Von meiner letzten Reise nach Montenegro weiss ich ehrlich gesagt nicht mehr viel. Die wilde Hamburg-Hilde holte mich mit dem Auto zuhause ab. Wir knüppelten im Schichtbetrieb 24h nonstop über Feldwege und Ziegenweiden runter bis nach Ulcinj. Da der Wind zwei Wochen mehr als mau blieb wurden die Nächte ein einziger Sturm.
Heute ist gut zehn Jahre später. An der südlichen Grenze Kroatiens warten wir zweieinhalb Stunden auf die Einreise. Die 190 km bis Ulcinj sind eine einzige Baustelle. Den Meerbusen bei Kotar kürzen wir mit einer kurzen Autofähre ab. Das bis dato unbekannte Gefährt wird für den kleinen Schlumpf zum Piratenschiff. Direkt darauf treffen wir auf echte Piraten. Sie stehen hinter dem Tresen vom Burger King und fordern deutlich mehr Gold denn in deutschen Gefilden. (mehr …)
War!
Satte House Beats dröhnen heftig über das Ende des einsamen Strandes kurz vor der Albanischen Grenze. Glückseelige Menschen träumen müde vom Tanzen auf Sand. Ich bin mitten drin und ganz woanders, will heute nacht einfach nur noch schreiben, schreiben bis der Akku meines uralt-Handies leer ist. Schreiben, bis ich endlich leer und ruhig bin.
Montenegrinischer Wein ist gut, und er floss heute mehr als reichlich. Der lokale Houseparty-Koksdealer reagiert fast schon mitleiderweckend enttäuscht auf die bescheidene Abweisung dieses weiss-belaibten No-Pats. Sein Umsatz kommt heute garantiert noch, die Massen schreien nach dem Vergessen von Nichts, während ich mich ansatzweise verzweifelnd daran versuche zu erinnern, wie wir hierherkamen. (mehr …)





Frank Woelky, Jahrgang ’73. Kitesurfer seit 1998. Seit 2006 bringe ich Kitesurfen und Webdesign auf mehrmonatigen Reisen abseits ausgetretener Pfade unter einen Hut.