Kaum bin ich aus Da Lat zurück in My Hoa, da kehren auch die starken Winde zurück. In meinen letzten zehn Tagen hier ballert es fast permanent mit 20 bis 43 Knoten Spitze über das Flachwasser. Eine vermutlich zu eng um die mittlere Strut gebundene GoPro Mount bringt selbige im Sprung zum explodieren. Wegen den Tet Feiertagen dauert die Reparatur fünf Tage. Auch nach dem zweiten Versuch verliert die mittlere Strut weiter Luft. Meine Flügel sind platt und Rekorde vorbei.
Die aus dem Kite gefallenen GoPro finde ich am Morgen bei Ebbe nach langem Lagunen-Latschen wieder. Ich leihe die teure Insta 360 X3 einer Chinesin aus und gehe mit einer guten Harness Mount aufs Wasser. Im Flachwasser vor dem Phan Rang Kite Center crashe ich nach einem Mini Hüpfer. Die zweite Harness geht auf und reisst die Insta etliche Meter über scharfe Korallenstücke am Meeresgrund. Der Totalschaden bringt den teuersten 20 Sekunden-Clip in 25 Jahren Kitesurf-Reisen. Die Korallen beißen mich ein letztes Mal ins Knie.
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Kitespot My Hoa Lagoon, Phan Rang
Die mehr als zweitätige Anreise nach Phan Rang war hart. Meine erste Unterkunft ist Vietnam Surf Camping ganz im Süden der Lagune. Die kleine Yurte am Strand ist einfach aber günstig. Am ersten Tag baue ich erst mal nur das Split zusammen und lasse von der Phi Kite School eine gerissene Bindung reparieren. Der Wind ballert mit bis zu 32 Knoten über den ca. 1500 mal 300m breiten Stehbereich. Von den fünf Kiteschulen aus sind bis zu 100 Fahrer am Wasser. Eng wird es selten.
Dass die Lagune von My Hoa / Phang Rang ab und an trocken liegt wusste ich. Morgens oder Nachmittags kiten: ich bin da flexibel. Aber es gibt hier meistens nur eine Flut am Tag. Das wusste ich nicht. Bei Ebbe ist das Wasser entweder auf den ersten 300m komplett weg oder viel zu niedrig für halbwegs sicheres Starkwind-Kiten. Sand und überall recht scharfe Felsen / Korallen wechseln sich engräumig ab. Eine größere sichere Landezone nur mit Sand gibt es nicht. (mehr …)





Frank Woelky, Jahrgang ’73. Kitesurfer seit 1998. Seit 2006 bringe ich Kitesurfen und Webdesign auf mehrmonatigen Reisen abseits ausgetretener Pfade unter einen Hut.