Der größte unabhängige deutsche Kitereisen-Blog - 285 Kitepots - 728 Reiseberichte.

Liebe Continentale Lebensversicherung,

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#388
0311
2011
Do
14:27
Tag
1609
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Wir waren jetzt 10 Jahre zusammen. In dieser Zeit habe ich mich mit monatlichen Beiträgen von 35,79 € um fürsorglichst Dein Wohlergehen bemüht. Binnen 10 Jahren kamen über 4700 € zusammen. Am Ende waren noch 3600 € übrig. Ich bin enttäuscht. Ich dachte, unsere Beziehung würde ewig halten, und wir wären beide gut füreinander. Aber das war leider ein Trugschluss. Du hast immer nur genommen, ich gegeben.

Klar, keiner weiss, wohin die Kurse an den Börsen gehen. Jeder kann sich mal verspekulieren. Ich hab mich ja selber auch verspekuliert. Aber satte 25% Prozent auf eine Frist von 10 Jahren mit einigen Tiefs und vielen langen Hochs zu verbrennen ist eindeutig eine reife Leistung, für die ich Dir meinen Respekt zolle. (mehr …)

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Die Philippinen Kite Odyssee

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#387
0211
2011
Mi
15:32
Tag
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Das war ein hartes Jahr. Viel Arbeit, viel rauf und runter, viel passiert. Die Bäume haben die Blätter verloren, der Nebel zieht durch Regensburg und meine Webdesigner-Hände sind chronische Lutschfinger-Eiswürfel. Der letzte Monat war ein Arbeits-Marathon mit einem guten Dutzend abgeschlossenen neuen Websites und genausoviel Stunden Arbeit täglich. Zeit zu reisen.

Ich war dieses Jahr viel unterwegs. Fuerteventura,  Ägypten, Marokko, Dänemark und Rhodos. Aber das war alles kein echtes Reisen. Der Unterschied zwischen Reisen und Urlaub lässt sich vor allem an einer Sache festmachen: Dem Gefühl, an einem Ort wirklich zu sein, sprich: die Länge der Reise. Den Trip selber basteln und auch Tiefdruckgebiete als Teil des Weges annehmen. (mehr …)

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Kitespots Wismar

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#386
2708
2011
Sa
10:05
Tag
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Wismar ist nicht berühmt als guter Kitespot, hat aber einiges zu bieten: erstens wenigstens ein halbes Dutzend gute Kitespots im Umkreis von 40 km. Zweitens eine schöne Altstadt mit viel Geschichte und dank seiner kleinen Hochschule auch etwas Nachtleben abseits vom Musikantenstadel. Drittens gutes Essen und eine große Auswahl an günstigen Unterkünften ab 15 € pro Nacht – in Tourist Info am Hauptplatz nachfragen.

Die Kitespots rund um Wismar habe alle gemeinsam, dass das Meer sehr flach abfällt. Teilweise sollte man auch 300 m weit draußen jeden Sprung stehen – Bruchlandungen bei 20 cm Wassertiefe sind nicht lustig. An manchen Kitespots nehmen die Gemeinden unverschämte Gebühren für Parken und Strandbenutzung – aber es gibt genug kostenlose freie Kitespots. (mehr …)

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Es gibt viel zu tun

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#384
2108
2011
So
10:08
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Die Todesangst endet so schnell wie sie kam. Am Freitag erhalte ich bei der letzten Untersuchung in der Ambulanz des Krankenhauses die Nachricht, dass mein Hodenkrebs ein reines Seminom Typ 1 war, d.h. geringste Metastasenwahrscheinlichkeit. In den nächsten fünf Jahren muss ich alle drei Monate zur Nachkontrolle mit CT und Röntgen plus Blutwerte. Danach gelte ich als geheilt.

In der Ambulanz empfängt mich Dr. Achmed- oder besser Ach! Med! – schon eine Stunde nach Termin. Er spricht so gut deutsch, dass er fast alle meine Fragen versteht. Manche ist er sogar gewillt zu beantworten, auf andere (Kann ich mit Ernährung was tun?) lächelt er nur gelangweilt. Ich bin alles andere als rechts. Aber wenn’s um mein Leben geht, erwarte ich arroganterweise wirklich perfekte Beratung – in meiner Muttersprache. (mehr …)

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Hoffnung

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#383
1308
2011
Sa
12:44
Tag
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Die Visite am Morgen ist ähnlich herzerweichend menschlich und grundlegend aufklärend wie die am Vortag. Zumindest schafft der Oberarzt schon mal ein paar zusammenhängende Sätze und hält mir dann zwei Bögen wegen Risiken beim CT zur Unterschrift hin. Lesen lassen hält er für überflüssig. Nach zwei Litern Kontrastmittel schau ich in die Röhre. Ich habe wieder höllisch Angst. Das Ding zerlegt mich in Scheiben, das erste mal in meinem Leben. Es wird alles sehen.

Caro kommt später vorbei und sagt, dass bei der Mittagsbesprechnung mein CT nicht vorlag. Vielleicht weil’s so viel zu befunden gibt? Lange kommt kein Arzt, lange schwimme ich. Das CT-Ergebnis ist die wichtigste Prognose für mein Leben. Uli kommt. Dann endlich nach vielen Stunden: der Oberarzt. (mehr …)

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Operation „Klöten flöten“

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#382
1108
2011
Do
23:52
Tag
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Ich schlafe überraschend gut in der Maschine. Meine OP ist die erste heute, die Fahrt dorthin ein Shoot-Em-Up Game von 1985, Zaxxon in weiss-gelb. Die Landschaft des fremden Planeten bewegt sich nicht von oben nach unten sondern andersrum. Ich erwarte die Angriffswellen der Aliens, aber das OP-Bett wird nicht angegriffen.

Der Narkosearzt ist ein Meister der falschen Fragen. Wie geht es Ihnen? Kein Kommentar. Was wird bei Ihnen heute gemacht? Der rechte Hoden entfernt. Warum nicht beim Chefarzt? Weil meine private Krankenkasse anscheinend die Leistungen stark gekürzt und gleichzeitig die Gebühren binnen fünf Jahren um 40% erhöht hat. Kann ich nicht wechseln? Sicher, mit Krebs nimmt dich jede Private zu besonders günstigen Konditionen. (mehr …)

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Warten in der Maschine

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#381
1008
2011
Mi
23:49
Tag
1524
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Am nächsten Morgen gehe ich in die Maschine. Die Sonne erhebt sich. Ich halte ihr mein Gesicht auf dem Weg nach Osten entgegen. Ich bin ruhig. Meine Aufgabe ist: gehen. Am Empfang bin ich eine halbe Stunde zu früh. Andere Patienten sitzen auch schon da. Die mit dem schweren Weg haben Begleiter. Ich bin froh, alleine hier zu sein.

Nur 48 Stunden nach der ersten Diagnose und satten 15 Minuten Gespräch mit Ärzten hatte ich reichlich Zeit, mich über verschiedenste Quellen selber zu beunruhigen. Ich bin sehr dankbar, als auf einmal eine alte Freundin vor mir steht. Früher war sie Schreinerin, jetzt ist sie Ärztin im PJ. Vielleicht kann sie mir mal ’ne neue Klöte schnitzen. Sie ist der erste Arzt, der mich beruhigt. Die anderen bisher waren emotional drei Grad unter Cyborg. (mehr …)

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Volle Kanne

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#380
0908
2011
Di
23:47
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Ich schlafe kaum. Uli geht um sechs Uhr in den Frühdienst. Ab da kann ich nicht mehr schlafen. In der Nacht hat sie mich immer wieder umarmt. Ohne das wäre ich gar nicht eingeschlafen. Wie sollte man sowas allein durchstehen können? Ich stehe auf und schau in einen grauen Morgen. Wenigstens verjagt das Licht die Angst.

Organisation zu einer Zeit, zu der ich seit Jahren nicht gearbeitet habe: Steuerberater bescheid geben. Nächste Vorannmeldung könnte länger dauern. Ein Kunde hat Probleme mit angeblich zu schlechter Bildqualität in seinem Online-Shop. Ja, der hat echt Probleme. Ein paar Faxe ans Finanzamt, lange bevor es öffnet. Dann die volle Kanne: Einlesen in den blauen Ratgeber Hodenkrebs. Wenig später verfluche ich die dank www überall verfügbare Information. (mehr …)

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Aus heiterem Himmel

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#379
0808
2011
Mo
23:46
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Wenn’s wohl irgendeine für jegliche Tumordiagnose treffende Beschreibung gibt, dann wohl die eine: „Aus heiterem Himmel.“ Insofern ist meine Diagnose „Hodentumor“ heute nichts ungewöhnliches. Erst dreht sich alles ein bisschen, wenn du von der Liege im abgedunkelten Ultraschallraum aufstehst. Du gehst rüber ins Arztzimmer. Der macht dir sofort einen Termin beim Urologen, schaut etwas betroffen und gibt dir dann noch eine paar erste Infos.

Ich hab Glück. Judith ist rein zufällig beim gleichen Arzt heute. Eben hatten wir noch über eine SMS von gestern Nacht gelacht. Ich zieh sie aus dem Wartezimmer. „Rauchen geht in Ordnung“ hatte der Arzt gesagt, also stecken wir uns zwei Kippen an. Ich schau nach oben. Sturmwolken zerreissen einen blauen Horizont. (mehr …)

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Danke, Pflegenotstand!

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#378
2207
2011
Fr
3:43
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1505
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Mich kotzt der Pflegenotstand in Deutschland langsam mächtig an. Bis vor wenigen Monaten war er mir ziemlich egal. Aber jetzt hab ich eine Krankenschwester zur Freundin. Dummerweise auch noch eine, die deswegen eine wurde, weil sie sich wirklich sorgt. Die Auswirkungen werden allmählich ziemlich drastisch, sogar für mich als liebend gerne nachts arbeitenden Webdesigner.

Der Pflegenotstand in Deutschland kam nicht überraschend. Er ist mehr sowas wie ein 200-Meter Tsunami in Zeitlupe. Alle mutieren auf einmal zu surfenden Erdmännchen, stehen staunend an der Küste und wachsen ihre verstaubten Surfboards. Als hätten sie noch nie ’ne Welle gesehen. Als könnte man gerade diese sicher noch stilistisch korrekt abreiten. 200 Meter links neben dem nächsten AKW. (mehr …)

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Lindos, nachts / Hellas, quo vadis?

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#377
0606
2011
Mo
15:26
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Schon bei meinem ersten Besuch in Lindos sind mir die unzählbaren Kneipen in alten Kapitänshäusern aufgefallen. Aber wir hatten keine Zeit für eine Nachtschicht. Diesesmal haben wir keine Zeit für Sehenswürdigkeiten, wir sind hier nur für’s Nachtleben hergekommen. Check-In im Hotel, runter in die Altstadt und rein in die Nacht!

Wie fing die Krise in Griechenland eigentlich an? Noch nicht mal die Griechen konnten mir das erklären. Bestechnung, Überbürokratisierung und ein gutes Maß an Verschwendungssucht waren sicher mit dabei. Aber wie zum Teufel kann man in derart kurzer Zeit ein ganzes Land so dermaßen heftig gegen die Wand fahren? (mehr …)

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Kitesurfing Rhodos: Fanes & Prasonisi

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#376
0406
2011
Sa
22:57
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Kitesurfing auf Rhodos wird eigentlich erst im Juli richtig gut. Bei uns war’s dieses Jahr schon Anfang Juni der absolute Hammer. Ich war an vier von sieben Tagen draussen. Möglich wären noch zwei mehr gewesen, wär mir da nicht eine blöde Grippe zwecks ständigem Wechsel zwischen Kitesurfing und Klimaanlage im Auto dazwischengekommen.

Am ersten Tag begrüßt mich der Wind mit gemütlichen zehn Knoten in Fanes. Zum Glück ist der 19er dabei, das reicht. Fanes ist ein guter Kitesurfing Spot auf Rhodos: nicht weit weg von Rhodos Stadt, meist recht leer (maximal 20 Kitesurfer), und das hervorragende kleine Hotel Delfini direkt am Strand. (mehr …)

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Salam Marokko!

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#375
2305
2011
Mo
21:42
Tag
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Marokko hat sich seit meinem letzten Besuch vor 15 Jahren um einiges geändert. Es ist jetzt noch jünger. An manchen Orten und zu bestimmten Zeiten hört man Bollywood-Techno genauso laut wie das „Allah u akbar“ von den Spitzen der Minarette. Welten verschmelzen. Das letzte Mal waren noch alle Frauen verschleiert. Jetzt nicht mehr, vor allem die jungen sind zum Teil schon fast aufgebretzelt wie Kölner Türkinnen Samstag Nacht.

Hammelkeulen hängen in der Sonne. Tausend Gewürzsäcke leuchten am Straßenrand. Hausfrauen handeln den besten Preis für Nana-Minze aus. Bettler sitzen vor dem Eingang der Moschee. Essaouira ist wie eine Zeitmaschine. Unglaublich alt, neu, stinkend und duftend, eng und weitläufig. Mittelalter-Marktplatz im hier und jetzt. (mehr …)

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Endlich! Kitesurfen in Essaouira

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#374
2105
2011
Sa
1:07
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Nach neun Tagen Warten kommt endlich der Wind in Essaouira an. Noch nie hab ich irgendwo solange auf Wind gewartet. Er kommt mächtig. Morgens noch gemütliche 12, Nachmittags mit 15 bis 24 Knoten, Böen gut drüber. Alles was ich gelesen hat simmt: Der Wind ist ordentlich bockig. Nicht so schlimm wie bayerische Seen, aber recht ungemütlich.

Die Dromedare stehen am Strand. Ab und zu knallt der Kite eines Schülers zwischen sie rein. Schulung sollte hier eigentlich verboten sein. Recht heftige Wellen, heute nur ein Meter, aber davon viele. Der Wind schwankt im fünf-Sekunden Takt leicht um 400%. Bei solchen Bedingungen sorgen Kiteschulen nur für bleibende Erlebnisse der dritten Art. Sobald der Bodydrag mehrheitlich in der Luft stattfindet gibt er wenig Sicherheit. (mehr …)

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Gorges du Dadès

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#373
1705
2011
Di
23:37
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Harter Tag, wieder eine weite Strecke. Erster Stopp: Agdz. Eine große Gruppe junger Marokkaner demonstriert lautstark gegen die Lebensmittelverteuerung. Nachdem die armen Amis keine Lust mehr haben, in Edelmetalle, Gold und Uran zu spekulieren, versauen sie jetzt auch noch den ärmsten der Armen das Leben mit ihrer Gier. Ich hoffe, es wird eines Tages zurückschlagen.

Auf dem Weg nach Ouarzazate gibt es einen Wasserfall. Das Schild zu den Cacades de Tizguin finde ich schnell, die Piste ist grober Schotter durch vulkanischen Fels. Dann geht es durch große Löcher und gröberen Schotter. Einige tiefe Überspülungen, mit 30% abfallende enge Serpentinen in ein enges Tal. Unten bin ich zum ersten Mal seit langem soweit, mir einzugestehen, daß das vielleicht zu viel war. (mehr …)

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Sandsturm in der Sahara

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#372
1605
2011
Mo
22:36
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Motorhead spielen nicht direkt nach Marianne und Michael. Genauso wenig geht das letzte Grün vor der Sahara direkt in reine Sanddünen über. Nach dem Grün kommt die Steinwüste. In ihr verteilen sich erste Inseln aus Sand. Die letzten Flüsse laufen im Nichts aus. Noch zwei Bergrücken, dann sehe ich in der Ferne nur noch flimmernde Sanddünen. 52 Tage bis Timbuktu.

Auch das davor gehört für die Touareg schon zur Sahara. Große Kasbahs verkunden alte Karawanengeschichte. Die Temperatur steigt auf knappe 40 Grad. Das ist recht wenig, erklärt mir eine Teerunde im Schatten einer Kasbah. Schon bald wird es hier bis zu 55 Grad heiss. Alle halbe Stunde kommt ein Auto vorbei, fast nur Jeeps, kaum Touristen. (mehr …)

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Der Touareg

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#371
1505
2011
So
20:18
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Fünf Tage Dauerflaute sind mehr als ein Kitesurfer ertragen muss. Ich miete ein Auto und breche noch vor Morgengrauen auf. Die Straße nach Marrakech führt von diesigem Mad Max über Toskana ohne Zypressen in die grüne Kornkammer vor dem hohen Atlas. Wegen des Bombenanschlages in Marrakech sind die Polizeikontrollen dezeit ähnlich dicht wie im goldenen Dreieck – nur die Bewaffnung ist etwas dezenter.

Nach nur einer Stunde Fahrt erlegt mich ein Polizist mit der Laserpistole. 20km/h zu schnell. Mein deutscher Führerschein rettet mich wie schon in den USA vor Strafe. Wir haben anscheinend weltweit Narrenfreiheit wenn’s ums rasen geht. Wenig später folgt mir die Polizei mit Blaulicht, und diesmal wird mein Magen unruhig. Sie überholen. Umsonst. (mehr …)

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Eine Woche Flaute

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#370
1305
2011
Fr
21:21
Tag
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Für Kiter ist nichts schlimmer als Flaute. Alle werden miesmutig, manche kriegen Krätze. Eine zu bemitleidende radikale Splittergruppe schlägt Wellenreitern die Schädel ein. Ich bastel Pläne, in die Sahara zu fahren. 750km oneway, Autos gibt’s grad nur von lokalen Vermietern und teuer. Nach einer abgebrochenen Kofferraumklappe bei meinem letzten Aufenthalt vor 15 Jahren ist mein Vertrauen allerdings etwas angekratzt.

Ich fühl mich wie in einem Buch von Garcia Marquez. Welches genau hab ich vergessen. Es ist heiss und schwül. Bei den allabendlichen Gelagen in der Piratenhöhle beschlagen meine Brillengläser, wenn’s draußen regnet. Mein sechser-Hamsterkäfig wurde umgebaut zur Käfighaltung, bin jetzt alleine drin. Ich warte arbeitend auf den hoffentlich in sechs Tagen ankommenden Höllenwind. (mehr …)

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Essaouira

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#369
1105
2011
Mi
21:57
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Essaouira ist ein alter Portugiesischer Handelsstützpunkt. Wolken drücken die Schwüle nach unten, verstärkt durch die komplette Abwesenheit von Wind. Wer sagt, die wichtigste Ingredienz von 1001 Nacht seien Helden, ist ein Bulimiker. Das einzig wichtige sind Gestank und Himmelsdüfte. Am Morgen wache ich in einem fensterlosen 12m² Sechsbettzimmer auf. Bei der Rückkehr vom Bad erblasse ich vor Neid: So werde ich niemals alleine stinken können.

Die Dachterrasse im vierten Stock gibt den Blick frei auf hunderte Innenhofhäuser. Aussen und vor allem oben recht kaputt, aber innen weiss getüncht. Katzen liegen auf Müllhaufen. Die Medina ist ein unglaubliches Labyrinth. An 202 gezählten Ecken finde ich zwei rechte Winkel. Offener Gulli, tödlicher Gestank. Am nächsten Eck Nana-Minze, dann Fischmarkt und Gewürzberge. (mehr …)

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Reisen und Rauchen

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#368
1005
2011
Di
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Es gibt Dinge, die gehen einfach gar nicht zusammen: George Bush und Intelligenztests. Dieter Bohlen und Groove. Helden in Strumpfhosen. Meer und Flaute. Andere sind absolute Dreamteams: Pommes und Ketchup, Weisswein und Wasser, Ray Liotta und kaputte Mafiacharaktere oder Reisen und Rauchen.

Auf Reisen rauche ich immer viel. Pflege einer uralten Tradition. Damals, in der Eurasischen Steppe: Ein Zweibeiner wittert Rauch. Rauch sagte schon damals: „Geh auf Reisen, oder deine Klöten brennen gleich!“ Also noch schnell das Startgewicht verringern und auf zu neuen Zielen. Ich steh auf dem Aussichtsdeck des Flughafen Nürnberg. Der Rauch zieht den Jets hinterher. (mehr …)

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Kitesurfen in Ägypten

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#367
1303
2011
So
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Die Vorhersagen zum Kitesurfen in Ägypten waren eine ganze Woche schlecht. Wir hofften auf zwei gute Tage in Hurghada. Gut, das heisst wenigstens Zwölf Knoten Wind. Es kam anders. Ganz anders. Nach einem Tag Ent-Jetlaggen ist die Vorhersage für den nächsten Tag gut. Um sieben Uhr morgens stehen wir als die ersten am dicht bebauten Strand des Grand Hotels in Hurghada.

300 fest montierte Sonnenschirme im Meterabstand. Ein breiter Schwimmbereich, 20m Platz zum Kitesurfen. Direkt im Lee ein Steg und Restaurant. Draussen auf dem Wasser massig verankerte Boote, Bojen und bockiger Wind. Tobi verschläft, also gehe ich als erster raus. Nicht fein. Wäre Viktoria Regensburg Kitesurferin, würde sie diese Slalomstrecke lieben. (mehr …)

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Revolution in Ägypten

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#366
1003
2011
Do
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In Ägypten herrscht seit Beginn der Revolution Ausverkauf. Auch nach anscheinend erfolgreich verlaufenem Ausgang ist kein Ende in Sicht. Eine Woche 5 Sterne Hotel gibt’s mit Flug für 260 Euro. Ich frag mich was besser ist: Wegbleiben und den Leichenschmaus nobel auslassen oder hinfliegen und wenigstens den verbliebenen 20% der Ägypter die Arbeit sichern.

Wir brauchen Sonne. Wir brauchen Wind. Wir entscheiden uns für letzteres. Ab Linz und Wien brechen wir spät Nachts auf nach Ägypten. Wir gehen ungecheckt durch die Passkontrolle am Flughafen. Es gibt einen Recall, aber einfach sitzenbleiben bemerkt auch keiner. Hurghada schaut in der Nacht von oben aus wie ein Weihnachtsbaum. Aber das täuscht. Ich war schon vor fünf Jahren hier. (mehr …)

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Ferienwohnung im Cilento

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#365
0701
2011
Fr
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Auf der Suche nach einem neuen Urlaubsziel in Italien sind wir im Internet auf das Gebiet Cilento gestoßen. Seit Jahren sind wir in ganz Italien unterwegs – der Cilento war uns zunächst aber unbekannt. Die Bilder, die wir von der Region entdeckten, versprachen eine traumhafte Landschaft.

Laut den Informationen soll man im Cilento, der etwa 100 Kilometer südlich von Neapel beginnt, Strand-, Kultur- und Wanderurlaub verbinden können. Im Netz haben wir eine tolle Ferienwohnung in Marina di Camerota direkt am Strand gebucht. Die Anreise in den Cilento konnten wir von München aus mit dem Auto bewerkstelligen – das nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, aber auch ein Zwischenstopp in Florenz ist nicht zu verachten. (mehr …)

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Fuerteventura @ Flag Beach!

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#364
0512
2010
So
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Flag Beach veranstaltet ein Barbecue. Die Nacht danach ist lang, schräg und ungesund. Am Samstag kommt endlich der Wind, aber ich den ganzen Tag nicht aus dem Bett. Sonntag passt der Name endlich: Fuerteventura @ Flag Beach. Der Wind hat endlich gedreht und weht bockig mit 15-30 Knoten sideshore aus Süd.

Viele bleiben heute am Strand. Falsche Kitegrößen oder Angst vor den Böen. Sollte man alle mal auf Kur an den Brombachsee schicken. Die Böen sind recht derb, aber im Vergleich zum Brombachsee immernoch schnuckelig. Meine 12er fahre ich trotzdem zeitweise am letzten Ende der Depower hängend. (mehr …)

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Reisen und Reisen

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#363
0312
2010
Fr
0:18
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Ich frag mich, was die beste Art zu Reisen ist. Ich kenn einige, die sind definitv schlecht. Aber keine, die immer richtig ist. Momentan frag ich mich das auf Fuerteventura. Auch wenn die Windausbeute mehr als Mau war: wir haben viel gesehen und erlebt. Andere Sachen haben wir völlig übersehen. Dominik kommt jetzt wohl grad daheim im Winter an. Ich bleib noch eine Woche hier.

Alleine reisen ist immer anders als zusammen reisen. Es ist anstregender, unsicherer und meist wegen den Zimmern deutlich teurer. Gut ist beides trotzdem. Wenn man alleine reist, sieht man völlig andere Sachen. Mir fiel die letzte Woche absolut null auf, wie leer hier alles ist. (mehr …)

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