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Caños de Meca

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2004
2023
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23:33
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Der Levante in Tarifa ballert heute mal wieder mit bockigen 20 bis 45 Knoten. Auf 12 km Strand ist wirklich keine einziger Kiter draußen. Sogar die Big Air Pro Rider im Balneario machen heute Pause. Wir fahren nach Getares, dem nächsten kitebaren Strand Richtung Algeciras. Gerade mal 16 km Luftlinie von Tarifa entfernt finden wir uns windtechnisch mal wieder auf einem anderen Planeten ein. In knappen 12 Knoten dümpelt ein leichte Kiter an seinem 13er durch kleine Wellen.

Wir fahren zurück nach Tarifa und checken den Wind am Valdevaqueros. Eigentlich fühlt er sich gar nicht so bockig und stark an. Aber genau das ist typisch. Der böse Wind kommt vor allem am ersten Levante Tag gar nicht bis ganz runter zum Strand. Er bockt erst einige Meter weiter oben – und dort extrem. Selbst Liam Whaley rät uns heute weiterzuziehen.

Machen wir. Caños de Meca liegt ca. eine Fahrstunde nordwestlich von Tarifa am Atlantik. Es war mir schon lange bekannt. Aber wer 2.800 km quer durch Europa fährt, dem geht anscheinend gern mal auf den letzten Metern die Luft aus. Heute ist mein Freund der Fahrer und ich bin dafür sehr dankbar.

Der Spot in Caños de Meca liegt in der Nähe des Leuchtturms am Ende der geteerten Straße. Parken kann man für drei Euro hinter der letzten Bar. Der Parkplatz ist gestopft voll. Ungefähr 50 Kiter sind am Wasser, einige weitere am Land. Damit ist die kleine Bucht auch schon nahe  der maximalen Füllmenge.

Wir bauen sofort auf, ich am 10er XR und mein Freund am 9er Bandit. Die nächsten eineinhalb Stunden gehören genau zu dieser Art von Kite Sessions, für die man gerne mal quer durch Europa fährt. Selbst dann, wenn sie die einzige derartige in einem ganzen Monat bleibt. Der Levante liegt mit wunderbar laminaren 18 bis 25 Knoten an. Kein Vergleich zum Bullenreiten in Tarifa. Über einen recht kleinen aber kernigen Shorebreak gehe ich raus.

Die Bucht von Caños de Meca bietet super abwechslungsreiche Wellen. Ganz im Westen läuft der Strand flach aus. Die Wellen bilden hier gemütlich brechende kleine Kicker in denen ein paar Wavboarder cruisen. Bei Levante kann man sie in beiden Richtungen gut nutzen, von vorne und von hinten. Vor dem Leuchtturm schauen bei Ebbe ein paar Felsen aus den Wellentälern – aber die Wellen über dem Riff sind auch deutlich mächtiger als die kleinen am Strand.

Im Zentrum der Bucht sind die Wellen heute bis zu eineinhalb Meter hoch und kommen aus wechselnden Richtungen. Bei knapp 50 Kitern wird es schon ziemlich eng in der Bucht. Anfänger sind hier zwar keine unterwegs – aber hinter den Wellen tauchen immer wieder unerwartet Kiter auf Kollisionskurs auf. Jeder passt auf, alle weichen rücksichtsvoll aus. Doch ein Anfängerspot ist Caños de Meca bei den heutigen Bedingungen trotzdem definitiv nicht.

Nach einiger Zeit fallen mir ein paar Waveboard-Kiter auf, die sich immer wieder auf die gleichen Stellen im Nichts einzuschießen scheinen. Normalerweise reiten sie entweder die großen Wellen draußen am Riff – oder die kleineren Wellen direkt vor dem Strand.

Hier in Caños de Meca aber ist die mit Abstand beste und größte Welle ungefähr auf halbem Weg zwischen den zwei Start-Spots 50 m weit draußen. Hier tummeln sich heute immer wieder mal nette Klabautermänner von guten zwei Metern. Sie brechen auch weiter draußen immer wieder mal.

Ich habe meinen Sweet Spot gefunden und schieße mich immer wieder bis zu acht Meter in den Himmel. Die Sonne schickt einen letzten Strahl durch dunkle Sturmwolken. Der Spaß kennt keine Grenzen…

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