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Die Schnatermann Session

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#718
0809
2020
Di
21:14
Tag
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Es gibt sie noch, auch nach 20 Jahren Kiten. Die kleinen feinen unerwarteten Überraschungen. Überraschung ist untertrieben. Den von Rostock aus nächstgelegenen Kitespot Schnatermann habe ich ja bereits zweimal besucht. Einmal war ich zu platt nach einer Wave Session in Markgrafenheide. Das zweite mal war der Wind sogar für Fish und 13m² zu wenig.

Heute passt die Vorhersage. Die angekündigten 38 Knoten Spitze kommen zum Glück nicht an. Ich bin mit zwar nicht bockigen aber doch recht stark schwankenden 16 bis 26 Knoten mehr als nur glücklich. Gut angeballert unter 10m² und meistens  königsblauem Spätsommerhimmel finde ich meinen Rostocker Lieblingsspot.

Parken kann man am Restaurant 250m vor dem im Nordöstlichen Hafengebiet Rostocks gelgenen Industrieromantik-Kitespot. Der Schnatermann ist der einizige mir bekannte Kitespot im Umkreis von wenigstens 50 km, an dem man nicht pro Tag zwischen 5 und 10 € für Parken zahlen muss. Auf einen Monat hochgerechnet summiert sich das Parken ganz schön. Hier nicht – und das Restaurant grillt Sonntags immer wirklich geile Wildspieße für wenig Geld.

Der Kitespot Schnatermann grenzt ans Naturschutzgebiet Rostocker Haide. Um uns ist alles grün.  Im Westen türmen sich alte Werften, Kräne und ein  Kraftwerk-Kühlturm vor dem Horizont auf.  Ozeanriesen aus Skandinavien laufen vor der Skyline ein. Das hölzerne Gerippe eines uralten Wracks modert gemächlich im südlichen Teil der Bucht vor sich her. Im Norden wird die Bucht durch einen 80m langen Kai begrenzt. An dessen Nordseite legen alle paar Stunden kleine Tourboote an. Eines davon ist ein kleiner Mississippi-Schaufelraddampfer.

Der Westwind kommt voll onshore in die nur 200m breite Bucht. Das Wasser ist auf den ersten 100m niedrig, bei Ebbe sehr niedrig bis inexistent. Gefahren gibt es am Strand bis auf einen Stacheldrahtzaun im Süden keine. Im Wasser nahe des Strandes liegen fünf kleine Felsen auf ca. 20 mal 20 m nahe der Mole – bis zu denen sollte aber sowieso niemand an den Strand heranfahren.  Hinter dem Kai kann man zwar bis zum nördlichen Ufer voller Binsen fahren. Dort sind aber knapp unter der Wasserobefläche einige grosse Felsen die man schwer und spät sieht.

Wir sind die einzigen drei Kiter heute. Wenn man hierher kommt um das exzellente Flachwasser zu nutzen ist die kleine Bucht spätestens ab dem 8. Kiter voll. Weiter draussen ab 100m ist massig mehr Platz – aber da kommen dann auch wegen dem tieferen Wasser auch schnell kabbelige Wellen. Wir sind hier für das Flachwasser – und was für eines!

Die ersten 100m sind maximal 40cm tief. Im voll onshore blasenden Wind lande ich dank erhöhter Motivation alles. Das sind heute bis zu 8m, gestanden in 10cm tiefem Wasser. Es gibt nur einen sehr schmalen Bereich von vielleicht 20m an denen die Wellen noch niedrig aber die Landezone wenigstens 40cm tief ist. Ich verpasse ihn ständig. Für Anfänger ist der Spot trotz wenig Gefahren nicht geeignet. Der Platz wird schnell eng. Das Wasser ist erst zu niedrig und wird dann weiter draussen recht schnell über-stehtief.

Zusammen mit Kiter-Kumpel Max und dessen Freundind cruise ich den halben Tag von Eck zu Eck des Schnatermanns, pflüge mit den Finnen ab und an den weichen Ostseegrund und habe Spass ohne Ende. Max schmeisst am laufenden Band Rotations-Hammer raus, von denen ich noch nicht mal die Namen kenne. Möwen schweben über den Kites. Tiefer Friede an  einer Prise Highway To Hell…

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