel mit Visualisierungen. Nach einer Phase der Entspannung über Atemübungen und positiv geladene individuelle Traumbilder soll der Patient sich vorstellen, wie das gute Gift die bösen Zellen vernichtet. Ich stelle mir „Die Reise ins ich“ vor. Ein kleiner Kitesurfer in mir. Der Spray hinter meinem Kiteboard ist meterlang und heilt alles was kaputt ist.

So kurz geschilder hört sich das sicher Gaga an. Ich bin nicht verzweifelt und glaube nicht an Wunderheiler. Simontons Argumentation hört sich einfach logisch an. Ich will was tun können. Die Psychoonkologin der Station gibt mir Anleitungen für Visualisierungen – und sagt gleichzeitig: es gibt keinerlei Beweise, dass Simontons Methode irgendwas bringen würde. Ich bleibe entmachtet am Zimmer zurück.

Am Nachmittag versuche ich es trotzdem nochmal. Mein neuer alter Zimmernachbar isst: Schmatz, Schlürf, Rülps, Furz, Keuch, Stöhn, Rülps, Schmatz, Furz. Ich schaff es nicht, zu visualisieren, wie gutes Gift böse Zellen frisst. Ich seh ständig nur eine Schwein am Trog. Ich hoffe, das tut’s auch.

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schwein


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4 Kommentare

  • mike schreibt am Mittwoch, 21.3.2012 um 17:29 Uhr:

    es gibt keine beweise aber ich glaube auch daran!
    es klingt zwar komisch aber positives denken hilft „immer“ schlechtes denke erzeugt dagegen mehr schlechtes, belastet den körper und fördert sicherlich nicht das immunsystem oder die heilung… jeder der sagt es gibt keine beweise etc. der hat einfach keine ahnung….. das ist nun mal so! habe auch einiges durchgemacht und weiß wie gedanken den ganzen körperzustand verändern können, zum positiven wie auch zum negativen! glaub dran, es wird alles wieder gut… ich glaube auch daran!!!

  • maichie schreibt am Donnerstag, 22.3.2012 um 18:48 Uhr:

    auch von einem schwein gibts evtl. einiges zu lernen… die konzentration auf die wesentlichen dinge des lebens (gute nahrung, ruhe, soziale kontakte (andere schweine/sauen?) und freude am wühlen…) nämlich. so gesehen is mentale stärkung doch das beste was du grad aktiv beitragen kannst! reise weiter in dein inneres!
    und apropos… was gibts besseres als n glückliches schwein?

  • Katja schreibt am Freitag, 23.3.2012 um 8:53 Uhr:

    Visualisiere die Psychoonkologin und wie du ihr für diese Aussage einen Arschtritt gibst. Mach weiter mit dem kleinen Kiter in dir, der ganz groß ist…

  • ff-webdesigner schreibt am Freitag, 23.3.2012 um 10:29 Uhr:

    Bitte solch derbe Worte sind mein Job…jetzt kann ich die Psychoonkologin nicht mehr mitlesen lassen, weil meine Schwester meint meine Giftigkeit übernehmen zu müssen :*fg

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