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Way Portal Kiteboard Finnen Test

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2026
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Die Way Portal Kiteboard Finnen wollte ich schon lange mal testen. Ihr Preis ist mit 189,00 € für vier bzw. 119,00 € für zwei ist durchaus heftig. Ob sie die gewünschte Mehrleistung bringen, und das Geld wirklich wert sind erfahrt ihr im Test. Ich kite seit 1999. Fahre ausschliesslich Freestyle 140er Twintip und springe gerne hoch. 100kg, 52 Jahre, am liebsten am 10er Core XR in 25-28 Knoten.

Mein Testgebiet ist die Lagune von Dahab im Sinai mit ihrem recht flachen Wasser. Im Oktober 2025 hatte ich hier an 27 von 30 Tagen stets 18 bis 28 Knoten. Ab mitte März 2026 brachen die heftigsten Regenfälle seit Jahren über Ägypten herein. In Cairo hagelte es. Durch ganz Ägypten tobten gigantische Sandstürme, und heftige Springfluten rauschten manchen Wadi hinab. Auf dem Berg Mose schneite es. Doch kitebarer Wind blies dieses Frühjahr nur an acht von 28 Tagen in Dahab.

Die Konstruktion der Way Portal Kiteboard Finnen:

Auf den ersten Eindruck wirken die Way Portal Kiteboard Finnen extrem dünn, fast schon zerbrechlich. Mit einer Stärke von weniger als 50% herkömmlicher Epoxydharz-Finnen hatte ich wirklich Angst vor harten Bodenkontakten. Gefertigt sind die Finnen aus dem gleichen Material wie Kajak-Paddel, nämlich Grilamid TR90 UV der Schweizer Firma EMS. Es ist zwar deutlich teurer, aber auch flexibler und schlagfester als herkömmliche billig-Kunststoffe wie ABS oder PP. Der Flex soll die Laufruhe des Kiteboards verbessern. Die hohe Schlagfestigkeit führt dazu, das die Finnen bei härteren Kontakten nicht gleich zerbrechen – wie bei vielen härteren Kunststoffen. Allerdings ist Grilamid auch deutlich weniger kratzfest als z.B. Epoxydharz-Finnen.

Herstellung:

Die Way Portal Kiteboard Finnen sind eigentlich zwei in Längsrichtung versetzte Finnen, die in Form einer Röhre miteinander verbunden sind. Das sogenannte Box-Wing Konzept ist den Rennmotorrädern der Moto-GP abgeschaut und sorgt für eine effiziente Ausnützung der Flügelflächen. Durch die verkehrte Verschraubung von unten nach oben können die einzelnen Flügel frei gestaltet werden. Mehr Infos dazu findest Du auf der Hersteller Website. Die innere Finne steht analog klassischen Kiteboard-Finnen 90° senkrecht zum Brett. Die Magie kommt anscheinend vor allem aus der äusseren Finne. Diese ist 12° nach aussen geneigt. Die Way Portal Kiteboard Finnen werden komplett in Österreich entwickelt und gefertigt.

Verpackung:

Ich bin Webdesigner. Gutes Produktdesign finde ich geil. Die Verpackung der Way Portal Kiteboard Finnen ist einfach, ökologisch und wirklich gutes Design. Zudem dient Sie als hervorragendes Tetris Geduldsspiel. Ich habe ernsthaft fast 10 Minuten gebraucht, die Finnen wieder in die Blechschachtel zu stapeln. In meiner etwas stabileren Reisebox noch länger.

Fahrverhalten – Drehfreudigkeit:

Vergleiche ich mein ungechanneltes Splitboard mit einem gechannelten Big Air Board wie dem Naish Monarch, so merke ich durchaus einen Unterschied bei der Drehfreudigkeit. Channels laufen eher auf Schienen. Flache Boards sind drehfreudiger. Ich würde jetzt zwar nicht wie ein paar Tester meines Splits sagen dass es „wie auf Glatteis“ fährt. Aber es gibt einen spürbaren Unterschied. Mit den Way Portal Finnen montiert an meinem Split Kiteboard ist zwar der Geradeauslauf etwas besser, aber gleichzeitig merke ich wirklich keinen Unterschied bei der Drehfreudigkeit wie z.B. schnelles Anluven für eine Transition.

Fahrverhalten – Schwachwind:

In mittlerem Schwachwind (140er Board, 16-18kn) merkt man mit den Way Portal Kiteboard-Finnen eine deutliche Verbesserung beim Höhelaufen. Vor allem bei meinem Channel-freien Split Kiteboard. In extrem schwachen Wind um die 15 Knoten und darunter geht die Wirkung mit weniger angekantetem Kiteboard zunehmend verloren. Im Schwachwind konnte ich keinen Unterschied bei der Laufruhe feststellen.

Springen:

Die Logik sagt: bei angekantetem Board wie vor Absprung oder auch beim angepowerten Cruisen sollte dann ja aufgrund der 12° nach aussen geneigten Finne mehr Grip entstehen. Ist das wirklich so?

Fahrverhalten der Way Portal Kiteboard Finnen in mittelstarken Winden:

In schönen 24 Knoten Sweet-Spot gehe ich ins Flachwasser-Labor der Baby Bay. Bei mittelstarken Winden spüre ich etwas mehr Grip durch die Way Portal Kiteboard Finnen. Knappe neun Meter hatte ich an diesem Spot mit „normalen“ Finnen bei ähnlichen Windbedingungen noch nicht erreicht. Gerade in leicht kabbeligem Wasser scheint der Flex der Finnen die Laufruhe zu verbessern. Schaut man nach hinten auf die Spur der Finnen im Wasser, so fällt die extrem dünne Spur auf.

Fahrverhalten der Way Portal Kiteboard Finnen in Starkwind:

An einem einzigen Tag hatte ich hier gemessene 26 bis 35 Knoten. Mein Ägyptischer Buddy Nessal witzelt „You’re slightly overpowered on the XR 10.“. Ich würde eher sagen „ziemlich ‚King Of The Air‘ überballert“. Dabei bin ich bestenfalls der kleine Prinz. Auch in heftiger Überpower geben die Way Portal Kiteboard Finnen ein gutes Stück mehr Grip. Je choppiger das Wasser ist, desto größer wird der Unterschied bei der gefühlten Laufruhe.

In Stürmen wie heute bleibt kein Platz für Fehler. Jeder kleine endet in einem heftigen Crash. Ich gönne mir einige Druckbetankungen. In meinen zwei Stunden am Wasser bekomme ich selten die Kante gut rein. Nur wenige vorsichtige Sprünge um die fünf Meter lande ich auch. Ich habe ehrlich Respekt vor solchen Stürmen.

Way Portal Kiteboard Finnen Big Air:

Nach einer halben Stunde bekomme ich schlagartig den Tunnelblick. Alles läuft in Zeitlupe. Ich fixiere ein paar Meter Flachwasser zwischen dem Chop. Kante extrem an – und bekomme sie endlich auch gut rein. Eine Böe knallt in den Kite. Ich weiss: dieser Sprung wird hoch. Abflug. Fast zehn Sekunden lang. Surfr gibt mir mit 13,1 m den höchsten Sprung meines Lebens. Hauptursache war sicher der Sturm. Aber die Way Portal Kiteboard Finnen haben auch einen netten Teil dazu beigetragen.

Ich habe fünf Jahre gebraucht, um über meinen alten Rekord von 10,7 m (mit Riffwellen-Rampe und dem guten alten Sprungbein) zu gelangen. Dieser Sprung war im Flachwasser. Sieben bis zehn Meter habe ich immer wieder mal in guten Bedingungen geschafft. Aber niemals mehr.

Krtikpunkte Way Portal Finnen:

Könnte man die Finnen nicht doch aus Epoxydharz fertigen? Sie müssten sicher etwas dicker und damit auch schwerer werden. Aber würden auch von Stein/Korallenkontakten am Grund nicht gleich tiefe Kratzer im Plastik davontragen. Die haben meine Way Portal Kiteboard Finnen jetzt leider, trotz aller Vorsicht.

Way Portal Kiteboard Finnen Test – mein Fazit:

Ist das Plus an Laufruhe und Grip 189,00 € für vier bzw. 119,00 € für zwei Way Portal Finnen wirklich wert? Ich hatte immer nur zwei auf der Backside montiert. Und bin mir recht sicher: Sie haben einen netten Anteil an meinem neuen Rekord. Testet selber. Ich geb eine klare Kaufempfehlung an alle, die lange nicht in größere Höhen über wenigstens sieben Meter kamen. Für Sprung-Anfänger und alles unter fünf Metern lohnt es sicher eher, an der eigenen Sprungtechnik zu arbeiten.

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