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Sant’Antioco, Chia & Punta Trettu

K
Post
#759
0305
2025
Sa.
21:00
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Unser beider letzter Besuch auf Sardinien ist viel zu viele Jahre her. Den Norden kennen wir gut. Diesesmal konzentrieren wir uns auf den Süden. Vom Flughafen Cagliari geht’s mit dem Mietwagen gut eine Stunde über 80 km auf die südwestlich vorgelagerte kleine Insel Sant’Antioco. Unsere Unterkunft liegt direkt am höchsten Punkt der schönen Altstadt neben der Basilika. In den umliegenden Lagunen speisen die Flamingos zum Sonnenuntergang.

Auch nach Ostern ist Sardinien alles andere als schon erwacht. Alles ist leer, stressfrei und gemütlich. 25 bis 30° sind deutlich angenehmer als die permanenten 13° an Regen wie bei meinem letzten Besuch zur gleichen Jahrezeit. Du darfst noch an fast jedem spätestens ab Juni gesperrten Strand kiten und wild campen ist noch ein Massensport.

Die Insel Sant’Antioco umrundest du mit dem Auto binnen gerade mal einer Stunde. Zahlreiche schwer beladene Radfahrer brauchen deutlich länger. Ganz in den Süden führen nur Staubpisten. Der abgelegene Strand von Coaquaddus bietet bei Ostwind wie heute gute Welle auf gerade mal 200m Breite. Mir reicht der Wind leider nicht.

Heute bereitet sich Altstadt von Sant’Antioco auf ein fünftägiges Fest vor. Zuerst Tag der Arbeit, dann sardischer Nationalfeiertag und zum Schluss noch drei Tage lang die 666. Ausgabe des Sant’Antioco Martire. Ab dem zweiten Tag kommen wir nur noch rückwärts durch ein Einbahnstraße nahe zur Unterkunft. Die komplette Altstadt ist abgeriegelt.

Am nächsten Tag fahren wir an einen guten Ostwindspot nach Chia. Noch immer spielen Raser und Regeln auf Sardinien Henne und Ei. Je breiter die Straße, desto geringer ist die zugelassene Geschwindigkeit. Gute Landstraßen sind über dutzende Kilometer auf 50 km/h beschränkt. Wirklich keiner hält sich dran. Auf schmalen kurvigen Gebirgstraßen hingegen darf man unerreichbare 90 km/h heizen.

Der traumhafte Strand von Su Giudeu ist bei starken Ost- und Südwinden in der Nebensaison ein Top Kitespot. Flamingos waten durch die Lagune dahinter. Heute reicht der Wind gerade mal für etwas Höhekurbeln am 13er Edge. Am späten Nachmittag geht als letzter Kiter noch ein sehr guter deutscher mit einem strapless Core MicroFoil raus. Am 10er Nexus fliegt er rasend schnell viel zu weit raus. Irgendwann ist er einfach weg. Der schwächer werdende sideshore Wind hat ihn vermutlich aufs offene Meer hinter das letzte Eck Sardiens hinausgetrieben. Ich sag unserer kleinen Co-Starthelferin nichts davon…

Auf dem Weg zurück nach Sant’Antioco legen wir einen Zwischenstopp in Porto Pino ein. Hier wirds zum ersten mal etwas dicht zwischen zahlreichen Strandbars . Genug  Platz zum kiten gibts am feinsandigen Strand trotzdem.

Ein zweiter Versuch am südlichsten Strand Sant’Antiocos bringt tagsdarauf wieder nur ein paar Meter notgeiles Höhekurbeln. Frustriert fahre ich weiter ins nahe Punta Trettu. Die Geographie sagt eigentlich „Ostwind geht nicht“. Aber der Ostwind dreht hier um gut 45° und wird durch die Meerenge zwischen Sant’Antioco und Sardinien deutlich beschleunigt. In wunderbaren 18 bis 20 Knoten heize ich eine Stunde gut angeballert am 13er quer durch die Lagune.

Der erste Startplatz ist bei jetzt südöstlich anstehendem Wind etwas tricky. Bäume im Luv verwirbeln den Wind recht ordentlich – und nur 50 m im Lee warten ein paar kleine Boote am Steg darauf, deinen Kite zu fressen. Das Wasser nordwestlich der Landzunge ist spiegelglatt und schreit nach Big Airs. Im Lee beträgt der Stehbereich ca. 70 m. Im Süden muss man einen weiten Bogen um die Landzunge fahren, da das Wasser hier leicht 150 m weit gerade mal 5 cm tief ist. In der ganzen Bucht hängen an einigen Stellen schwer erkennbar immer wieder Fischernetze und Seile zwischen kleinen Stecken. Aufpassen!

Mit Regensburger Kitern schwingen wir uns ein letztes Mal in die Altstadt und mitten ins Fest von Sant’Antioco. Die kleine Taverne von Ipogeo direkt neben der Basilika verzaubert uns mit der besten Pizza aller Zeiten: Mozarella, Grogonzola, Birne und Nuss hören sich schräg an – aber verursachen einen wirklich schlimmen Speicheldrüsenkrampf…

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