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Deiche brechen richtig

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#616
1810
2017
Mi
23:25
Tag
3785
650 views

Als ich 2007  von Seattle bis Los Angeles auf dem Highway Nr. 1  unterwegs war, hatte ich keine Pläne daraus eine Serie zu machen. 2015 ging es  mit wertvollen Reisefreunden 10 Wochen durch 10 Länder und unglaubliche Geschichten von Panama bis Mexico. Dieses Jahr wird es eine Serie. Ab 24. Oktober reise ich für drei Monaten 15.000 km über Land von Ecuador bis Patagonien.

Die Heimat ist fremd. Man sagte  mir gerade, ich dürfe das so sehen. Wenn deine Welt eine andere ist,  dann musst du sie bereisen. Manchmal schleudert dich  ein kleines fehlendes „diesem“ vor einem „Lagerfeuer“ um sieben Uhr morgens in den Weltraum. Und manchmal erdet dich ein lieber Verrückter, der behauptet du seist der normalste Mensch, den er kenne. (mehr …)

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zombie

Quito

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#617
2510
2017
Mi
23:47
Tag
3792
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Nachts schaut Quito aus wie ein über stürmische Bergwellen ausgekippter Weihnachtsbaum. Tausende Lichter glitzern über Täler und Berge. Die Häuser klammern sich an Neigungen, denen der TÜV bei uns sogar die Abnahme als Wasserrutsche verweigern würde. Die Überfahrt vom auf fast 3.000 m gelegenen Flughafen ins Zentrum mit Bus und Taxi durch einen einzigen 20 km langen Riesenstau dauert mehr als eineinhalb Stunden.

Mein Hostel ist klein und fein und liegt mitten zwischen Altstadt und neuem Zentrum. El Cafecito serviert besten Hochlandcafe aus eigenem Anbau. Ich bin vier Tage lang der einzige Gast. Das Feuer knistert im Kamin. Alte Jazz Sounds katapultieren mich nach 23 Stunden Anreise schnell ins Bett. (mehr …)

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Rucu Pichincha / Cotopaxi Downhill

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#618
2710
2017
Fr
23:08
Tag
3794
500 views

Auf der Panamericana II kam mein Vulkanfetisch wegen der Windbegeisterung meiner Mitreisenden leider etwas kurz. In Ecuador lässt sich das jetzt einfach korrigieren: von 84 Vulkanen sind 25 aktiv, und der Rucu Pichincha liegt mit seinen 4.650 m direkt am Stadtrand von Quito. Mit dem Bus geht’s zur Gondel und für wenig Geld rauf auf 3.900 m.

Ein hochalpiner Freund berichtete von schlimmer Höhenkrankheit. Weder in der Tal- noch in der Bergstation gibt es Wasser zu kaufen – und die Vorhersage mit schweren Gewittern scheint heute ausnahmsweise mal zu stimmen. In den Wolken um den Gipfel haben sich vor einiger Zeit zwei Bergsteiger verlaufen. Sie wurden nur noch tot gefunden. (mehr …)

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Die Kampfköter von Santa Marianita

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#619
0111
2017
Mi
23:12
Tag
3799
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Mit dem Bus geht es den ersten großen Schritt über zehn Stunden und 3.000 Höhenmeter runter an den Pazifik. Die Liegesitze und Beinfreiheit sind das reinste Paradies. Ich arbeite, blogge und schneide Videos. Die Sonnencreme implodiert und die Gopro geht nicht mehr auf. In Santa Marianita jagen bellende Hunde mein Taxi ins kleine Hostel Punta La Barca direkt am Hang über dem Kite Beach.

Schon beim ersten Spaziergang fallen mich drei Kampfköter der Nachbarin an. Einer beisst mich ordentlich in den Fuß. Antibiotika bügeln die folgende Infektion platt. Ich hatte in meinem Leben vier Hunde, hab Nepalesische Tempelhunde zum singen und Höllenhunde zum schweigen gebracht. Ich kan gut mir Hunden. Bei diesen Scheiss Kampkötern hier hilft nur eines. (mehr …)

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Riobamba & Chimborazo

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#620
0311
2017
Fr
21:05
Tag
3801
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Am Nationalfeiertag geht es über Ecuadors zweitgrößte Stadt wieder gute 2.700 Höhenmeter und zehn Stunden mit dem Bus rauf vom Pazifik in die Anden. Beim Umsteigen am Terminal Guayaquil fliege ich durch Zehntausende in unendlichen Schlangen vor den Schaltern stehenden Ecuadorianern.

Unter 20 km/h stürmen ganze Armaden von fliegenden Händlern den Bus vorbei am Schild „Prohibido Vendedores / Comida“. Die Wolken hängen tief über den steilen Hängen der Westanden. Dann durchbrechen wir die oberste Schicht und die Sonne strahlt über endlose Hochgebirgstäler und Vulkane. Ich bin hier verabredet mit einer äußerst vielseitigen Designerin aus Quito. (mehr …)

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Amazonass @ Banos

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#621
0411
2017
Sa
22:58
Tag
3802
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Das berühmte Thermalbad Banos liegt nur zwei Stunden mit dem Bus entfernt auf der Ostseite des Andenhauptkamms auf 1.800 m. Wir nähern uns dem Amazonas: grüner Regenwald, Bambus und Zuckerrohr zaubern eine ganz andere Welt. Touristenmassen verstopfen die einzige Straße dorthin, und das Gewimmel im Zentrum ist eine willkommene Abwechslung zum sonst wie es schon Andreas Altmann nannte oftmaligem Reisen in einem einsamen Kontinent.

Hier auf der Amazonasseite der Anden hackt der Wind  mit bis zu 30 Knoten das Tal hinab über gestopft volle Thermalpools. Vermutlich wären sie sogar Nick Jacobsen zu voll für seine Kite-Späße. Wir entscheiden uns für ein etwas abseits gelegenes leereres Thermalbad und relaxen im warmen Vulkanwasser, während der Wind mein Handtuch mitreisst. (mehr …)

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Panamericana III, km 1.600 : Cuenca

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#622
0711
2017
Di
8:11
Tag
3805
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Lateinamerika ist der Kontinent mit den meisten Morden, dem tiefsten Schmerz und heftigstem Leid. Doch gerade hier laufen in jedem Überlandbus die blutrünstigsten Metzler der Filmgeschichte. Auf den ersten Blick mag das etwas verstören. Doch wird der Lenker erst zum Henker ist die Lösung des Mysteriums sofort klar.

Die in jedem Bus verbaute hermetisch blickdichte Trennwand zwischen Fahrgästen und Lenker/Henker dient nicht dem Schutz des letzteren, wie z.B. in Flugzeugen. Sie ist eine Manifestation der Humanität. Ähnlich der Augenbinde der Verurteilten soll sie einzig den Blick der Fahrgäste auf das vor ihnen liegende Schicksal verbauen. (mehr …)

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Full Moon Party & Kitesurf @ Máncora

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#623
1311
2017
Mo
12:03
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3811
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Um sechs Uhr morgens raus aus dem neunstündigen Nachtbus von Ecuador. Mit dem TukTuk ans letzte Beach Hostel. Ausschlafen, Brett aufbauen, aufpumpen, raus aufs Wasser. 22 Knoten sideon auf endlosen Sandstrand hinter wilden Wellen. Ein Schwarm Pelikane zieht vorüber. Sein Solist fischt ungestört neben meinem vorbeiziehenden Kiteboard im Pazifik.

Die Wellen brechen eng und strandnah, kein Vergleich zu Santa Marianita mit seinen endlos smoothen Wellen in angenehmen Abständen. Der Wind hier ist mächtiger, und sideon-Sprünge sind ohnehin spannender über zehn Zentimeter Post-Shorebreak. Máncora sollte weiter oben auf die weltweite Kiter-Karte stehen – viel Platz und viel geboten. Mehr als sieben Kiter auf zwei Kilometer Strand gab es nie binnen einer Woche. (mehr …)

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km 3.315: Lima? Puta Madre!

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#624
1711
2017
Fr
19:36
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3815
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Der Bus ins 20 Stunden und 1.300 km südlich gelegenen Lima ist ein Raumschiff auf zehn Rädern. Boardservice und Liegesitze werden vom Unterhaltungsprogramm gekrönt. Vin Dieselt mit voller Lautstärke durch drei an Schwachsinn kaum zu übertreffende Ausgeburten menschlichen Versagens.

Links ziehen ärmste Straßendörfer und staubige Steppe wie in Nordbrasilien an der Panamericana vorüber. Auf der anderen Seite zaubert die Sonne einen Untergang über den Pazifik, zu dem sogar Bob Ross einer abgehen würde. Dann schreit der ganze Bus: „Gooool!“ Peru hat sich zur WM qualifiziert. Peru ist bitter arm – und seine Freude eine Mischung aus Sambodrom, religiösem Fanatismus und DDR. Tagelang. (mehr …)

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Paracas: Kiten mit Flamingos

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#625
2211
2017
Mi
18:25
Tag
3820
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Mad Max wurde definitiv vor gut 30 Jahren auf der Panamericana südlich von Lima geboren. Vier dachlose Wände im Nirgendwo verkündigen stolz die Möglichkeit, selbige als Restaurant zu mieten. Vereinzelt stehen verlassene Häuser auf Sand. Hohe Mauern drumherum sichern das Nichts gegen das Nirgendwo. 20 Eisbuden boten einstmals „Helado Artesanal“. Dazwischen brennen immer wieder Müllhalden.

Ein großes Display ruft die goldene Zukunft für deine Familie in einer Urbanización irgendwo im Nirgendwo aus. Das Baugebiet wurde vor Jahren aufgegeben. Sanddünen, Staub, etwas Petrochemie, ein Stahlwerk, hunderte von Trucks mit Altmetall und unglaubliche Armut. Das hier ist die trostloseste Gegen, die ich je durchreiste. (mehr …)

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Huacachina: Die Wüste röhrt

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#626
2311
2017
Do
23:18
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3821
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Huacachina ist die einzige Oase Südamerikas. Ein paar Hostels und Shops plus massig Jeeptouren säumen sich um ein kleines Palmengesäumtes Wässerchen. Die umgebenden Sanddünen sind bis zu 200 m hoch und sehr steil. Die Attraktion sind Jeeptouren in die Wüste. Ich mach heute auch mal was jeder macht.

Die improvisierten Dreipunktegurte sind alles andere als überflüssig. Die Jeeps sind stark und laut, und die Burschen verstehen sie wirklich heftig über die Dünen zu jagen. Zwei Stunden vor Sonnenuntergang werden wir durch eine heftige Naturachterbahn geschleudert. Steilkurve, bergauf, Hintern hebt ab, Buckelpiste, vollgas. Der Sand staubt alles ein. (mehr …)

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km 4.549: Cusco

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#627
2611
2017
So
20:58
Tag
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Die Touri-Buslinien werben alle damit, daß sie genau diesen Weg nach Cusco nicht fahren würden. CIVA fährt die 830 km über die höchsten Andenpässe und spitzesten Haarnadelkurven, 18 Stunden durch die Nacht und mit dem Doppeldecker-Raumschiff.

Zum Morgengrauen wische ich das Kondenswasser vor dem Panoramasitz im Obergeschoss im falschen Moment weg. Man wird recht schnell wach, wenn deinem Raumschiff beim überholen auf einmal ein Truck aus einer Kurve entgegenkommt. Links geht es 300 m fast senkrecht nach unten. (mehr …)

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Machu Picchu Inca Jungle Trail

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#628
0112
2017
Fr
8:53
Tag
3829
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Die Anden-Forelle schreit von unten: „Ich wollte nie Sushi werden! Feliz Montezuma, gringo! Chinga te!“. Wann immer mir etwas übel den Magen versaute war es ein nobles westliches Restauran – nie eine der dreckigen kleinen Garküchen. So auch heute morgen um vier Uhr in Cusco.

Der Zeitpunkt könnte nicht besser gewählt sein. Gleich zu Beginn des viertägigen Machu Picchu Inca Jungle Trail mit einer kleinen guten Gruppe von Amis und Deutschen stehen Downhill Mountainbike, Rafting und Bergsteigen auf dem Programm. (mehr …)

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Titicaca See & Isla del sol

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#629
0512
2017
Di
12:22
Tag
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Die Strecke von Cusco ins 530 km entfernt gelegene Copacabana am Titicacasee in Bolivien ist ein echter Road Trip. In der Nacht wäre sie kein Problem, man bräuchte nur einen einzigen Bus. Aber ich will von Peru noch was sehen.

Früh morgens mit Uber zum Cruz Del Sur Raumschiff. Der Weg nach Puno folgt immer der Eisenbahn. Peru Rail ist ein vom Staat konzessioniertes Privatunternehmen, und dem Staat Peru scheinen die eigenen Bewohner völlig egal zu sein. (mehr …)

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km 6.291: La Paz

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#630
0812
2017
Fr
23:58
Tag
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Auf das acht Meter lange Boot von der Isla Del Sol zurück zum Festland stapeln die Bolivianischen Touri-Schleuser 48 Menschen, genausoviele Rucksäcke und meinen Kitebag. Schwimmwesten würden die Überlebensadauer in sechs Grad kaltem Wasser bei mehreren hundert Metern Abstand zum Ufer ohnehin nur marginal verlängern.

Die Wellen kommen von der Seite. Der Schwerpunkt des Bootes liegt dank 20 Leuten auf dem Dach deutlich über der Nichtschwimmer-Quote auf Philippinischen Fähren. Tolles Schaukeln, aber keiner schunkelt… (mehr …)

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Salar de Uyuni

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#631
1212
2017
Di
18:41
Tag
3840
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Uyuni ist der staubige 18.000 Einwohner zählende letzte Grenzposten vor der 12.000 km² großen Salzwüste Salar de Uyuni. Wir kommen nach Mitternacht an. Bis zum Morgen reisen ständig Leute aus dem Dorm ab oder fallen tot ins Bett.

Tags darauf warte ich vergeblich auf einen im Wind treibenden Dornbusch zwischen zwei Duellanten. Mit Reisefreund Francesco greife ich mir super past minute die letzten freien Plätze in einem der über 50 jeden Tag in den Salar de Uyuni aufbrechenden Jeeps. (mehr …)

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km 7.557: Lost @ Atacama Desert

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#632
1312
2017
Mi
21:32
Tag
3841
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Der Bus rast ganze zwei Höhenkilometer aus dem Hochgebirge der Anden runter. Auf der 40 km langen Abfahrt über die sanften Flanken des Vulkans Licancabur lasse ich die Hosen runter und wackel der Höhenkrankheit mit blankem Hintern ins Gesicht. Alles wird anders! Die Chilenen kotzt das Hochgebirge dermaßen an, daß sie die Grenzkontrolle 40 km hinter selbige verlegt haben, direkt an den Eingang von San Pedro de Atacama.

Dicke Luft ist toll! Hunde, die nicht wie Resident Evil ausschauen – oder agieren! Sonne, Hitze, und dazu kein Regen – das gab’s wochenlang nicht! Stühle, die den Namen verdienen. Toiletten mit Klopapier! Auf Rollen! Besteck aus Edelstahl statt Stanzblech, und Porzellan statt Plastik. Gewürze! Guter Wein! Sogar der Dreck ist sauberer in Chile. Elend adé! Kultur olé! (mehr …)

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Embalse Puclaro & Vicuña

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#633
1912
2017
Di
11:16
Tag
3847
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Das nächste Ziel liegt gut 1.400 km und fast 24 h Nachtbus südlich der Atacama Wüste. Im kühlen La Serena am Pazifik hängen die Nebelschwaden tiefer als unter der Golden Gate in San Francisco. Dahinter steigt das trocken-heisse Valle de Elqui bis zur Argentinischen Grenze auf fast 4.800 m an. Beides zusammen ergibt den Raketenmotor für Chiles Starkwindspot Nummer Eins.

Der Embalse Puclaro ist ein kleiner Stausee im weinberankten Tal 50 km hinter La Serena. Der Wind is thermisch und weht an gigantischen 300 Nachmittagen im Jahr mit im Schnitt 25 bis 30 Knoten. Hidden Lines war hier zu Gast. Vicuña ist das nahe 2.500 Einwohner zählende quirlige letzte Zentrum vor der 170 km entfernten Argentinischen Grenze. (mehr …)

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Los Vilos & Valparaiso

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#634
2112
2017
Do
23:02
Tag
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Der mittlerweile auch komplett online verfügbare geniale World Kite And Windsurfing Guide ruft das gemütlich kleine Los Vilos als den windigsten pazifischen Kitespot Chiles aus. Vor dem langen flachen Sandstrand brechen zwei Meter Wellen in mächtigen Barrels schön und in guten Abständen.

Nur der Wind fehlt. Aber das ist nicht wichtig. Ich arbeite noch geplättet vom Embalse Puclaro zwei Tage lang liegend beim lieben Couchsurfing Host und Zahnarzt Cristian. Los Vilos wurde schwer getroffen von einem Fischsterben, ausgelöst durch Minen in den nahen Bergen. Viele Einwohner kämpfen in Spielcasinos gegen das Überleben – oder stehen rauchend davor und betteln. Der Rest trinkt sich einfach still im Park liegend zutode. (mehr …)

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km 9.961: Santiago de Chile

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#635
2412
2017
So
12:34
Tag
3852
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Der Diebstahl ereignete sich am perfekten Ort. Die Deutsche Botschaft in Santiago de Chile ist nur gut zwei Busstunden entfernt. Sie erklärt sich bereit, meine Führerscheinkopie abzustempeln. Nach Weihnachten. Die Polizei gibt mir drei unterhaltsame Spanisch-Lehrstunden, dann habe ich meine zehn Zeilen Diebstahlreport.

  1. Das Landay Hostel im B’n’B Stil liegt zentral und ruhig im hochherrschaftlichen Haus der alten Chilenischen Dichterin Iris. Super liebes Personal und viel guter Wein runden jeden Abend in den ehrwürdigen Gemäuern ab. Dicke Empfehlung! (mehr …)
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Happy Hippie Surf @ Pichilemu

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#636
2712
2017
Mi
18:59
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3855
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Pichilemu ist ein kreativer Surfer Hotspot drei Stunden südlich von Santiago. Die Wachstumsphasen der einzigartigen Holzhäuser erkennt man an ihren Jahresringen. Das wunderbare Sirena Insolente Hostel ist voller guter Menschen, jeden Abend gibt es ein Lagerfeuer unter Sternenhimmel, und Weinachten schreibt man hier sowas von ohne h.

Ich schreibe gegen das verlieren. Madrid grinste erst mich an, aber wurde im Laufe des Abends doch von Lukes Macht überzeugt. Es ist gut wie es ist, aber ich weiss auch, dass ich vieles durch meine hohe Reisegeschwindigkeit verliere. Zur Abreise pfeife ich „City of New Orleans“. Das Hostel schläft noch. (mehr …)

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Pucon

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#637
2912
2017
Fr
23:37
Tag
3857
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Die knapp 1.000 km lange Reise von Pichilemu zurück über Santiago und runter nach Pucon an die Grenze von Patagonien stockt etwas. Turbus verschmeisst mein am Vortag gekauftes Onlineticket. Zwei Stunden laufen und in der Zentrale beschweren bringt nichts. Ich muss ein neues Ticket kaufen und nach neun Stunden den letzten Nachtbus nehmen. Zumindest hat so ein Freund aus Pichilemu genug Zeit, meine vergessenen Neoboots nach Santiago zu bringen. Danke!

Die Nacht frisst Kilometer. Am Morgen wache ich in einer anderen Welt auf. Alles ist grün, jeder Baum im Nebelwald wenigstens 100 Jahre alt und die Schafe schauen ob saftigem Gras so fett aus, als würden sie jede Sekunde platzen. (mehr …)

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Puerto Varas

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#638
0201
2018
Di
23:04
Tag
3861
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Das fünf Stunden südlich von Pucon gelegene Puerto Varas am Llanquihue See ist eine der letzten großen Städte vor den unendlichen Weiten Südpatagoniens. Im Margouya Patagonia Hostel, einem gut hundert Jahre alten herrschaftlichen Haus verbringe ich einige Tage über Silvester. Die Französischen Besitzer haben das Anwesen in einen wahren Backpacker Himmel verwandelt: Kaminfeuer, freistehende Badewannen und eine am Ferseher hängende Festplatte mit massig guten Filmen sind eine willkommene Abwechslung zum schnellen Reisen.

Puerto Montt macht leider den gleichen Fehler wie Pucon: es versaut seinen von alten Holzhäusern geprägten Charme durch maßstabslose Betonbunker. Die größten stehen direkt im Luv vor dem einzigen kitebaren Strand der näheren Umgebung. Die Hügel bremsen den hier typischen kalten Südwind aus den Fjorden Patagoniens. Die Bunker töten ihn endgültig. Keine Chance, hier zu kiten. (mehr …)

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Puerto Montt & Chiloé

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#639
0501
2018
Fr
23:15
Tag
3864
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Puerto Montt ist die letzte große Stadt auf den nächsten 1.000 km in den wilden Süden Patagoniens. Der Wind dreht auf die ungewöhnliche Richtung Nord, und damit voll offshore nach Feuerland. An Kiten ist bei zehn Grad in permanenten Regen nicht zu denken. Ich genieße die letzten Funken Zivilisation mit Star Wars auf Spanisch im Kino. Die Chilenen irritiert mein herzliches Lachen zu Yodas „Los libros, ¿leido has?“.

Mein großer Traum von 2.600 km Schotterpiste Carretera Austral runter bis ans Ende der Welt in Villa Ol’Higgins platzt. Weder die lieben Chilenen in einer großen Facebook Backpacker-Gruppe noch das Aushängen von Gesuchen in zahlreichen Hostels und Tourist Infos bringt etwas. Ich finde keinen zweiten Fahrer und muss wegen gestohlenem Führerschein den Mietwagen abbestellen. (mehr …)

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km 12.248: Südpol einer großen Reise

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#640
0701
2018
So
14:26
Tag
3866
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Ich lasse zum zweiten mal nach dem Machu Picchu Inca Jungle Trail fast all mein Gepäck zurück. Fünf Kilogramm statt 40 fühlen sich nach deutlich mehr als minus 35 an. Gut 25 kg Kitematerial habe ich für bisher gerade mal 12 Tage am Wasser über mehr als 12.000 km hinter mir hergezogen. Deutlich zuviel. Die Reise mag ohne Kiten vor kalbenden Gletschern enden. Aber nicht mit nur 12 Tagen am Wasser!

Ganz im Süden Chiloés liegt die Kleinstadt Quellon. Von hier aus läuft eine Fähre mehrere Häfen auf abgelegenen Inseln und das Festland im südlichen Patagonien an. Die Naviera Austral wurde erst letztes Jahr für Touristen geöffnet und ist mit 30 € für 24 Stunden die einzige günstige Fähre der Region. Die großen Touristenfähren nehmen leicht das Dreifache. (mehr …)

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