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Roadtrip26: Österreich, Slowenien & Italien

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2026
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Unsere Elternzeit-Reise startet auf kleinen Straßen durch Bayerns Süden nach Salzburg. In Obertauern fordert der kleine Schlumpf mit den letzten Resten des Winters eine Schneeballschlacht. Über den steilen Karawankenpass geht es mautfrei bis zum ersten Stop nahe Villach auf einen kleinen Bauernhof. Die Berliner Wirtin hat ihre Heimat und Berufung gefunden. Ein kleiner Mensche freut sich über Trampolin, Baumhaus, Ziegen, Pferde und ein Bomben Frühstück.

Früh am nächsten Morgen geht es weiter über den Wurzenpass nach Slowenien. Im ersten Weltkrieg starben genau hier mehr Menschen an Hunger und Kälte als an den erbitterten Kämpfen. Heute haben wir schon lange Frieden. Heute schätzt man den Frieden wohl nicht mehr sonderlich hoch ein. Bergauf kämpfen sich ganze Schwadrone von Rennradfahrern in 25°C reichlich Schweiss blutend zur Passhöhe. Bergab hält einer bei 80 km/h lange Zeit durch enge Kurven Kontakt zu unserer hinteren Stoßstange. Anders als seine Vorfahren erreicht er Slowenien jedoch lebendig.

In der türkisen Soca kühlen wir uns kurz ab und ziehen durch blühende Wiesen via Kobarid weiter nach Grado. Die Berge gehen schnell in unendlich flaches Schwemmland über. Der Campingplatz Isola del Paradiso ist nicht günstig – aber liegt wunderschön auf zwei kleinen Privatinseln in der Lagune von Grado. Die Sonne geht in einem gigantischen Feuerwerk hinter dem 200 km entfernten hohen Rosskopf unter. Unterschiedlichste Vögel geben zum Einschlafen eine fast schon pervers laute Synphonie.

Zur Ebbe läuft die Lagune fast komplett leer. Auch bei Flut laufen wir mit unserem Kajak auf einer kleinen Tour rund um die nächste Insel ein paar mal fast auf scharfe Steine auf. Kormorane, Reiher, Stelzenläufer und Möwen begleiten unseren Weg. Die Fischköpfe am nächsten Mittag haben offensichtlich Sinn für Humor. Sie starten ihr Kajaktour direkt vor dem Tiefstand der Ebbe. Auf dem Rückweg über einen Kilometer durch wenigstens 50 cm tiefen weichen Schlick waten war sicher lustig.

Grado ist eine einzige Parkverbotszone zwischen Yachten-Ghettos. Der Kitespot liegt 300 m vor dem Ufer auf einer Sandbank. Nur dort darf man starten – selbst jetzt in der Vorsaison mit wirklich wenig Badenden. Bei Flut liegt die Sandbank unter Wasser. In unseren vier Tagen hier frischt der Wind jedoch nie über 12 Knoten auf. Die Kites bleiben eingepackt. Innsbrucker Kinder gehen mit der Kleinen auf Schatzsuche. Sie singen zur Happy Hour im Bistro, lachen, tanzen, toben und schreien. Das Leben ist gut. In unserer Hängematte sind wir die Könige unserer kleinen Inseln. Beim Abschied kommen erste Reisetränen…

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