Nie war das Abreisen schwerer. Unser fast vierjähriger kleiner Mensch hat Ecken und Kanten entwickelt, zeigt nun Stärken und Schwächen. Mit allen könnte sie nicht besser sein. So sehr sie mich auch im letzten Jahr immer wieder an meine Limits brachte: ich werde sie während meines Monats im Sinai unendlich vermissen.
Ich reise ab aus einem zerfallenden Land. Nie war die wirtschaftliche Lage angespannter. Nie gab es weniger Zusammenhalt. Als „Deutscher“ hab ich mich nie identifiziert. Doch schon am Bahnhof vermisse ich die zuhause vergessene Heimat: meinen Donautaler, das beste Brot der Welt, mit Butter, Schnittlauch und Fleur du sel. (mehr …)
Schafft die festen Schulferien ab!
Was kommt eigentlich nach einem Leben voller Reisen? Kleine Reisen? Heimreisen? Gar nicht reisen? Eine Eiszeit? Oder einfach weiter reisen? Auf einer kleinen Reise zu einem guten alten Kiter-Freund hinter der Schwäbischen Alb bemerke ich, dass ich das gesamte Jahr gerade mal 1:40h Kitesurfen war. Das ist der niedrigste Wert seit einem Viertel Jahrhundert – und deutlich zu wenig für ein gutes Leben sowie eine gesunde Körperspannung.
Doch mein Vater ermahnt zur Übernahme von Verantwortung. Also machen wir vier Tage Familien-Kurzurlaub mit Zelt in Baden-Württemberg statt einer Solo-Flugreise mit den Kites. Die kleine jubiliert mit den drei Kindern unserer Freunde. Wir eruieren in kurzen und trotzdem viel zu langen Nächten gemeinsam mit den Freunden, was an familientauglichen Kiterzielen zur Ferienzeit noch leistbar übrigbleibt. (mehr …)
Dein Kiteurlaub-Planer
Du suchst nach Deinem Traum-Kiteurlaub, individuell auf Deine Wünsche zugeschnitten? Aber willst nicht mehrere Tage mit der Planung verbringen? Ich bin Dein Kiteurlaub-Planer! Mit über 25 Jahren weltweiter Kite-Erfahrung, gut 60.000 auf dem Landweg gereisten Kilometern, über 250 besuchten Kitespots und guten Kontakten in aller Herren Länder biete ich Dir mein umfangreiches Wissen an.
Teile mir die Wünsche zu Deinem perfekten Kite-Urlaub im Formular unten mit. Binnen maximal 48h bekommst Du eine konstenlose Erstinformation, welche Ziele mir für Deine Wünsche als erstes in den Kopf kommen – und ob Dein Budget und gewünschte Termine hierzu passen. (mehr …)
Guns’n’Roses @ Rock for people 2025
Mit Axl Rose hatte ich 33 Jahre lang noch ein Hühnchen zu rupfen. Kurz vor dem Abitur zogen wir im Hochsommer 1992 auf die „Use Your Illusion“ Tour unserer Jugendhelden nach Würzburg. Das Ticket dazu hatte ich schon lange vor dem Gips am Bein.
Wir überlebten Faith No More ganz weit vorne. Dann wären Guns’n’Roses dran gewesen. Wären. Doch Axl Rosette war damals eine echte Diva. So auch in Würzburg. Er liess uns mehr als zwei Stunden bei über 30° in strahlender Sonne warten. Die Mädels kippten in Massen und schon lang vor seinem Erscheinen um. Sanitäter pfiffen „Civil War“ im Akkord. Ordner kühlten uns mit Wasserschläuchen. (mehr …)
Update auf Kitesurf-Reisen
- Alle gut 750 Berichte des Blogs werden in den nächsten Wochen zukzessive komplett auf Englisch übersetzt.
- Navigation geht jetzt auch über Regionen / Länder. Hier findet Ihr ALLE Berichte.
- Die alten Reiseberichte (Reisen) und Kitepots (Kitesurfen) bleiben erhalten, genau wie die Weltreise.
- Jeder Beitrag ist eindeutig gekennzeichnet:
- sind ReiseberichteR
- sind Berichte über Kitesurfen und KitespotsK
- Im Mobilen Menu sind jetzt auch Karten aller Reisen und Kontakt beinhaltet.
Im Warpo Sardo nach Cagliari
Sardische Tempolimits kannst du nicht begreifen. Du kannst sie nur ignorieren. Auf der langen Fahrt zurück in den Süden zum letzten Stop unserer gut zweiwöchigen Reise über 1.850 km wird das mal wieder fast schmerzhaft deutlich.
Sardische Tempolimits sind Dadaismus in seiner reinsten Form: komplett sinnbefreit. Eine höhere Macht hat sie der Legislative aus großer Höhe direkt ins Hirn geschissen. Dazwischen lag ein Gewitterzelle. Die Kacke gefror darin. Durch ihre nunmehr härtere Konsistenz wurden im Hirn der sardischen Legislative beim Einschlag leider irreparable Schäden im Gefahrenzentrum verursacht. (mehr …)
Die Burgherren von Galtelli & gute alte Freunden in La Caletta
Die Erlösung vom Verlust aller 18 Jahre Reisegeschichten kommt erst am nächsten Morgen. Nach einer Nacht fast ohne Schlaf bin ich unendlich groggy. Aber auch voll der Hoffnung, als mein guter Hoster Vautron schreibt, dass sie aus mehreren inkrementiellen Datenbank-Backups meine 750 Reiseberichte wiederherstellen und auch dort vorhandene Datenbankfehler beheben konnten.
Ohne Überprüfung brechen wir ans nächste Ziel der Reise auf. Galtelli liegt im bergigen Hinterland nahe der berühmten Cala Gonone im Osten. Das altehrwürdige Dorf schläft tief und fest. Der Checkin läuft wie so viele andere zuvor komplett online. Unsere Unterkunft für die nächsten Tage ist eine echte Burg, das Castello Malicas. Direkt vor der Burg liegt ein uraltes Felsengrab, drumherum der große grüne Gemeindepark und dahinter der 806 m hohe felsige Monte Tuttavista. (mehr …)
Ich bin dann mal weg…
Spoiler: dieser Reisebericht hat rein gar nichts mit Hape Kerkeling, dem Jakobsweg oder Selbstfindung zu tun. Aber verdammt viel mit Selbstdefinition.
Die bunten mittelalterlichen Häuser von Bosa bezaubern ganz ohne behördliche Verbote von Klosteinfarben. Vermutlich haben sogar blinde Italiener bei der Farbwahl ihrer Häuser einen verlässlicheren guten Geschmack denn Deutsche bei Schuhen im allgmeinen.
Das am Weg liegende Castelsardo hat sich seit meinem letzten Besuch vor ein paar Jahren ganz schön verhipstert. Die Öl-auf-Holz-Werke im „Kunstmuseum“ der Burg kommentiert die Kleine bezaubernd kurz und treffend mit „bäh“. (mehr …)
Sardiniens wilder Westen
Die Reise führt uns weiter über Sardiniens wilden Westen nach Norden. In der Region Iglesias verwandelten über 2.000 Jahre Bergbau-Geschichte die Landschaft in einen Schweizer Käse. Ähnlich dem Ruhrgebiet fängt man gerade erst an, Geschichte in neue Arbeitsplätze zu konvertieren.
Unter rostbraunen Gebirgshängen besichtigen wir die Mine von Nebida. Danach geht es weiter nach Porto Flavia, ein beeindruckendes Stück Bergbaus unter belgischer Führung aus der Spätphase um 1920. Unser Schlumpf trollt sich mit uns begeistert durch tiefe dunkle Stollen. Die Galeria Henri in Buggeru ist leider geschlossen. (mehr …)
Sant’Antioco, Chia & Punta Trettu
Unser beider letzter Besuch auf Sardinien ist viel zu viele Jahre her. Den Norden kennen wir gut. Diesesmal konzentrieren wir uns auf den Süden. Vom Flughafen Cagliari geht’s mit dem Mietwagen gut eine Stunde über 80 km auf die südwestlich vorgelagerte kleine Insel Sant’Antioco. Unsere Unterkunft liegt direkt am höchsten Punkt der schönen Altstadt neben der Basilika. In den umliegenden Lagunen speisen die Flamingos zum Sonnenuntergang.
Auch nach Ostern ist Sardinien alles andere als schon erwacht. Alles ist leer, stressfrei und gemütlich. 25 bis 30° sind deutlich angenehmer als die permanenten 13° an Regen wie bei meinem letzten Besuch zur gleichen Jahrezeit. Du darfst noch an fast jedem spätestens ab Juni gesperrten Strand kiten und wild campen ist noch ein Massensport. (mehr …)
Blue Lagoon, Dahab
Die Blue Lagoon liegt knapp 20 km nördlich von Dahab am Golf von Akkaba und ist ein absoluter Weltklasse-Kitespot. Eine Anreise ist nur mit dem Boot über das Meer möglich – oder mit einem Umweg von über 100 km ab Dahab über das Inland. Ein guter Preis für ein Boot ist laut zahlreichen Locals-Aussagen aktuell 3.000 EGP, also ca. 60 €. Aber auch nach mehrstündigen Verhandlungen mit einigen Anbietern war kein einziger bereit, uns zu diesem Preis mitzunehmen. Wir zahlen 4.000 EGP inclusive Transfer. Der Heimtransport bleibt aus.
Für einen Weltklasse-Kitespot sollte man sich auch gute Winde wählen. Wir nehmen den Tag mit der besten Vorhersage. An der Blue Lagoon bläst der Wind trotz Nähe zu hohen Bergen erstens deutlich konstanter als in Dahab. Zweitens ca. fünf Knoten stärker. Drittens am Nordende offshore über wirklich spiegeglattes Flachwasser. Gerade mal vor einer Woche veranstaltete Red Bull hier noch die „Winds of Sinai“ Competition. (mehr …)
Die Sterne über der Wüste Sinai
Einen der letzten windstillen Tage vor der Abreise nutzen wir für eine Jeep- und Wandertour in der Wüste Sinai. Im Hotel zahlt man für so einen Trip leicht 40 und mehr Euro. Wir haben gebucht über Masha in der Facebook Gruppe Dahab Digital Nomads. Bei fünf Leuten kostet der Ganztagestrip inclusive Abendessen am Feuer unter dem Sternenhimmel in der Wüste Sinai gut 20 Euro. Was Ihr sehen wollt könnt ihr selbst bestimmen.
Los geht es zur heftigsten Mittagshitze. Auf der Müllkippe vor Dahab brennt der Plastikmüll in bestem Mad Max Endzeit-Stil. Überall hier draußen liegt der Plastikmüll herum, für den wir Reisende zu einem großen Teil verantwortlich sind. Wasser im Glas gibt es nirgends zu kaufen. Aktivisten rufen einstweilen zum Beach Cleanup in Dahab auf. Was soll das bringen? Einige Menschen sehen weniger Müll An Hotspots? Und kümmern sich überall noch weniger… (mehr …)
Dahab schon was!
Dahab ist anders als der Rest Ägyptens. Massentourismus ist weit weg. Das wird auch noch einige Zeit so bleiben. Die Anreise ab Deutschland ist mit mindestens 15 Stunden ab Checkin schon eine etwas härtere. Eine große internationale Community digitaler Nomaden lebt hier ein buntes Leben. Das wichtigste für uns jedoch: der Wind ballert sehr zuverlässig über flaches Wasser an auch noch im Oktober netten 30 Grad.
Mit Freunden aus England, Berlin und München verabrede ich mich auf eine gute Zeit. Pegasus Airlines schreibt antike Mythologie um in ein kontemporäres „Bumsbomber nach Bangkok“. Trotz langem Stopover in Istanbul bieten sie noch nicht mal gratis Wasser, geschweige denn irgendein gratis Essen an. Ich hatte lange nach einer günstigen Möglichkeit gesucht hierherzukommen. Doch auch die günstigen und schnellen Flüge nach Hurghada sind nach Einstellung des Fährbetriebs nach Sharm El Sheikh keine Option mehr. (mehr …)
1.400 km Roadtrip durch Kreta
Wir reisen zwei Wochen mit der Kleinen durch ganz Kreta. Dem Sturm an der Westküste ausweichend landen wir zuerst in Platanias. Fast alles ist vor dem griechisch-orthodoxen Ostern noch geschlossen.
Das Meer kocht mit 13°C Wasser an 17°C Luft in grossen Wellen. Unser kleines Apartment liegt direkt dahinter. Doch der Wind luscht etwas zu sehr dafür, um mich ohne Neo in eine frostige zweite Kite-Session zu schleudern. (mehr …)
Micro Magic Glückseeligkite @ Elafonisi
Elafonisi beschreibt schon unser 20 Jahre alter Reiseführer als das „verlorene Paradies“. Auf unsere Liste bringt es Elafonisi nur, weil es ein paar wenige Hinweise darauf gibt, dass man in der türkisblauen Paradies-Lagune wohl ab und an auch kiten könnte. Generell sind die Infos zum Kitesurfen auf Kreta im Internet mehr als spärlich. Aber es gibt Spots, an denen man kiten darf. Finden kann man die nur mit Locals-Hilfe.
Die Forecast für Elafonisi ist einen Tag ganz gut. Von Guaves bis an die Südwest-Ecke von Kreta ist man nette dreieinhalb Stunden unterwegs. Die oft einspurige Straße führt zunächst über einen kurvigen Pass bis hoch über einen spektakulären Canyon. Dutzende Stände verkaufen Bio Honig, Oliven und Raki. Danach führt die Sraße fast genauso steil nach unten durch ein idyllisches Tal ans Meer. (mehr …)
Walross-wälzen im wilden Ost-Kreta
Kreta ist meine achte und mit Abstand größte aller besuchten griechischen Inseln. Die Familie reist mit einem Stopover im Wiener Schmäh an. Eine schier endlose Konkurrenz an Vermietern knüppelt die Mietwagenpreise selbst zu Ostern unter den Preis von Rollern in Entwicklungsländern.
Unser gebuchtes einfaches Hotel leidet unter Bauverzögerung. Wir werden umgebucht auf das 5 Sterne All Inclusive Guaves Waterpark Resort. Die kleine geniesst gigantische Kinderpools und Papa unlimitiertes Pita Gyros an einigen Cocktails. (mehr …)
Ein Monat Barfuss: Good Night, Vietnam!
Kaum bin ich aus Da Lat zurück in My Hoa, da kehren auch die starken Winde zurück. In meinen letzten zehn Tagen hier ballert es fast permanent mit 20 bis 43 Knoten Spitze über das Flachwasser. Eine vermutlich zu eng um die mittlere Strut gebundene GoPro Mount bringt selbige im Sprung zum explodieren. Wegen den Tet Feiertagen dauert die Reparatur fünf Tage. Auch nach dem zweiten Versuch verliert die mittlere Strut weiter Luft. Meine Flügel sind platt und Rekorde vorbei.
Die aus dem Kite gefallenen GoPro finde ich am Morgen bei Ebbe nach langem Lagunen-Latschen wieder. Ich leihe die teure Insta 360 X3 einer Chinesin aus und gehe mit einer guten Harness Mount aufs Wasser. Im Flachwasser vor dem Phan Rang Kite Center crashe ich nach einem Mini Hüpfer. Die zweite Harness geht auf und reisst die Insta etliche Meter über scharfe Korallenstücke am Meeresgrund. Der Totalschaden bringt den teuersten 20 Sekunden-Clip in 25 Jahren Kitesurf-Reisen. Die Korallen beißen mich ein letztes Mal ins Knie.
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Kommunistisch Biken: Nha Trang & Da Lat
Der Wind in My Hoa geht erstmals seit vielen Wochen runter. Runter, das bedeutet hier „nur“ 18 Knoten. Ich geh etwas mild cruisen mit dem 12er raus. Freund Tom kommt rüber aus Thailand. Wir quartieren uns ins sehr schöne Luxus-Resort My Hoa Kiting Town ein. In der „Flaute“ mieten wir 150cc Roller und brechen über die kurvige Küstenstraße nach Nha Trang zu Cầu Nước Ngọt Wasserfall auf. Kaltes klares Wasser kühlt uns gut runter.
Zwei Tage später brechen wir auf unsere große Tour auf. Der insgesamt gut 600 km weite Weg führt uns zuerst zweieinhalb Stunden in die Halbmillionenstadt Nha Trang mit seinen weissen Hochhäusern. Die Straßen sind über weite Strecken grausam voll. Toms Bike macht schlapp. Bergauf bin ich kurz davor ihn mit dem Fuss anzuschieben. Tom tauscht den Roller zweimal um, dann spurten wir uns in die thermischen Quellen vom I-Resort. Künstliche Wasserfälle, steile Rutschen und heiße Becken sind auch bei knapp 30 Grad überraschend entspannend. (mehr …)
Kitespot My Hoa Lagoon, Phan Rang
Die mehr als zweitätige Anreise nach Phan Rang war hart. Meine erste Unterkunft ist Vietnam Surf Camping ganz im Süden der Lagune. Die kleine Yurte am Strand ist einfach aber günstig. Am ersten Tag baue ich erst mal nur das Split zusammen und lasse von der Phi Kite School eine gerissene Bindung reparieren. Der Wind ballert mit bis zu 32 Knoten über den ca. 1500 mal 300m breiten Stehbereich. Von den fünf Kiteschulen aus sind bis zu 100 Fahrer am Wasser. Eng wird es selten.
Dass die Lagune von My Hoa / Phang Rang ab und an trocken liegt wusste ich. Morgens oder Nachmittags kiten: ich bin da flexibel. Aber es gibt hier meistens nur eine Flut am Tag. Das wusste ich nicht. Bei Ebbe ist das Wasser entweder auf den ersten 300m komplett weg oder viel zu niedrig für halbwegs sicheres Starkwind-Kiten. Sand und überall recht scharfe Felsen / Korallen wechseln sich engräumig ab. Eine größere sichere Landezone nur mit Sand gibt es nicht. (mehr …)
On The Road Again: Saigon
Nie zuvor bin ich so erschöpft auf eine Reise aufgebrochen. Corona brachte erst viel Arbeit. Die Wiederöffnung danach den heftigsten Gewinneinbruch aller Zeiten. Zum ersten Mal in einem Viertel Jahrhundert habe ich eine Festanstellung als Webdesigner gesucht. Dann kommen auf einmal wieder viele große Aufträge. Was bleibt ist der größte Tidenunterschied aller Zeiten – und allumfassende Müdigkeit.
Beim Abschied am Flughafen sind die letzten Worte der Kleinen „Papa warme Hände“. Das ist das liebste Kompliment, das sie einem Webdesigner mit eigentlich chronisch kalten Händen machen kann. Ich werde sie sehr vermissen. Doch es ist höchste Zeit für mehr Schlaf, heftigen Workout und massig Big Airs an einem der windigsten Spots ganz Asiens. Keine anstregenden Expeditionen. Um es vorwegzunehmen: der Plan schlägt direkt nach Ankunft in Saigon fehl. (mehr …)
Golf de Roses
Kaum da sind wir schon wieder weg. Ein Monat wie ein Tag. Zum Sonnenuntergang brechen wir in Tarifa auf. Auf leeren Straßen geht es über Malaga ins Hinterland. Ein Abi-Ball tobt hinter einer einsamen Tankstelle im Nirgendwo. Im Cafe nebenan wird auf Nobel-Hussen über Plastikstühlen geheiratet.
Die Lichter Granadas ziehen im Dunkeln vorüber. Hinauf in die Wüste und immer dem Mittelstreifen durch die Nacht folgen. Lost Highway. Ab Mitternacht verpufft der Kaffee. Nach drei Uhr wechseln wir stündlich. Sturmböen zum Sonnenaufgang im Ebro Delta. Barcelona am Morgen. (mehr …)
Ein Monat in Tarifa
Auf Tarifas Flagge stehen 360 Windtage im Jahr geschrieben. Ich kenne nach vielen Jahren der Besuche alle Winde der südlichsten Stadt Europas. Dachte ich. Unser April hier beginnt mit zwei Wochen fast nonstop Levante Sturm von 22 bis 52 Knoten. Reichlich erschöpft von der 2.800 km weiten Anreise ziehe ich nicht weiter an bekannte Ausweichspots mit weniger Wind.
Ich suche Arbeit. Analysiere dutzende Homepages von Kiteschulen. Berate ausführlich zu im Sturm pfeifenden Fensterschlitzen. Dann ist der Wind weg. Die Vorhersage verspricht nach ein paar Flauten-Tagen einen weiteren nonstop Levante Sturm für unseren gesamten Aufenthalt bis Ende April. Ich vergesse die Bayerische Kiter Regel Nummer eins: „Wenn der Wind bläst, dann nutze ihn!“. (mehr …)
Caños de Meca
Der Levante in Tarifa ballert heute mal wieder mit bockigen 20 bis 45 Knoten. Auf 12 km Strand ist wirklich keine einziger Kiter draußen. Sogar die Big Air Pro Rider im Balneario machen heute Pause. Wir fahren nach Getares, dem nächsten kitebaren Strand Richtung Algeciras. Gerade mal 16 km Luftlinie von Tarifa entfernt finden wir uns windtechnisch mal wieder auf einem anderen Planeten ein. In knappen 12 Knoten dümpelt ein leichte Kiter an seinem 13er durch kleine Wellen.
Wir fahren zurück nach Tarifa und checken den Wind am Valdevaqueros. Eigentlich fühlt er sich gar nicht so bockig und stark an. Aber genau das ist typisch. Der böse Wind kommt vor allem am ersten Levante Tag gar nicht bis ganz runter zum Strand. Er bockt erst einige Meter weiter oben – und dort extrem. Selbst Liam Whaley rät uns heute weiterzuziehen. (mehr …)
Levante Nemesis @ Tarifa
Ich bereise seit 24 Jahre mit meinen Kites die Welt. Der Wind ist mein Leben. Unter meinen über 200 besuchten Kitespots in sicher 50 Länder befinden sich einige der bockigsten Starkwindgebiete der Welt: Bayerische Seen vor einer dicken Westfront. Kalpitiya, Sri Lanka. Kapstadt. Die Cuesta del Viento hoch in den Argentinischen Anden. Die Philippinen. Bahia Salinas in Costa Rica. Fiji. Oder River Gorge, Oregon USA.
Ich hatte an all diesen Orten immer wieder mal ein paar Tage zuviel Wind für den kleinsten Kite. 50 Knoten erkennt meine Nase laut Windmesser ziemlich genau. Was wir diesen April einen Monat lang in Tarifa an Levante-Stürmen erleben bläst einfach jedem Fass den Boden aus. Bis zum Ende des Monats werden es wohl > 50% Levante mit 22 bis 52 Knoten Spitze. (mehr …)
2.800 km Roadtrip mit Baby
Mein Leben ist das Reisen. Wenn ich nur noch eine Sache im Leben machen dürfte, dann wäre es reisen. Ich hatte riesige Angst, dass mit Baby der wichtigste Teil meines Lebens vorbei wäre. Ebenso hatte ich Angst, dass unser Versuch mein Leben und das Baby zu vereinen schiefgehen könnte. Mein Vater hielt unseren Plan schlichtweg für verrückt.
Unser Plan? Für einen Monat mit dem Auto nach Tarifa in Spanien fahren. Ab Regensburg sind das inklusive Zwischenstopps nette 2.800 Kilometer. Befreundete Eltern meinten mit Baby wären am Tag maximal vier Stunden Fahrt machbar. Wir haben rein gar nichts vorweg gebucht und richteten uns voll danach wie es dem Baby ging. Am Ende bleiben zwei Erkenntnisse: Unser Baby ist das stressfreieste und liebste Kind der Welt. Aber trotzdem ist das Reisen mit Baby unendlich anstrengend. (mehr …)

















































Frank Woelky, Jahrgang ’73. Kitesurfer seit 1998. Seit 2006 bringe ich Kitesurfen und Webdesign auf mehrmonatigen Reisen abseits ausgetretener Pfade unter einen Hut.