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Regenkite in El Medano

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#329
1612
2009
Mi
23:01
Tag
922
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Nach drei Tagen Flaute kommt endlich der Wind auf Teneriffa an. Am Morgen seh ich kurz aufeinander folgend satte fünf Regenbogen vom Balkon aus und weiss: heute passiert was. Ich packe mein Zeug und beame mich nach El Medano – die Ausfahrt hab ich wieder nicht gefunden.
Am Strand bauen 300 Touris im Rahmen einer Beschäftugungstherapie Floße. Als es zu regnen anfängt drängt sch ein Viertel von denen in die drei Container der Playa Sur Surfstation. Dann kommt langsam der Wind. Ich runzel die Stirn. Fast voll ablandig. Keine Rescue. (mehr …)
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Kitesurfen auf Boa Vista

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#323
3011
2009
Mo
20:21
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Am vorletzten Tag kommt der Wind wieder. Ich brauch keinen Offshore Wind mehr. Mittags krieg ich eine Fahrt zum RIU Karamboa Hotel im Süden der Bucht von Sal Rei spendiert. Der Wind steht hier nur ca. 30 Grad Side-Offshore an. Ich baue auf und schaue mich um.
 
Wieder so ein Schlumpfhausen. All inclusive Terrouristen, rotzedichte Banderlträger und zum Beachvolleyball am besten einen Caipi. Sonnenknaller, oben ohne, scheiss auf alles und vor allem das Land und seine Kultur. Ab an die Bar. Ein Wasser bitte, hier ist das Geld. Aber Drinks gibts überall nur mit Banderl, sonst nix. (mehr …)
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Herbst-Kite am Brombachsee

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#315
0410
2009
So
19:39
Tag
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Der Herbst ist da. Die Freisitze machen dicht. Man trifft niemanden mehr zufällig beim Kaffeetrinken. Ich mag den Herbst nicht, vor allem nicht nach einem sowieso recht ereignislosen und kalten Sommer. Nix bewegt sich, ich langweile mich. Das einzig geile am Herbst ist der Wind.

Heute kommt er mit voller Macht am Brombachsee an. Die Locals haben recht: ja, an guten Wochenenden ist der See ganz schön voll. Aber erstens im Vergleich zu den meisten anderen guten Spots immernoch erträglich. Zweitens störts mich überhaupt nicht wenns noch voller wird so wie manche Platzhirsche ihre Lichtung verteidigen. (mehr …)

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Oben ohne im Ramadan

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#313
2908
2009
Sa
21:20
Tag
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Sharm el Sheikh liegt im Bermudadreieck zwischen Las Vegas, dem gelobten Land und Geisterstadt. Welche Ecke die nächste ist entscheide jeder individuell. Vor 2000 Jahren führte Moses sein Volk auf der Suche nach dem gelobten Land durch den Sinai. Heute jagen jeden Morgen um zwei Völkerscharen auf den Mosesberg. Zu finden gibt es nichts außer der eigenen Klaustrophobie mitten in der Wüste.

Wir wollten selber hin, alleine. Doch Mubarak verkauft sein Land als Märchen aus Tausend und einer Nacht. Räuber heißen heute Islamisten und warten direkt hinter dem letzten Checkpoint auf ungläubige Individualtouristen. Folge: Es gibt kaum Mietwagen, den Dornbusch vor dem Katharinenkloster werde ich nicht anzünden, und niemand wirft den ersten Stein. (mehr …)

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Kitesurf-Schule Sharm el Sheikh

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#312
2608
2009
Mi
18:20
Tag
810
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Erst am dritten Tag komme ich endlich zum Kiten in Sharm el Sheikh. In der Naama Bay weht praktisch nie Wind, und wenn einer geht stehen immer noch Schirme und Schlümpfe dicht an dicht, gefolgt von etlichen Booten. Zum Kiten fährt man in Sharm el Sheikh 20km gen Norde nach Nabq. Das kostet mit dem blauen Minibus ca. 1,30 € und dauert 20 bis 30 Minuten.

Sucht man im Internet nach Kitesurf Sharm el Sheikh spuckt Google nur eine Seite aus: Colona Watersports, gerade übernommen von Kitejunkies. Sie liegen am Strand vor dem Regency Plaza in Nabq. Am Tag eins komme ich an und stelle fest: Flaute. Zum ersten mal seit einer Woche. Wieder nach Naama. (mehr …)

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Schlümpfe im Urlaub

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#311
2308
2009
So
21:38
Tag
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Sinai. 41 Grad. Perfekter Halt. Drei-Wetter Taft. Genau so wäre der Spruch, hätte eine heimtückische Friseuse der Lady aus der 80er-Jahre-Werbung nicht irgendwann in den 90ern still und heimlich eine Überdosis Gard gesetzt. Hitze und starker Wind empfangen uns auf der Treppe aus dem Flugzeug in Sharm el Sheikh. Ich strahle mitten in der Nacht.

An unserem Hotel in der Nama Bay angekommen ist diese Freude leider schon wieder verflogen. Nur 10 km südlich herrscht absolute Flaute. Wir wollen noch schnell ins Meer hüpfen, aber die Hotelstrände sind abgriegelt, und die Wächter des öffentlichen haben massiv was gegen Nachtbaden einzuwenden. Drei Uhr. Ab ins Bett. (mehr …)

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schluempfe

Kitesurfen an Korsikas Ostküste

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#310
2407
2009
Fr
15:13
Tag
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Jeder sagt Kitesurfen an Korsikas Ostküste geht nicht. Nie Wind und wenn dann zu wenig und wenn genug, dann voll ablandig. Stimmt alles nicht. Ich war jetzt 10 Tage im Juli hier. An vier Tagen war ich mehrere Stunden draußen. Ich hatte einen 12er und einen 19er Kite dabei. Gebraucht habe ich nur letzteren. Aber es geht.

Mein Kitesurf-Spot liegt ca. 15km nördlich von Aleria. Breiter Sandstrand, keine Bäume, aber auch keinerlei Buchten. Keine Steine, und massig Platz. Die Windvorhersagen von Windfinder.com stimmen praktisch nie. Es gibt keine festen Zeiten, der Wind kann zu jeder Tageszeit und aus jeder Richtung kommen. (mehr …)

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Corsicana

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#308
2007
2009
Mo
18:19
Tag
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Mir fällt auf, dass ich auf meiner großen Reise eigentlich keinen einzigen Tag – oder wenigstens einen halben – nur am Strand gelegen bin. Es musste immer eine Höhle erforscht, ein Berg bestiegen oder eine Lagune erkundet werden. Selbstverständlich nur solange der Wind nicht zum Kiten reichte. Hier ist das anders und gut.

Manchmal gibts Wind, aber die Vorhersagen stimmen praktisch nie. Auf jeden Fall gibt’s auch auf der Ostseite Corsicas mehr Wind als erwartet, meist Side-Onshore. An vier von sieben Tagen war ich kurz draußen mit dem 19er Assault. Etwas Spaß am Wasser in der untergehenden Sonne. Danach noch Volleyball, und schon beginnt der Abend mit Grillen, Wein und Strandfeuer. (mehr …)

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Neusiedler Kite-Kriege

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#304
2206
2009
Mo
19:02
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Wir fahren an den Neusiedler See. Um überhaupt an der Schule nachfragen zu können, ob Sabine einen Aufbau-Kitekurs machen kann müsste man eigentlich 4 Euro Strandbenutzungsgebühr zahlen. Es gibt keinen Kurs. Weiter an den Nord-Nord-Strand. Toll: dieses Jahr kostets nur noch 5,50 €. Mist: die Drehtür hat jetzt sogar einen Wächter.

Der Strand ist proppevoll mit lauter superfeschen Hosen-über-Neoprenträgern. Wir bauen auf. Als der einzig gute Bursche am Strand Sabines Kite startet pass ich nicht auf. Er drehte ihn Richtung Powerzone. Sabine wird 20m durch Gras gerissen. Wäre ihre Harness nicht gerissen, als wir uns auf sie stürzten, hätte sie zwei Meter weiter der Zaun geschnitzelt. (mehr …)

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Snowboarden in den Pyrenäen

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#295
0102
2009
So
21:12
Tag
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Am meinem letzten Tag in Barcelona regnet es permanent. Ich spiele feuchter Modepudel auf der Edelmeile Passeig de Gracia. Gucci, Gabbana, Chanel, Diesel, Zara. Jeder Shop ist ein willkommener Regenschutz. Immer wenn der Regen stärker wird kauf ich was. Trotzdem bin ich am Abend platschnass.

Um fünf Uhr früh steh ich auf, hole das Auto, lade ein und fahre ab Richtung Pyrenäen. Mein Ziel ist La Molina. Die Vorstellung in Spanien Snowboard zu fahren fand ich irgendwie witzig. Die Anfahrt lässt keine Freude aufkommen. Bis 1300 m gibt’s gar keinen Schnee, danach fängt’s leicht zu schneien an. Die Pisten sind weiß, aber ich zweifle sehr ob sich das lohnt. (mehr …)

Mei is do geil

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#294
3101
2009
Sa
5:25
Tag
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Ich beende meinen Spanischkurs in Barcelona. War schwer, mitzuhalten und trotzdem genug zu reisen. Heute ist meine letzte Nacht. Wir gehen in die Stadt, fast der ganze Kurs, ich und Dave. Die Wirtin der ersten Bar schaut aus wie eine Puffmutter. Im schwarzen Schaf ist es brechend voll. Erste Spuren der Nacht bahnen sich an, und keiner weiß wo sie hingehen.

Die Planlosigkeit reizt mich etwas. Unser Plan war noch ein letztes Mal in Barcelona richtig auszugehen. Tanzen. Man soll ja machen was man plant, also dränge ich auf Aufbruch. Auf einmal sind wir doppelt soviele Menschen wie vorher. Ich schreite voran ins Nirgendwo. Jeder fragt irgendwann mal nach dem Weg dorthin, aber keiner kann uns gernau sagen, wo’s liegt. Also lassen wir und auf einem Platz nieder. (mehr …)

Vom König zu den Kaisermeistern

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#293
2901
2009
Do
23:59
Tag
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Die Tage werde zu Nächten. Meine Reise geht zuende. Spanisch lerne ich trotzdem, aber wären meine Kurse nicht jeden Tag von zwei bis sechs Uhr am Nachmittag, wäre das Leben in Barcelona ein kleineres. David hat Karten für ein Konzert besorgt. Ich mag keine bösen Anwälte auf Bilderjagd. Deswegen taufe ich die Band des Tages auf den Namen Kaisermeister.

In einer Tapasbar direkt an der Rambla futtern wir 20 Minuten aufmerksamst von zwei schwulen Kellnern betreut. Der warme Service kostet einen heißen Preis. Weiter zum Konzert. Vor der Halle stapeln sich die Bierverkäufer in drei Lagen. Der Service ist fein, doch wir haben Wein. Drinnen warten gute Menschen im Hasenfell. (mehr …)

Ganz still am Königsplatz

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#292
2801
2009
Mi
23:58
Tag
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Ich fahr mit Dave nochmal nach Castelldefels. Der Weg dorthin ist immernoch ein Schlachtfeld gezeichnet vom stärksten Sturm aller Zeiten. Am Strand scheint die Sonne auf 8 Grad kaltes Wasser, die Luft hat auch kaum mehr. Ich hab mir eine heftige Erkältung eingefangen und sehe ein: auf meiner letzten Reise bleibt mein Kite im Sack.

Tags darauf schickt Susi aus Kaufbeuren die Email der holden Helga, einer Mitstudentin aus alten Zeiten. Einen Tag später sitzen wir in einer richtig urigen Tapas Bar in Barceloneta. Ich hasse Meeresfrüchte. Hier schmecken selbst Gamba-Köpfe famos. Danach geht’s weiter ins Barrio Gotico in eine Bar, die ich gern zu meiner Stammkneipe auserküren würde, wären das nicht die letzten Tage einer langen Reise. (mehr …)

Eine teure Baustellen-Gaudi

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#291
2501
2009
So
19:00
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Dave kommt gegen Mittag mit dem Flieger aus München an. Kurz was essen, und wieder ab in die Stadt. Mir geht’s nicht gut, hab mir ne satte Erkältung eingehandelt. Wir fahren zur Sagrada Familia. Sie ist genau wie mit allen andern großen Sachen auf meine Reisen: verdammt erbärmlich klein.

Gaudis Sagrada Familia ist eine einzige Baustelle. Außen Kräne, innen 80% der Fläche durch farblich wunderbar kontrastierende Gerüste verstellt. Die restlichen 20% teilen sich eine Unmenge Futterautomaten (Snickers, Mars, Raider, keine Hostien) und die Toruistenherde. Mäh! Tolles Echo. Ab zum Turm. Der kostet nur 2,50 € extra, nach den 11 Euro Eintritt für eine Baustelle ein echtes Schnäppchen. Aber eine Stunde warten ist mir zu lang. (mehr …)

Riders on the storm

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#290
2401
2009
Sa
17:05
Tag
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Ich geh mit einigen Leuten vom Kurs los auf eine wilde Nacht. Viele Bars werden’s nicht. Wir bleiben bis drei Uhr in der gleichen wunderschönen Marmalade Bar hängen. In Barcelona lernt man ohne weiteres pro Stunde 10 Leute aus 20 Nationen kennen. Alles ist bunt gemischt, es gibt Geschichten aus der ganzen Welt.

Am nächsten Morgen wackelt die Welt. Klar, war ja ne heftige Nacht denke ich. Aber das ist es nicht. Das Haus wackelt wirklich. Der angekündigte Sturm ist mit Spitzen weit über 100km/h in Barcelona eingefallen. Morgennachrichten: vier Menschen starben, drei wurden ins Meer gerissen, hunderte Notfälle, Chaos. Ich geh auf die Straße. Der Sturm spielt Roller-Domino. Die längste Reihe, die ich gesehen hab bestand aus sieben umgefallenen Rollern. (mehr …)

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Barcelona unkitebar

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#289
2301
2009
Fr
19:09
Tag
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Windfinder hatte recht. Heute kommt der Wind. Kaum ist der Kurs aus, packe ich mein Brett und Kite und stürze mich in die nächste Ubahn zum Strand. Die Barcelonesen schauen mich alle etwas dümmlich an. Was ist los? Wir haben 17 Grad, das ist warm, ihr dürft eure Polarmäntel ausziehen!

Am Strand komme ich keine Sekunde ins zweifeln. Der Wind ist voll ablandig, durch ganz Barcelona massig verwirbelt und wechselt im 5-Sekunden-Rythmus von 0 auf 50km/h. Auf der Wasseroberfläche sieht man ihn tanzen, links, rechts, vor, zurück. Dann wieder Sandstrahlung ins Gesicht und eine Böe senkrecht von oben. Kiten ist das schönste Ding von Welt. Vor allem wenn man sich danach drüber freuen kann. Ich bleibe an Land. (mehr …)

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Dreck neben der Rambla

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#288
2201
2009
Do
22:08
Tag
594
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Der Wind wird jeden Tag stärker, die aktuelle Vorhersage für Samstag lautet 78km/h. Der Sturm wird mich ablandig hinter Barcelona erwischen. Eigentlich braucht man da keinen Kite mehr zum fliegen. Jacke auf und abheben. Die Flugzeuge werden am Boden, die Schiffe im Hafen bleiben, die Gondel auf den Montjüic stillgelegt. Ich warte voller Vorfreude.

In ganz Barcelona kann ich keine Neoprenhandschuhe finden, geschweige denn eine Sturmhaube. Und das Obwohl die Barcelonesen bei 12 Grad in dicksten Polarmänteln rumlaufen. Wie sollten die jemals Kiten gehen? Ich lauf wie jeden Tag wieder etliche Kilometer durch Barcelona. Heute geht’s zum alten Kastell auf den Montjüic. Der Wind bläst kalt um alte Kanonen. (mehr …)

Barcelona Blues

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#287
2101
2009
Mi
23:40
Tag
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Ich krieg grad etwas Barcelona Blues. Überall nur Kinder, viel besoffen, etliche Leichen. Der Spanischkurs wird langsam fordernd, der Wortschatz wächst immer schneller. Nach dem heutigen Kurs check ich nochmal Wind. Am Samstag gibt’s nen satten Sturm, aktuelle Vorhersage sind ca. 55km/h. Man soll tun was man sagt, also sag ich mal: der wird geritten!

Ich gehe auf den Montjüic, Brett und Kite packen, Longsleeve nicht vergessen. Wieder den Hügel runter in die Stadt. Die besten Sachen passieren wie immer zufällig. Klar, Architekten wissen immer alles, und intelligente Menschen verfügen über sowas wie Kombinationsgabe. Dass ich ausgerechnet in Barcelona auf einmal vor dem Barcelona Pavillion steh, darauf konnt ich nun echt nicht kommen. (mehr …)

Jesus de Barcelona

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#286
2001
2009
Di
23:22
Tag
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Kennt ihr Big Lebowski? Ja? Und seinen tödlich erotischen Bowlinggegner Jesus? Ja? Hier in Barcelona ist jeder Jesus auf drei Arten. Erstens: Barcelonesen sind eitel. Was sie für guten Geschmack halten übertrifft teils bei weitem das Outfit von Jesus. Sie bewegen sich graziler und haben wohl keine annähernd vergleichbare Fäkalsprache. Aber ein bisschen Jesus sind sie alle.

Auch Besucher Barcelonas sind Jesus. Ich niese. Alle nennen mich Jesus. Mit einem erleuchtenden Grinsen putze ich die Nase. Das allerbeste ist jedoch die Sache mit dem Wein: In Barcelona ist der Wein billiger als Wasser. Folglich kann man jederzeit problemlos mit Tausch Wasser in Wein verwandeln. Das macht jeden Menschen in Barcelona zu einem potentiellen Messias. (mehr …)

Über die Carmargue nach Barcelona

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#285
1801
2009
So
21:57
Tag
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Winter ist toll. Da können sogar bekennende Langschläfer behaupten, schon vor Sonnenaufgang unterwegs zu sein. Gegen sieben geht mir nach insgesamt 700 km langsam der Sprit aus. Die erste Tanke ist zu, die zweite ebenso. Die dritte hat nur Diesel für LKW (?), die vierte frisst keine meiner Karten. Nummer fünf und sechs sind verbarrikadiert, sieben frisst wieder meine Karten nicht. Die Sonne geht auf und mein Mut unter.

Nach 763,7 km finde ich endlich eine Tanke mit einer freundlichen Bedienung, die meine Karten lesen kann. Sie wird nie erfahren wie knapp sie daran vorbeigekommen ist von mir abgeknutscht zu werden. Ich fahre weiter zu den weissen Wildpferden der Carmargue ins Rhonedelta am Mittelmeer. (mehr …)

Ein versöhnliches Ende

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#276
0411
2008
Di
17:48
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Am Ende meiner letzten drei Wochen in Cabarete kommt endlich der Wind wieder zurück. Zuerst zaghaft, ein kleiner Hauch, aber nach sechs Tagen Flaute und Regen ein Fingerzeig. Ab drei Uhr blasen schöne 20 Knoten am Kitebeach. Der Wind ist extrem böig, die Wellen gemein hoch und aus verschiedenen Richtungen. Aber das ist egal. Hauptsache Wind.

Ich fahre immer wieder raus bis aufs Riff und spiele Fangen mit den Brechern. Allen bis auf einer entkomme ich. Sie beisst mich in den Hintern und überrollt mich. Nix passiert. Beim Auftauchen ist auf einmal direkt neben mir eine dicke Schildkröte und glotzt mich an. Bleibt an diesem Tag nicht die einzige. Bis zum Abend sehe ich bestimmt ein Dutzend große Meeresschildkröten. Der älteste Meerbewohner trifft auf den jüngsten. (mehr …)

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Kitesurfen in der Karibik

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#270
2210
2008
Mi
2:09
Tag
502
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Sabine Infektion springt auf mich über. Der Wind bläst vier Tage am Stück mit perfekten 15-20 Knoten laminar side onshore. Wenn ich jetzt ein waschechter Deutscher wäre, müsste ich darüber mosern, dass es Seegras im Wasser gibt. Aber sonst würde mir auch schon nichts weiteres einfallen. Alles ist perfekt, die Sonne strahlt, der Wind bläst, und Cuba wird jeden Abend ordentlich befreit.

Jeden Mittag gehts mit dem Shuttle von Alis Camp zum Kiteclub. Sabine hat schon davor immer einen unruhigen Magen, vor lauter freudiger Erwartunfg gemischt mit etwas Angst. Diese Mischung macht höllisch lebendig. An manchen Tagen steh ich am Strand und frag mich, ob ich den Wind noch meistern kann. Aber der XBow bügelt einfach jede Böe platt. (mehr …)

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Eine schwere Infektion

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#269
1810
2008
Sa
22:13
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Mein teuflischer Plan wird von einer schweren Infektion durchgkreuzt. Sabine hat am Strand so ein längliches Ding angefasst. Noch kurz vor dem Aufbruch hatte ihre Mama sie davor gewarnt. Aber Sabine ist antiautoritär erzogen worden. Noch in der gleichen Sekunde des Erstkontakts springt der Virus auf sie über. Schon am Abend Nummer eins hat sie ganz eigenartige Gesichtszüge.

Der kleine Trainerkite macht ihr Spaß. An Tag zwei geht sie mit dem Lehrer gleich an den 8m² Bowkite. Ihr Grinsen sieht man 300m gegen den Wind. Es bleibt bis zum Abend windig. An Tag drei verschlimmert sich die Infektion, sie lernt die Kraft des Windes kennen, übt den Wasserstart an Land und das Laufen im Wasser. (mehr …)

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Condor nach Cabarete

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#267
1610
2008
Do
14:15
Tag
496
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Endlich weg aus dem Deutschen Herbst! Mit der Bahn geht’s nach einer fast schlaflosen Nacht nach Frankfurt. Die Bahn ist pünktlich, der Flieger nicht. Am Flughafen wuseln ganz viele meiner Lieblings-Menschen umher: Deutsche Urlauber. Sie erwarten nur das Beste, wissen viel, sehen wenig, beschweren sich gerne und halten das erlebte prinzipiell nie für das Gelbe vom Ei.

Es geht vor durch die ganzen Checks (Wie lange dauert’s denn noch?), ab zum Gate, wieder raus (Warum müssen wir so lange stehen?), wieder rein (Könn Sie misch die Ticket geben?) und endlich in den Condor nach Cabarete. Meine Knie stoßen zum ersten Mal seit 20 Flügen nicht am Vordersitz an. Nach 16h auf Reise geht die Sonnen blutrot über den Karibischen Wolken unter. (mehr …)

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Gewitter-Kiten am Neusiedler See

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#249
0607
2008
So
3:18
Tag
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Mittags fahren wir zum Neusiedler See. Vom dritten Bezirk dauert das gerade mal 45 Minuten. Die Österreichischen Ferien haben genau heute begonnen. Die Autobahn ist voll. Massig Windräder drehen sich im starken Wind. Der erste Blick auf den Neusiedler See lässt mich jubeln: Da sind bestimmt 100 Kiter draußen. Mein erster Ritt binnen zwei Monaten, höchste Zeit.

Der Neusiedler See ist riesig. Aber es gibt nur einen einzigen kleinen legalen Startplatz zum Kiten. Für den nehmen die netten Podersdorfer satte 5,50 € Eintritt. Nicht nur für Kiter, sondern auch für Sabine, die als Zuschauer mitgekommen ist. Der Platz ist gut 30m breit und ca 200m Lang. Auf der Wiese liegen mehr als 100 Kites. Auf dem Wasser sind nochmal genauso viele. (mehr …)

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