Was ich am Reisen so sehr liebe? Die Überraschungen. Die guten wie die schlechten. Das unerwartete. Alles, was man nicht planen kann. Kreuzfahrer und Dauercamper sind – mit eenigen Ausnahmen – mein natürlicher Todfeind. Es lebe der Roadtrip!
Im einen Moment hast du einfach die Schnauze gestrichen voll. Und im nächsten kannst du dein Glück kaum fassen. Über den Bergen vor Tirana bildet sich eine Superzelle. Es blitzt durch einen Wolkenbruch. Aber wir biegen von der totalen Pleite in Dürres kommend einfach nach links ab. (mehr …)
Roadtrip26: Gythion Bay
Der Weg soll weiter unser Ziel sein. Daher wollen wir die Peloponnes auf kleinen Landstraßen von Norden nach Süden duchqueren. Bei Diakopto verlassen wir die Küste und fahren durch die Schlucht von Voraikos steil bergauf ins Landesinnere.
Die Felswände glühen rot in der Morgensonne. Ab der dritten Haarnadelkurve mutiert der Berg zum Gugelhupf. Die Absturzhöhe beträgt wenigstens 50 m. Absicherungen gibt es gar keine – genausowenig wie das erste Mal in Griechenland Verkehrstoten-Gedenkstätten. Vermutlich liegen sie einfach 200 m tiefer im Canyon. (mehr …)
Roadtrip26: Freakspotting @ Cape Drepano
Ein Local bat mich, nichts über Cape Drepano zu schreiben. Ich mache es trotzdem, denn keiner der gelesenen Berichte sagte auch nur ansatzweise, wie gefährlich der Spot ist. Für wenigstens 95% aller Kiter ist Cape Drepano definitiv nichts.
Wir reisen früh von Lefkada ab und kommen dank einigen mautfreien Kilometern Autobahn recht zügig nach Süden voran. Den Rest fahren wir die alte Nationalstrasse bis Andirrio. Menschenleere Geisterdörfer neben der Autobahn erzählen vom Verlust aller Einnahmen. (mehr …)
Roaadtrip26: Absolution @ Lefkada
Hinter der Griechischen Grenze geht es weiter auf kleinen Landstraßen durch die tiefe Kalamas Schlucht im steilen Pindos Gebirge. Ein invasiver Pilz verwandelt hier gerade die teilweise mehrere hundert Jahre alten Platanen in gespenstisch anmutende Baum-Zombies. Einzelne Dörfer liegen verlassen in der Mittagshitze.
Die Geschwindigkeit in Griechenland pendelt sich mit „20 drüber“ fast schon auf Europäische Maßstäbe ein ein. Die Frequenz der Verkehrstoten-Schreine bleibt extrem hoch und das Überholen 100% regelbefreit. Bis auf wenige Kilometer rund um Split und den Tunnel durch den Ambrakischen Golf bei Preveza sind wir die gut 2.600 km hierher komplett mautfrei gefahren. Das erste Pita Gyros in Preveza ist verdient. Der Schlumpf ist hellauf begeistert. (mehr …)
Roadtrip26: Österreich, Slowenien & Italien
Unsere Elternzeit-Reise startet auf kleinen Straßen durch Bayerns Süden nach Salzburg. In Obertauern fordert der kleine Schlumpf mit den letzten Resten des Winters eine Schneeballschlacht. Über den steilen Karawankenpass geht es mautfrei bis zum ersten Stop nahe Villach auf einen kleinen Bauernhof. Die Berliner Wirtin hat ihre Heimat und Berufung gefunden. Ein kleiner Mensche freut sich über Trampolin, Baumhaus, Ziegen, Pferde und ein Bomben Frühstück.
Früh am nächsten Morgen geht es weiter über den Wurzenpass nach Slowenien. Im ersten Weltkrieg starben genau hier mehr Menschen an Hunger und Kälte als an den erbitterten Kämpfen. Heute haben wir schon lange Frieden. Heute schätzt man den Frieden wohl nicht mehr sonderlich hoch ein. Bergauf kämpfen sich ganze Schwadrone von Rennradfahrern in 25°C reichlich Schweiss blutend zur Passhöhe. Bergab hält einer bei 80 km/h lange Zeit durch enge Kurven Kontakt zu unserer hinteren Stoßstange. Anders als seine Vorfahren erreicht er Slowenien jedoch lebendig. (mehr …)
Way Portal Kiteboard Finnen Test
Die Way Portal Kiteboard Finnen wollte ich schon lange mal testen. Ihr Preis ist mit 189,00 € für vier bzw. 119,00 € für zwei ist durchaus heftig. Ob sie die gewünschte Mehrleistung bringen, und das Geld wirklich wert sind erfahrt ihr im Test. Ich kite seit 1999. Fahre ausschliesslich Freestyle 140er Twintip und springe gerne hoch. 100kg, 52 Jahre, am liebsten am 10er Core XR in 25-28 Knoten.
Mein Testgebiet ist die Lagune von Dahab im Sinai mit ihrem recht flachen Wasser. Im Oktober 2025 hatte ich hier an 27 von 30 Tagen stets 18 bis 28 Knoten. Ab mitte März 2026 brachen die heftigsten Regenfälle seit Jahren über Ägypten herein. In Cairo hagelte es. Durch ganz Ägypten tobten gigantische Sandstürme, und heftige Springfluten rauschten manchen Wadi hinab. Auf dem Berg Mose schneite es. Doch kitebarer Wind blies dieses Frühjahr nur an acht von 28 Tagen in Dahab. (mehr …)
Schnee in der Wüste Sinai
Der Sinai ist eine der trockensten Regionen der Welt. Während unserer Elternzeit in Dahab fällt Schnee auf dem Berg Mose. Die heftigsten Regenfälle seit Jahren schicken Springfluten durch die Wüste. In Kairo hagelt es. Dann ziehen gigantische Sandstürme durchs Land. Zwei Wochen fast permanenter Flaute schicken urplötzlich mit starken Südwinden vier Meter hohe Gischt über die Uferpromenade von Dahab.
Im nahen Iran führt der Lügenkönig Krieg. Ice-T witzelt: „Ich verstehe nicht, warum jeder Trump mit dem Teufel vergleicht. Ja, er ist böse. Aber doch nicht so böse wie Trump.“ Ich ertappe mich dabei, Humanissmus mit SS zu schreiben – nur um direkt darauf das Ende des selbigen zu postulieren. Die ganze Welt ist verrückt geworden. (mehr …)
Kitesurfen in Dahab
So abwechslungsreich Dahab auch sein mag: hergekommen bin ich vor allem für meine Religion, das Kitesurfen. Ich wurde reichlich erleuchtet. In meinem Monat hier war ich an achtzehn Tagen auf dem Wasser. Der Wind lag dann immer zwischen 18 und 25 Knoten, manchmal mit Böen bis über 30 Knoten. An fünf Tagen war wirklich Flaute. Sieben weitere Tage waren zwar mit 15 bis 18 Knoten noch kitebar. Aber ich bin hier in Dahab ein echter Wind-Snob geworden. Unter 18 Knoten? Langweilig!
Den 13er Edge habe ich drei mal aufgebaut – aber nie benutzt. Jeden Morgen pünktlich um 10 Uhr wird der Wind schlagartig um ca. fünf Knoten stärker. Danach kannst du fast wie am Gardasee die Uhr stellen. Kaum wurde der Wind wieder knackig, war es auch schon wieder zuviel für den 13er. Ich bin einen ganzen Monat ausschliesslich den geliebten Core XR 10m² gefahren. Die besten Vorhersagen lieferte Windguru, und zwar zwischen dem WRF3 und dem WRF9 Modell. Abweichungen waren zumeist nur minimal um ein bis zwei Knoten. (mehr …)
Big Boys Play @ Baby Bay!
Nach einem ganzen Jahr fast ohne Kiten brauche ich gut zwei Wochen Rehab in Dahab, um wieder fit zu werden. Über lange Zeit bekomme ich die Kante einfach nicht richtig ins Kabbelwasser der Lagune rein. Ich schreie sie an. Mit der Zeit werden die Sprünge endlich höher.
Mich fasziniert es, wie unendlich lange es dauert, mein Sprungbein umzustellen. Es ist doch so einfach: schnell anfahren, abfallen, Kante reinhauen, Kite zurück, Pop und Abflug. Immer das gleiche, seit 25 Jahren. Doch erst hier, fünf Jahre nach der Umstellung, komme ich mit meinem „neuen“ Sprungbein wieder auf knapp neun Metern. Mit dem alten Sprungbein war das und mehr überhaupt kein Problem. Ich arbeite hart daran, meinen alten Rekord zu knacken – und freue mich wie ein Kind über jeden genagelten Sprung. (mehr …)
Rehab @ Dahab
Ausserhalb eines der drei international buchbaren All Inclusive Hotels ist Dahab so bunt wie schon letztes Jahr im Tropitel Dahab Oasis vermutet. 2015 bekannte sich der Islamische Staat Provinz Sinai zum Bombenanschlag auf das in Sharm El Sheikh gestartetet russische Flugzeug Metrojet 9628. In Folge dessen stellte Russland jeglichen Flugverkehr auf die Halbinsel Sinai für mehrere Jahre ein. Dahab bat den Rest von Ägypten um Hilfe, denn Russen machten bis dahin einen Großteil der Besucher aus. Der Hilferuf wurde erhöhrt. Erst da erfuhr Ägypten von der Existenz Dahabs.
Heute stammen die meisten Besucher Dahabs aus Cairo. So auch in meinem Hostel Rafiki Oasis. Binnen meinen ersten drei Tagen erfahre ich von vielen guten Menschen mehr über die Ägyptische Seele, das Land und seine Politik als bei meinen 25 Jahre währenden zahlreichen Besuchen des Sklaventreiber-Terrourismus im Raum Hurghada, Marsa Alam und Sharm El Sheikh. Ich hatte immer das unbestimmte Gefühl, überhaupt nichts vom Land zu erfahren, das ich bereiste. Erst Dahab ändert das. Hier in Dahab ergibt heute kaum eine Geschichte die ich höre irgendeinen Sinn. Manche Geschichten sind sehr frustrierend. Aber alle interessant. (mehr …)
Dein Kiteurlaub-Planer
Du suchst nach Deinem Traum-Kiteurlaub, individuell auf Deine Wünsche zugeschnitten? Aber willst nicht mehrere Tage mit der Planung verbringen? Ich bin Dein Kiteurlaub-Planer! Mit über 25 Jahren weltweiter Kite-Erfahrung, gut 60.000 auf dem Landweg gereisten Kilometern, über 250 besuchten Kitespots und guten Kontakten in aller Herren Länder biete ich Dir mein umfangreiches Wissen an.
Teile mir die Wünsche zu Deinem perfekten Kite-Urlaub im Formular unten mit. Binnen maximal 48h bekommst Du eine konstenlose Erstinformation, welche Ziele mir für Deine Wünsche als erstes in den Kopf kommen – und ob Dein Budget und gewünschte Termine hierzu passen. (mehr …)
Die Burgherren von Galtelli & gute alte Freunden in La Caletta
Die Erlösung vom Verlust aller 18 Jahre Reisegeschichten kommt erst am nächsten Morgen. Nach einer Nacht fast ohne Schlaf bin ich unendlich groggy. Aber auch voll der Hoffnung, als mein guter Hoster Vautron schreibt, dass sie aus mehreren inkrementiellen Datenbank-Backups meine 750 Reiseberichte wiederherstellen und auch dort vorhandene Datenbankfehler beheben konnten.
Ohne Überprüfung brechen wir ans nächste Ziel der Reise auf. Galtelli liegt im bergigen Hinterland nahe der berühmten Cala Gonone im Osten. Das altehrwürdige Dorf schläft tief und fest. Der Checkin läuft wie so viele andere zuvor komplett online. Unsere Unterkunft für die nächsten Tage ist eine echte Burg, das Castello Malicas. Direkt vor der Burg liegt ein uraltes Felsengrab, drumherum der große grüne Gemeindepark und dahinter der 806 m hohe felsige Monte Tuttavista. (mehr …)
Ich bin dann mal weg…
Spoiler: dieser Reisebericht hat rein gar nichts mit Hape Kerkeling, dem Jakobsweg oder Selbstfindung zu tun. Aber verdammt viel mit Selbstdefinition.
Die bunten mittelalterlichen Häuser von Bosa bezaubern ganz ohne behördliche Verbote von Klosteinfarben. Vermutlich haben sogar blinde Italiener bei der Farbwahl ihrer Häuser einen verlässlicheren guten Geschmack denn Deutsche bei Schuhen im allgmeinen.
Das am Weg liegende Castelsardo hat sich seit meinem letzten Besuch vor ein paar Jahren ganz schön verhipstert. Die Öl-auf-Holz-Werke im „Kunstmuseum“ der Burg kommentiert die Kleine bezaubernd kurz und treffend mit „bäh“. (mehr …)
Sant’Antioco, Chia & Punta Trettu
Unser beider letzter Besuch auf Sardinien ist viel zu viele Jahre her. Den Norden kennen wir gut. Diesesmal konzentrieren wir uns auf den Süden. Vom Flughafen Cagliari geht’s mit dem Mietwagen gut eine Stunde über 80 km auf die südwestlich vorgelagerte kleine Insel Sant’Antioco. Unsere Unterkunft liegt direkt am höchsten Punkt der schönen Altstadt neben der Basilika. In den umliegenden Lagunen speisen die Flamingos zum Sonnenuntergang.
Auch nach Ostern ist Sardinien alles andere als schon erwacht. Alles ist leer, stressfrei und gemütlich. 25 bis 30° sind deutlich angenehmer als die permanenten 13° an Regen wie bei meinem letzten Besuch zur gleichen Jahrezeit. Du darfst noch an fast jedem spätestens ab Juni gesperrten Strand kiten und wild campen ist noch ein Massensport. (mehr …)
Blue Lagoon, Dahab
Die Blue Lagoon liegt knapp 20 km nördlich von Dahab am Golf von Akkaba und ist ein absoluter Weltklasse-Kitespot. Eine Anreise ist nur mit dem Boot über das Meer möglich – oder mit einem Umweg von über 100 km ab Dahab über das Inland. Ein guter Preis für ein Boot ist laut zahlreichen Locals-Aussagen aktuell 3.000 EGP, also ca. 60 €. Aber auch nach mehrstündigen Verhandlungen mit einigen Anbietern war kein einziger bereit, uns zu diesem Preis mitzunehmen. Wir zahlen 4.000 EGP inclusive Transfer. Der Heimtransport bleibt aus.
Für einen Weltklasse-Kitespot sollte man sich auch gute Winde wählen. Wir nehmen den Tag mit der besten Vorhersage. An der Blue Lagoon bläst der Wind trotz Nähe zu hohen Bergen erstens deutlich konstanter als in Dahab. Zweitens ca. fünf Knoten stärker. Drittens am Nordende offshore über wirklich spiegeglattes Flachwasser. Gerade mal vor einer Woche veranstaltete Red Bull hier noch die „Winds of Sinai“ Competition. (mehr …)
Dahab schon was!
Dahab ist anders als der Rest Ägyptens. Massentourismus ist weit weg. Das wird auch noch einige Zeit so bleiben. Die Anreise ab Deutschland ist mit mindestens 15 Stunden ab Checkin schon eine etwas härtere. Eine große internationale Community digitaler Nomaden lebt hier ein buntes Leben. Das wichtigste für uns jedoch: der Wind ballert sehr zuverlässig über flaches Wasser an auch noch im Oktober netten 30 Grad.
Mit Freunden aus England, Berlin und München verabrede ich mich auf eine gute Zeit. Pegasus Airlines schreibt antike Mythologie um in ein kontemporäres „Bumsbomber nach Bangkok“. Trotz langem Stopover in Istanbul bieten sie noch nicht mal gratis Wasser, geschweige denn irgendein gratis Essen an. Ich hatte lange nach einer günstigen Möglichkeit gesucht hierherzukommen. Doch auch die günstigen und schnellen Flüge nach Hurghada sind nach Einstellung des Fährbetriebs nach Sharm El Sheikh keine Option mehr. (mehr …)
Micro Magic Glückseeligkite @ Elafonisi
Elafonisi beschreibt schon unser 20 Jahre alter Reiseführer als das „verlorene Paradies“. Auf unsere Liste bringt es Elafonisi nur, weil es ein paar wenige Hinweise darauf gibt, dass man in der türkisblauen Paradies-Lagune wohl ab und an auch kiten könnte. Generell sind die Infos zum Kitesurfen auf Kreta im Internet mehr als spärlich. Aber es gibt Spots, an denen man kiten darf. Finden kann man die nur mit Locals-Hilfe.
Die Forecast für Elafonisi ist einen Tag ganz gut. Von Guaves bis an die Südwest-Ecke von Kreta ist man nette dreieinhalb Stunden unterwegs. Die oft einspurige Straße führt zunächst über einen kurvigen Pass bis hoch über einen spektakulären Canyon. Dutzende Stände verkaufen Bio Honig, Oliven und Raki. Danach führt die Sraße fast genauso steil nach unten durch ein idyllisches Tal ans Meer. (mehr …)
Ein Monat Barfuss: Good Night, Vietnam!
Kaum bin ich aus Da Lat zurück in My Hoa, da kehren auch die starken Winde zurück. In meinen letzten zehn Tagen hier ballert es fast permanent mit 20 bis 43 Knoten Spitze über das Flachwasser. Eine vermutlich zu eng um die mittlere Strut gebundene GoPro Mount bringt selbige im Sprung zum explodieren. Wegen den Tet Feiertagen dauert die Reparatur fünf Tage. Auch nach dem zweiten Versuch verliert die mittlere Strut weiter Luft. Meine Flügel sind platt und Rekorde vorbei.
Die aus dem Kite gefallenen GoPro finde ich am Morgen bei Ebbe nach langem Lagunen-Latschen wieder. Ich leihe die teure Insta 360 X3 einer Chinesin aus und gehe mit einer guten Harness Mount aufs Wasser. Im Flachwasser vor dem Phan Rang Kite Center crashe ich nach einem Mini Hüpfer. Die zweite Harness geht auf und reisst die Insta etliche Meter über scharfe Korallenstücke am Meeresgrund. Der Totalschaden bringt den teuersten 20 Sekunden-Clip in 25 Jahren Kitesurf-Reisen. Die Korallen beißen mich ein letztes Mal ins Knie.
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Kitespot My Hoa Lagoon, Phan Rang
Die mehr als zweitätige Anreise nach Phan Rang war hart. Meine erste Unterkunft ist Vietnam Surf Camping ganz im Süden der Lagune. Die kleine Yurte am Strand ist einfach aber günstig. Am ersten Tag baue ich erst mal nur das Split zusammen und lasse von der Phi Kite School eine gerissene Bindung reparieren. Der Wind ballert mit bis zu 32 Knoten über den ca. 1500 mal 300m breiten Stehbereich. Von den fünf Kiteschulen aus sind bis zu 100 Fahrer am Wasser. Eng wird es selten.
Dass die Lagune von My Hoa / Phang Rang ab und an trocken liegt wusste ich. Morgens oder Nachmittags kiten: ich bin da flexibel. Aber es gibt hier meistens nur eine Flut am Tag. Das wusste ich nicht. Bei Ebbe ist das Wasser entweder auf den ersten 300m komplett weg oder viel zu niedrig für halbwegs sicheres Starkwind-Kiten. Sand und überall recht scharfe Felsen / Korallen wechseln sich engräumig ab. Eine größere sichere Landezone nur mit Sand gibt es nicht. (mehr …)
Golf de Roses
Kaum da sind wir schon wieder weg. Ein Monat wie ein Tag. Zum Sonnenuntergang brechen wir in Tarifa auf. Auf leeren Straßen geht es über Malaga ins Hinterland. Ein Abi-Ball tobt hinter einer einsamen Tankstelle im Nirgendwo. Im Cafe nebenan wird auf Nobel-Hussen über Plastikstühlen geheiratet.
Die Lichter Granadas ziehen im Dunkeln vorüber. Hinauf in die Wüste und immer dem Mittelstreifen durch die Nacht folgen. Lost Highway. Ab Mitternacht verpufft der Kaffee. Nach drei Uhr wechseln wir stündlich. Sturmböen zum Sonnenaufgang im Ebro Delta. Barcelona am Morgen. (mehr …)
Ein Monat in Tarifa
Auf Tarifas Flagge stehen 360 Windtage im Jahr geschrieben. Ich kenne nach vielen Jahren der Besuche alle Winde der südlichsten Stadt Europas. Dachte ich. Unser April hier beginnt mit zwei Wochen fast nonstop Levante Sturm von 22 bis 52 Knoten. Reichlich erschöpft von der 2.800 km weiten Anreise ziehe ich nicht weiter an bekannte Ausweichspots mit weniger Wind.
Ich suche Arbeit. Analysiere dutzende Homepages von Kiteschulen. Berate ausführlich zu im Sturm pfeifenden Fensterschlitzen. Dann ist der Wind weg. Die Vorhersage verspricht nach ein paar Flauten-Tagen einen weiteren nonstop Levante Sturm für unseren gesamten Aufenthalt bis Ende April. Ich vergesse die Bayerische Kiter Regel Nummer eins: „Wenn der Wind bläst, dann nutze ihn!“. (mehr …)
Caños de Meca
Der Levante in Tarifa ballert heute mal wieder mit bockigen 20 bis 45 Knoten. Auf 12 km Strand ist wirklich keine einziger Kiter draußen. Sogar die Big Air Pro Rider im Balneario machen heute Pause. Wir fahren nach Getares, dem nächsten kitebaren Strand Richtung Algeciras. Gerade mal 16 km Luftlinie von Tarifa entfernt finden wir uns windtechnisch mal wieder auf einem anderen Planeten ein. In knappen 12 Knoten dümpelt ein leichte Kiter an seinem 13er durch kleine Wellen.
Wir fahren zurück nach Tarifa und checken den Wind am Valdevaqueros. Eigentlich fühlt er sich gar nicht so bockig und stark an. Aber genau das ist typisch. Der böse Wind kommt vor allem am ersten Levante Tag gar nicht bis ganz runter zum Strand. Er bockt erst einige Meter weiter oben – und dort extrem. Selbst Liam Whaley rät uns heute weiterzuziehen. (mehr …)
Levante Nemesis @ Tarifa
Ich bereise seit 24 Jahre mit meinen Kites die Welt. Der Wind ist mein Leben. Unter meinen über 200 besuchten Kitespots in sicher 50 Länder befinden sich einige der bockigsten Starkwindgebiete der Welt: Bayerische Seen vor einer dicken Westfront. Kalpitiya, Sri Lanka. Kapstadt. Die Cuesta del Viento hoch in den Argentinischen Anden. Die Philippinen. Bahia Salinas in Costa Rica. Fiji. Oder River Gorge, Oregon USA.
Ich hatte an all diesen Orten immer wieder mal ein paar Tage zuviel Wind für den kleinsten Kite. 50 Knoten erkennt meine Nase laut Windmesser ziemlich genau. Was wir diesen April einen Monat lang in Tarifa an Levante-Stürmen erleben bläst einfach jedem Fass den Boden aus. Bis zum Ende des Monats werden es wohl > 50% Levante mit 22 bis 52 Knoten Spitze. (mehr …)
Unendliches Flachwasser @ Cagbalete
Auch nach 12 Jahren und einigen langen Reisen auf die Philippinen gibt es noch neue magische Kitepots für mich. Von Cagbalete wissen nur ein paar wenige Philippinische Kiter. Die kleine Insel hat vielleicht 500 Bewohner. Der Strom kommt nur abends aus dem Generator. Das Internet tröpfelt, und die Dusche ist in der Regel ein Eimer mit Schöpfkelle – wenn es Wasser gibt. Luxus ist hier ganz weit weg – und das Leben einfach und echt.
Da wirklich alles mit Bankas vom Festland herangeschafft wird ist die kleine Insel recht teuer. Für 30 € bekamen wir vor ein paar Jahren einen vermutlich nicht mehr existierenden deluxe Beachfront Bungalow in El Nido. Hier bekommen wir zunächst für das gleiche Geld gerade mal eine minikleine einfachste Nipa-Hütte, in die nur zwei Matratzen und das Gepäck passen. (mehr …)
Murphys Law auf Tablas
Die Fähre nach Tablas kommt mit nur eineinhalb Stunden Verspätung nach Sonnenuntergang in Odiongan an. Ein Trike bringt uns ins Hiland Resort. Als einzige Gäste bekommen wir ein gigantisch grosses Beach Front AC Zimmer direkt am Kitespot.
Bei Kitesurf-Mindoro bekommst du nichts von Philippinischen Preisen mit. Boracay ist immer fast doppelt so teuer wie der Rest der Philippinen. Hier auf Tablas sind wir bis auf ein paar kitende Expats die einzigen Bleichgesichter. Wir sind weit weg vom Tourismus und mitten drin in den echten Philippinen. Auch die Preise hier sind echt. Das Essen kostet jetzt fast soviel wie daheim – und das obwohl der Wechselkurs sich in den letzten Monaten deutlich zu unseren Gunsten verschoben hat. Günstig Reisen war hier mal. (mehr …)



















































Frank Woelky, Jahrgang ’73. Kitesurfer seit 1998. Seit 2006 bringe ich Kitesurfen und Webdesign auf mehrmonatigen Reisen abseits ausgetretener Pfade unter einen Hut.