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Odiongan, Tablas

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2019
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Nur vier Stunden und eine etwas verspätete 2Go Fähre weiter ist Tablas endlich wieder das was ich an den Philippinen liebe: Stille, Friede und einfaches reines Leben. Mein lokaler Kiter Buddy Cocoy holt mich direkt vom Hafen in Odiongan ab und bringt mich zum nahen Hiland Resort direkt am kitebaren Strand. Ich stromere durch Hahnenkämpfe und Nachtmarkt, schaue ein Basketballmatch an und feiere mit den Locals die Eröffnung des ersten Jollibee der Insel.

Die kleine internationale lokale Kitercommunity von Tablas schaut am nächsten Morgen vorbei. Nach 25 Tagen Reisen mit gerade einem kitebaren Tag freue ich mich unendlich über die milden 17 Knoten und 50 cm Ramps in der Bucht von Odiongan. Der Amihan kommt endlich in Gang. Bei Nordwind steht er voll onshore an. Dreht er auf Amihan-typische Richtung Nordost kommt er wegen der Berge im Hinterland bockiger an – dann weicht man besser an die Ostküste aus, z.B. ins Aglicay Beach Resort.

Nach den schweren Regenfällen der letzten Wochen ist der Strand vor der nahen Flussmündung zuerst etwas zugemüllt – aber ganze Baumstämme mit genau in Windrichtung hochstehenden starken Ästen bieten auch nette natürliche Rail Slider. Ich versemmle den ersten Versuch grandios ohne mich aufzuspießen. Der Rest ist Rauschen, Gleiten, Fliegen und Glückseeligkeit.

Am zweiten Tag holt der Amihan Luft. Ich schau aufs Meer, komponiere einen Song zuende und arbeite. In der Videoke Bar vor dem Hotel weist das Schild „Kitten Bar“ darauf hin, daß es sich bei den dargebotenen kulturellen Perlen wohl um Balzgesänge handeln muss. Ich entdecke es erst bei einer Raucherpause. Die Angebote der Puffmutter sind deutlich unaufdringlicher als die der Drückerschwärme Boracays.

Zurück im Hotel stellt ein alleinreisender Angestellter der Phlippinischen Tourismusbehörde zunächst lustige Fragen: „Tragt ihr in Deutschland Unterwäsche und duscht jeden Tag? Seid ihr alle beschnitten?“. Nach dem fünften Red Horse driften seine Fragen nocgh mehr Richtung Genitalfixierung ab. Ich entschärfe die Situation mit Videos und Geschichten vom Oktoberfest. Jetzt will er es unbedingt sehen, denn am Oktoberfest ist ja ein öffentlicher Blowjob ein traditionelles Begrüßungsrital. Sorry, der musste einfach sein…

Am dritten Tag hat die Flut den ganzen Strand sauber geputzt. Ein paar Sandfliegen und Ameisen nerven – aber das ist auch schon alles. Philippinsche Gäste wollen Bilder mit unseren Kites und Boards. Vor allem Cocoy neues RaceFoil hat es ihnen schwer angetan. Die Fischer-Kinder rennen uns beim Höhelaufen am Strand lachend hinterher. Die Bucht von Odiongan ist ein ganz wunderbar unverbrauchter Kitespot. Wer einen Kitekurs auf Tablas machen will: Cocoy betreibt die Kiteschule Yalla Adventure – Mobil +63 9472079256 (Smart) oder +63 9452640304 (Globe). Ist ein sehr guter Kerl, Teilnehmer der Philippinischen Kite-Meisterschaft und spricht perfekt englisch. Kontaktiert ihn wenn ihr Fragen habt!

Der Steirische Expat Engelbert zaubert im Star Palace Restaurant ganz hervorragnde Hähnchen Schnitzel und Kaffe – falls mal jemand Lust auf Heimatfutter bekommt. Für Philippinische Gerichte kann ich das Ghetto Plates empfehlen.

Am Mittag packen wir einen riesen Haufen Kites auf Cocoys Monstertruck und machen uns auf den weg zur Philippinischen Kitesurf-Meisterschaft auf der Nachbarinsel Mindoro. Die Windvorhersage ist dermaßen knackig daß ich nach 20 Jahren eher religiös motiviertem Kiten erstmals mit dem Gedanken spiele, an einem Wett-Beten teilzunehmen…

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