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Blue Lagoon, Dahab

K
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2024
Mo.
21:29
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Die Blue Lagoon liegt knapp 20 km nördlich von Dahab am Golf von Akkaba und ist ein absoluter Weltklasse-Kitespot. Eine Anreise ist nur mit dem Boot über das Meer möglich – oder mit einem Umweg von über 100 km ab Dahab über das Inland. Ein guter Preis für ein Boot ist laut zahlreichen Locals-Aussagen aktuell 3.000 EGP, also ca. 60 €. Aber auch nach mehrstündigen Verhandlungen mit einigen Anbietern war kein einziger bereit, uns zu diesem Preis mitzunehmen. Wir zahlen 4.000 EGP inclusive Transfer. Der Heimtransport bleibt aus.

Für einen Weltklasse-Kitespot sollte man sich auch gute Winde wählen. Wir nehmen den Tag mit der besten Vorhersage. An der Blue Lagoon bläst der Wind trotz Nähe zu hohen Bergen erstens deutlich konstanter als in Dahab. Zweitens ca. fünf Knoten stärker. Drittens am Nordende offshore über wirklich spiegeglattes Flachwasser. Gerade mal vor einer Woche veranstaltete Red Bull hier noch die „Winds of Sinai“ Competition.

Wir springen in ein Zehn-Personen-Boot am Strand vor dem Daniela Dive Resort. Alternativ gibt es auch teurere Boote ab Dahab Zentrum. Der starke Wind bringt heute recht netten Seegang von gut eineinhalb Metern. Unser gerade mal zehnjähriger Captain zelebriert seine Sturm-und-Drang-Phase. Die Wellen brechen hoch über das Boot. Alles wird nass. Die Einschläge in den Wellentälern sind hart. Unsere Kiteboards heben mehrfach beinahe ab.

In die Blue Lagoon können die Boote nur bei Flut fahren. Durch das Labyrinth des Saumriffs fährt unser Captain Baby langsam heran. Dann gibt er Vollgas. Türkisblaues Wasser vor hohen roten Bergen unter Azurhimmel. Jubelschreie im Fahrtwind. Etliche kleine Hütten mit einfachem Essen und Trinken. Auch ultra basic übernachten kann man hier. Der erste Kiter schraubt sich bereits auf knapp zehn Meter. Wir sind die zweite Gruppe heute.

Material parken, einschmieren und aufpumpen. Ab aufs Wasser noch bevor es voll wird. Der Wind ist heute bis zu 28 Knoten stark. Der Einstieg im Norden ist am Ufer mit ein paar scharfen Steinen garniert. Ansonsten ist das gefährlichste an diesem magischen Spot die extreme Dichte von Weltklasse-Fahrern. Die meisten sind super nett und lassen mir auf der Abschussrampe sogar manchmal Vorfahrt. Ein paar wenige sind Universalarschlöcher, die auf keinen Rücksicht nehmen, oft lauthals pöbeln und auch keinerlei Vorfahrtsregeln achten.

Ich erkenne keines ihrer Gesicher. Unter Doppel-Kiteloop-Board-Off-Rotations in über zehn Metern Höhe und gerne mal 80 m Sprungweite im 15-Sekundentakt sind wir heute definitiv die Goldfische in einem Haifischbecken. Ich weiche weiter runter in die südliche Lagune aus. Dort ist es deutlich ruhiger. Für Anfänger ist das Nordende definitiv tabu. Bis zum Nachmittag kiten hier ca. 20 Leute. Auf der Landseite der Blue Lagoon baden ab Mittag viele ägyptische Touristen. Springen geht dann nur noch weiter im Süden oder auf der nördlichen Raketenabschussrampe nach links. Meinen höchsten Sprung mache ich mit 7,8 m mal wieder auf meinem kaputten Bein, obwohl ich fast ausschliesslich nach links springe.

Mit einem Jeep fahren wir am späten Nachmittag bei Ebbe gute fünf Kilometer über eine holprige Piste nach Süden zum Strand von Ras Abu Galum. Unser kleiner Captain wartet hier auf uns und fährt uns zurück vor die Tore Dahabs.

Blue Lagoon Pro:

  • perfektes Flachwasser am Nordende
  • der Wind bläst stärker und konstanter als in Dahab
  • Krasse Tricks von Weltklasse-Fahrern zu bewundern

Blue Lagoon Contra:

  • teure und bei viel Wind harte Anfahrt übers Meer
  • bei unserem Besuch waren ein paar rücksichtslose Vollpfosten draussen
  • Badende auf der Westseite

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