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Quo Vadis, Germania?

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2025
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Nie war das Abreisen schwerer. Unser fast vierjähriger kleiner Mensch hat Ecken und Kanten entwickelt, zeigt nun Stärken und Schwächen. Mit allen könnte sie nicht besser sein. So sehr sie mich auch im letzten Jahr immer wieder an meine Limits brachte: ich werde sie während meines Monats im Sinai unendlich vermissen.

Ich reise ab aus einem zerfallenden Land. Nie war die wirtschaftliche Lage angespannter. Nie gab es weniger Zusammenhalt. Als „Deutscher“ hab ich mich nie identifiziert. Doch schon am Bahnhof vermisse ich die zuhause vergessene Heimat: meinen Donautaler, das beste Brot der Welt, mit Butter, Schnittlauch und Fleur du sel.

Der erste Zug zum Flughafen fällt aus. Der zweite kommt verspätet. Dann hat er einen Lok-Defekt. Nach 30 Minuten warten auf eine vergebliche Reparatur steige ich in den letztmöglichen dritten Zug. Deutschland galt mal als zuverlässig und pünktlich. Jetzt hallen nur noch die nie geglaubten Worte der Opas in meinen Ohren nach: „Früher war alles besser!“.

War es das? Wann hat Deutschland seine Stärken aufgegeben und den Zusammenhalt verloren? Wann habe ich selbst meine Heimat vergessen? War es, als ich bemerkte, dass kein einziger in der Kindergartengruppe unserer Kleinen auch nur ansatzweise genug Deutsch spricht, um ihr ein klein wenig das Wasser zu reichen?

Oder als die mitten in der Fussgängerzone kiffenden Migranten-Gangs bei ihren verbalen Pöbel-Schlachten einem Weltreisenden das Gefühl von Sicherheit eines Slums in Brasiliens Recife gaben? Warum zum Teufel fühle ich mich unwohl? Zumindest der, der gerade in den Blumentopf pisst wird mich sicher nicht umgehend tätlich angreifen.

Waren es „die da oben“, welche durch ihr permanentes „links, rechts, vor, zurück“ Planlosigkeit par excellence vermitteln? Oder standen wir schon immer darauf, Lehmhäuser (neuerdings ohne Solaranlagen) im Erdbebengebiet zu bauen? Ich wünsch mir ernsthaft wieder einen König.

Bei den nächsten Wahlen werden Deutschlands Dämme wohl endgültig brechen und die „Brandmauer“ auslöschen. Die „Alternative“ wird regieren. Ich verstehe den Frust der Wähler. Aber trotz allem, was mehr als nur schief läuft: nicht deren Wahl. It’s just a little bit of history repeating. Eine Durchsage ertönt im Zug: „Werte Fahrgäste, aufgrund von Stellwerksstörungen verspätet sich die Ankunft an der Endstation.“. Mein genervtes Grinsen spiegelt sich in der Scheibe vor niederbayerischen Feldern. Quo vadis, Germania?

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