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Nichts neues in Akaroa

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#163
1601
2008
Mi
23:39
Tag
222
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Es geht weiter nach Norden. Ich reite heute schnell. 300km bis zur Akaroa Halbinsel bei Christchurch sind viel. Dachte ich. Aber zwischen Oamaru und Christchurch liegt wohl die längste, langweiligste und geradeste Strasse Neuseelands: 40km ohne Kurve. Ich komme vier Stunden früher als gedacht an.

Akaroa ist die Toskana Neuseelands. Ein alter Vulkankrater, offen nach Süden. Türkisblaues Wasser und mediterrane Temperaturen. Es riecht nach Lavendel, Thymian, Zedern und Pinien. Die Felder sind trocken und goldgelb. Sogar manche Häuser sind direkt aus der Toskana importiert. Ich fahre zur Omuku Farm Lodge. Kerstin arbeitet hier für drei Monate. (mehr …)

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Moeraki Boulder Kiting & Oamaru

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#162
1501
2008
Di
21:13
Tag
221
2755 views

In der Nähe von Palmerston befinden sich die größten Goldminen Neuseelands. Die Tour auf den 200-Tonnen Monstertrucks ist leider ausgebucht. Mal wieder ist es gut so: kurz darauf bin ich bei den Moeraki Boulders. Einst submarine Steinchen, um die sich im Laufe der Jahrtausende einiges herum kristallisiert hat. Runde Steinkugeln am Strand. Massig Touristen.

Der Strand ist schön. 200m breit, feiner Sand, leicht abfallend. Der Wind ist noch schöner. Sehr laminar, 18 Knoten, side-onshore. Perfekt. Kite raus an den Strand und ab geht’s. Direkt vor den Boulders lege ich ein paar ganz magnifiziöse Crashlandungen nach missglückten Sprüngen hin. Wenigstens geht das Springen jetzt mit dem Vegas. (mehr …)

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Schottenwetter in Dunedin

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#161
1401
2008
Mo
16:31
Tag
220
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Es geht weiter nach Dunedin. Ausnahmsweise breche ich mal früh nach wenig Schlaf auf. Schon am frühen Mittag bin ich in Dunedin und erst mal ziemlich beeindruckt. Ich vermeine fast so etwas wie Geschichte zu riechen. Alte Gebäude, nachgemachte italienische Renaissance, Neogotik und wieder Art Deco neben Klassizismus. Die erste Stadt in Neuseeland, in der es mehr Steinbauten als Holzhäuser gibt.

Warum ist klar: Dun-Edin bedeutet Neu-Edinburgh und geht auf eine schottische Gründung zurück. Schotten mögen halt kein Holz aber finden dafür schwarze und weiße Steine total geil. Hält länger und is daher billiger. ich kurve durch die Dunedin und find nach kurzer Zeit mein Hostel hoch oben auf einem Hügel. (mehr …)

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Catlins: Südpol meiner Weltreise

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#160
1301
2008
So
22:36
Tag
219
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Ich verschlafe grandios. Die Villa ist zu schön, und im 7er-Dorm schnarcht heute mal keiner. Als ich aufwache ist es 11 Uhr und schon fast jeder weg. Ich mache mich fertig, bringe eine Berlinerin zu ihrem Flieger nach Stewart Island und breche auf nach Osten.

Ich folge weiter der Küste und komme schon bald im Catlins Forest Park an. Im 19. Jahrhundert wurde der praktisch komplett niedergemäht. Die letzten Reste bilden heute den Kern des Parks. Schon vor dem Wald kommen wunderschöne Küstenabschnitte. Hohe Klippen, grünes Gras, Schafe und windschräge Baumhecken. Die Sonne brennt. (mehr …)

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Sturm in Invercargill

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#159
1201
2008
Sa
18:03
Tag
218
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Auf der Fahrt nach Invercargill fallen mir viele Bäume auf, die aussehen als wären sie Windkanal-Dummies. Alle Äste wachsen in eine Richtung. Um fast jedes Haus vor Invercargill steht eine mehr als haushohe Hecke. Gute Zeichen drücken aufs Gas. Mein Hostel ist klein und fein: Southern Comfort, eine im Jugendstil umgestaltete viktorianische Villa in der Nähe des Parks.

Invercargill ist recht alt, verglichen mit anderen Städten in Neuseeland. Viele verschiedene Baustile, Neogothik, Klassizismus, nachgemachtes Barock und natürlich Art Deco. Schöne Stadt. An meinem Ankunftstag leider ohne Wind. Egal. Das WiFi des Nachbarn wird gehijackt. Gute Leute hier, gute Gespräche und ein schöner Sonnenuntergang am Meer. (mehr …)

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Offroad ins Fjordland

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#158
1101
2008
Fr
18:40
Tag
217
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Tja, leider kein Wind mehr in Te Anau. Weiterziehen nach Süden. Kurz nach dem Lake Manapouri ist in meiner Karte eine Abzweigung in den Fjordland Nationalpark eingezeichnet. Ist wohl die dünnste Linie in der ganzen Karte….und die erste Karte überhaupt, in der ein Weg eingezeichnet ist. Hey, Weg ist Weg. Beim Lake Monowai biege ich ab. Zuerst 20km Schotterpiste.

Dann kommt ein Tor, und ein Schild, das vor Lawinen, Auswaschungen, Felsstürzen, engen Kurven und steilen Gefällen warnt. Hört sich recht abenteuerlich an. Ganz unten steht ein Hinweis: strictly for 4WD. Ich steig aus, geh um meinen kleinen Flitzer. Zähle. Potz Blitz! 4 Räder! Also auf! (mehr …)

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Milford Sound II & Lake Te Anau

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#157
1001
2008
Do
13:36
Tag
216
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Ein neuer Tag. Einige Leute, die gestern in der Erlaubnis zum Kiten involviert waren, fragen wie’s war. Kurz und geil! Jeder, der die Frage mitbekommt holt gleich seine Kamera raus und zeigt mir Bilder. Hab wohl einen schönen Farbfleck in den Milford Sound gesetzt. Ich frage weiter umher: Hat’s schon mal jemand vor mir getan? Niemand hat je einen gesehen.

Mit dem Boot geht es früh raus auf den Milford Sound. Wenn sich um die Uhrzeit irgendwas geregt hätte, hätte ich probiert auf gestern noch einen draufzusetzen. Raus mit dem Boot, Captain bequatschen, und dann 15km Downwinder zum Einstieg. Aber der Wind kommt erst deutlich später. Der Captain war schon in Regensburg, was mir einige Zeit einen tollen Ausblick von der Brücke beschert. (mehr …)

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Ripping the Milford Sound

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#156
0801
2008
Di
23:58
Tag
214
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Hatte ich vorgestern irgendwas gesagt wie „ich hab am schönsten Ort der Welt gekitet“? Ich Thor! Aber wer hätte sich denn auch schon einen Tag wie den heutigen vorstellen können? Ich nicht. Aber von vorne:

Zwei schöne Tage in Te Anau. Eine kleine Tour über 40km Schotterpiste zu den Mavora Lakes. Eine nette Schweizerin begleitet mich. Ich halte an, um ein entflohenes Schaf zu jagen. Ich wollte unbedingt ein Schaf scheren in Neuseeland. Ein Kiwi hatte sich schon erkundigt: ist für Ausländer leider zwecks Seuchenkontrolle verboten. Dann eben heute, privat und ohne Rasierer: rupfen. Als das Schaf panisch in einen elektrischen Zaun rennt, hört für die eigentlich sehr lustige Schweizerin leider der Spaß auf. Ich muss den Plan erfolglos aufgeben. (mehr …)

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Kitesurfing auf den Southern Lakes

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#155
0601
2008
So
22:47
Tag
212
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Vergesst Queenstown zum Kiten! Vollkommen überfüllter Strand, fast nie genug Wind. Ein Boot nach dem anderen. Und die abgelegeneren Uferpromenaden: alle 10m dicke Bäume und überall schöne große Felsen auf 5m breiter Startzone. Ich bin schon echt stinksauer, dass mir irgendjemand ernsthaft den „Tipp“ gegeben hat, hierher zum Kitesurfen zu kommen. Dann miete ich ein Auto.

Ich fahre am anliegenden Lake Wakatipu 45km nach Norden. Die white chops auf dem See werden immer mehr. Wind!!! Ich komme!!! In Glenorchy ist das Seeende erreicht. Isengart stand hier mal, und der Routeburn Track fängt immer noch hier an. Mir das einzig wichtige: Der Wind hackt mit bis zu 30 Knoten. Sehr böig, teils nur 5, aber er bläst. Kite auf die Kiesbank und los geht’s. (mehr …)

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Goldrausch & Jetboat im Skippers Canyon

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#154
0401
2008
Fr
21:21
Tag
210
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Georg und Arnulf machen eine Tagestour in den Milford Sound, ich buche einen Jetboat Trip in einem alten Goldgräber-Canyon in den Bergen nördlich von Queenstown. Erst geht’s zu den Skigebieten rauf, dann auf einer Goldgräber-Schotterpiste durch spektakuläre Hochgebirgslandschaft. Neben der Piste sind die Fusswege der Goldgräber von 1862 zu sehen. Der Goldrauch dauerte nur 7 Jahre, dann war alles vorbei. Die 7km lange Piste wurde nach 7 Jahren zum Ende des Goldrausches fertig. Unmengen an Ausrüstung wurde die steilen Hänge hochgezogen. Wenn sie nicht auf dem Weg verloren, beim Transport abgestürzt oder von der ersten Flutwelle nach 2 Wochen Einsatz weggespült wurde, war jedes Stück trotzdem nach spätestens 3 Jahren umsonst. Gold. Jeder tut alles dafür. (mehr …)

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Burnout in Queenstown

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#153
0301
2008
Do
19:20
Tag
209
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Unsere letzte gemeinsame Station ist Queenstown, die Hauptstadt des Adrenalins. Der erste Bungeesprung der Welt fand wenige Kilometer entfernt statt. Jetboat durch enge Schluchten, Paragliding, Kunstflug. Downhill-Mountainbiken, Speed-Luging, Windsurfen, Segeln, Wasserski, Klettern, Canyoning, Rafting. Man wähle sich die Farbe, in der man ein langweiliges Leben spannend zu pinseln gedenkt!

Auf 16000 Einwohner kommen doppelt so viele Touristen und dreimal so viele Bars. Queenstown ist trotzdem schön klein, und immer noch viel ruhiger wie Zell am See zur Hauptsaison. Das Wetter ist absolut unvorhersagbar: Morgens Regen, Nachmittag Sonne, Abends Sturm. Für Selbigen habe ich leider keinen einzigen guten Kitespot gefunden. Welcher Teufel hatte mit Queenstown zum Kitesurfen empfohlen? (mehr …)

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Durch die Neuseeländischen Alpen

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#152
0201
2008
Mi
18:32
Tag
208
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Wir fahren weiter nach Süden. Die Berge werden höher, die Täler tiefer, die Wiesen grüner und der Sprit am teuersten. Es gibt nur noch wenige Ortschaften, und die sind klein. Die Straßen sehen aus, als wären sie ausschließlich für die sommerlichen Touristenströme angelegt. Man könnte einfach nichts als Panoramastraße ausweisen. Sonst wäre schon die nächste Straße stinkig.

Mein Schädel nach der Silvesterfeier ist grandios, mein Magen genauso. Ich freue mich über jede einzelne Kurve auf den 300km nach Lake Wanaka. Davon gibt es unzählige. Kurz vor Wanaka machen wir Halt am Lake Hawea, ein thermisch sehr aktiver Gebirgssee. Der Wind reicht leider nicht zum Kiten. Weiter nach Lake Wanaka. Hier bläst der Wind ordentlich. (mehr …)

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Silvester auf Neuseelands Gletschern

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#151
0101
2008
Di
21:23
Tag
207
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Wir fahren weiter nach Süden zu Neuseelands höchsten Gipfeln. Unser Quartier liegt direkt am Franz Josef Glacier. Wir machen eine kurze Tour zum Gletscherbruch. Im Tal liegen überall bis zu 1m große Eisbrocken. Ein DOC-Ranger versucht die Massen davon abzuhalten, bis zur letzten Absperrung vor dem Bruch zu gehen. Die Brocken kamen alle gestern in einer großen Welle herunter.

Der Abend ist ruhig in Franz Josef Village. Tags darauf geht’s weiter zum benachbarten Fox Glacier. Weniger überlaufen. Wir haben eine Tour über die Gletscherzunge gebucht. Der Aufstieg geht zuerst durchs Tal, dann neben dem Gletscherbruch in einer Steilwand 200m nach oben. Nach einer Stunde erreichen wir den Ausgangspunkt für alle Gletschertouren. Wir erhalten Steigeisen und Eisstöcke, dann geht’s los. (mehr …)

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Grade 5 Heli-Rafting bei Mt. Cook

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#150
2912
2007
Sa
22:27
Tag
204
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Kaum aufgestanden holt uns Captain Josh von EcoRafting ab. Im VW-Bus geht’s südlich zum Mount Cook. Zahlreiche Flüsse ergießen sich in endlos breiten Kiesbetten in die Tasman See. Gegen neun erreichen wir den Hubschrauber-Landeplatz an einem einsamen Gebirgstal nahe den Neuseeländischen Gletschern. Wir werden mit dem Hubschrauber den Whataroa River rauffliegen, dann mit dem Raft 10km über Grade 5 Wildwasser zurück gen Meer.

Wir erhalten dicke Neopren-Anzüge für das eiskalte Gletscherwasser. Thermo-Laiberln und Jacken, dicke Schwimmwesten und Helme. Zwei Rafting-Boote, ein Kajak und das restliche Material werden in einem großen Netz verstaut. Dann kommt der Hubschrauber, und das Netz wird unten eingehängt. (mehr …)

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Clubbing in Nelson

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#149
2812
2007
Fr
16:18
Tag
203
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Ich trampe von der Golden Bay zurück nach Nelson. Auf der Südinsel geht das deutlich besser. Für 160km brauch ich gute vier Stunden und nette Fahrer aus Jena, Israel und Holland. In Nelson komme ich genau fünf Minuten vor Georg und Arnulf an. Georg kenn ich noch von Fiji, die nächsten paar Tage werden wir zusammen über die Südinsel touren.

Wir nehmen ein anderes Hostel direkt am Strand, deutlich weniger Kinder hier. Georg und Arnulf sind beide 26, was für Weltreisende alt ist und für mich ein wahrer Segen – so gern ich auch mit jüngeren reise. Wir hängen etwas am Strand ab und Pokern. Dann gehen die beiden auch für einen Tag in den Abel Tasman National Park. Ich tigere derweil durch Nelson. (mehr …)

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Weihnachten in der Golden Bay

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#148
2512
2007
Di
20:20
Tag
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Tags darauf bin ich immer noch angeschlagen. Ich trampe von Pahara nach Takaka, stell dort beim einsetzenden Regen fest, dass ich meine Regenjacke im Hostel vergessen habe. Trampe zurück. Nichts. Nochmal nach Takaka. Ah ja, war die ganze Zeit im Rucksack.

Takaka ist eine nette kleine Hippie-Stadt in der Golden Bay. Es gibt drei Bekleidungsgeschäfte. Alle verkaufen Hippie-Wear. Ein paar Fair-Trade und Organic Products-Shops. Das war’s dann auch schon. Eine Gezodelte gibt mir den ersten Lift nach Collingwood, ein junges deutsches Pärchen den zweiten. Das Sommerset Hostel ist eine alte Sonntagsschule, oberhalb der Kirche aus dem 19. Jahrhundert. (mehr …)

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Abel Tasman Coastal Track XL

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#147
2312
2007
So
18:12
Tag
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Um 9 Uhr Morgens geht’s los. Der Abel Tasman Coastal Track schlängelt sich die ganze Zeit durch die Hügel an der Küste entlang. Links ist immer dichter Dschungel oder Wald, rechts das azurblaue Meer und goldgelber Strand. Massig Boote und Kajaks touren umher. Immer wieder laufen wilde Hühner über den Weg, manchmal mit Küken. Der südliche Teil ist eher unspektakulär. War ich vorher in Fiji? Hab ich die schönsten Strände der Welt schon gesehen?

Am Vorabend hab ich zwecks Gewichtsreduktion sogar nicht mehr benötigte Kartenteile abgerissen. Mein Rucksack ist trotzdem zu schwer. Die Schultern verspannen sich ordentlich, mein Bauchgurt kann ich zwecks falscher Schnalle nicht zuziehen. Volle 17kg sind ein großer Unterschied zum gewohnten Daypack. (mehr …)

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Vor der großen Wanderung

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#146
2012
2007
Do
21:31
Tag
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Ich fahre mit dem Bus zum Abel Tasman National Park. Etliche Male fliegt das gleiche Schild am Straßenrand vorüber: „Home Kills“. Das bedeutet soviel wie „Hofschlachtung“. Ich muss grinsen. Man könnte es auch anders übersetzen.

Mein letzter Halt vor der großen Wanderung ist wirklich das allerletzte Hostel vor dem Abel Tasman Nationalpark. The Barn, eine kleine Farm, Campingplatz und Dorm. Der letzte Ort ist schon 15km hinter mir. Ein Glockenspiel und Blumen wehen im Wind. Vögel zwitschern, Bienen summen. An der Wand steht ein Spruch: „Life does not consist of the number of breathes we take, but of the places and moments that take our breath away.“ (mehr …)

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Die Betonwelle & ein Richtungswechsel

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#145
1912
2007
Mi
18:49
Tag
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Der dritte Tag in Nelson bringt endlich alle meine Träume: bis zu 60 km/h Wind, side-onshore und sehr stabil. Die Wellen sind bis zu 1,5 m hoch und manchmal genauso nahe beieinander. Ich war noch nie bei solchen Bedingungen draußen. Etliche Male nehme ich Wellen im falschen Winkel zum falschen Zeitpunkt und werde ordentlich gewaschen. Der Rest ist Springen, Springen, Springen.

Nach über zwei Stunden auf dem Wasser wird der Wind noch stärker. Ich spüre meine Knie kaum mehr, hab aber immernoch Spass. Dann schätze ich eine große Welle falsch ein. Ich knalle in sie fast frontal und mit hoher Geschwindigkeit rein – genau als sie sich bricht. Das Gefühl ist, wie gegen eine Betonmauer zu fahren. Kurz darauf merke ich, dass bei der Aktion mein Trapez gerissen ist. (mehr …)

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Advents-Kite in Nelson

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#144
1612
2007
So
20:52
Tag
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Die Überfahrt auf die Südinsel ist happig. Erstens fehlten mir noch drei lokale Biersorten in der Nacht zuvor, zweitens war die Nacht wegen dem Konzert wieder nur vier Stunden kurz. Die See war vergleichsweise ruhig. Das Schiff schaukelte trotzdem ordentlich, und hinter jedem Sitz hängen nette weiße Tüten. Nach 1,5h sehe ich zum ersten mal die Südinsel.

Die Einfahrt erfolgt in einen langen Fjord. Rechts geht der Queen Charlotte Track entlang. Vereinzelte Fischerhäuser klammern sich an die steilen Hänge. Die Sonne ist endlich wieder da. Wegen einem Sprung in der Windschutzscheibe sollen wir in Picton das Auto wechseln. Der lokale Inder hat keine Ahnung, was tun, wer ist etc. Nach 15 Minuten rate ich ihm, die Hotline seiner Firma anzurufen, dann geht was vorwärts. (mehr …)

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Hohe Wellen in Wellington

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#143
1412
2007
Fr
23:55
Tag
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Die Wellen schlagen hoch in Wellington, drei ganze Nächte. In der ersten geh ich in einen kleinen Indie-Club. Musik gut, aber zu wenig Leute. Wieder raus in die Nacht, und nach fünf Minuten gehen ist klar warum: Es gibt alle 50 Meter einen Club, in dem irgendwas live dargeboten wird. Wellington ist kaum größer als Regenburg, aber hat bestimmt 10 mal so viele Clubs. Das dünnt das Publikum etwas aus.

Im zweiten Club spielt eine krachige Rockband, eine Mischung aus Hives und Black Crowes. Heftiges Gehüpfe bis um eins, dann steh ich auf einmal neben einer ganz wüsten Punkerin. Ich zieh mit ihr noch durch ein paar Clubs, dann frag ich nach ihren Eltern. „Mein Stiefvater ist im Knast“, sagt sie. „Ich hab ihn reingebracht.“ Ich frag warum, dann folgt erst mal langes Schweigen. (mehr …)

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Ab nach Süden

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#142
1312
2007
Do
12:28
Tag
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Auf der Reise nach Wellington machen wir noch einen Tag halt in Palmerston North. Die Stimmung ist etwas gereizt. Es passiert recht wenig, daher philosophiere ich jetzt einfach mal über einen Spruch, der mir auf der Reise täglich begegnet. Man findet ihn vornehmlich als Slogan für Hostels und Bars. Der Spruch lautet: „Your home away from home.“. Ich grüble.

Warum ist der Spruch so erfolgreich? Was ist Heimat, und wie viele Bars dürfen behaupten, selbige zu sein? Müssen Reisende aus fernen Ländern mehr Bier trinken, um nach Hause zu kommen? Sind Deutsche auch in Irish Pubs zuhause? Was ist der Unterschied zu „Du kommst als Fremder und gehst als Freund.“? Der Spruch steht nämlich in meiner Heimat am Eingang des Palais d’Amour. (mehr …)

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Napier: Art Déco und Wein

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#141
1012
2007
Mo
18:27
Tag
185
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Von Gisborne geht’s an der Ostküste entlang nach Süden. Kurz vor Napier halten wir in Bay View. Die Mädels lassen mich Kiten. Endlich guter Wind, voll onshore mit 15 Knoten. Problem: Der Lavakies-Strand fällt steil ab. 1,5m hohe Wellen brechen direkt am Strand. Ich werde drei Mal so heftig gewaschen, dass ich Kies in meinem Wetsuit noch über den Knien finde. Dann geb ich auf. Nicht mein Tag.

In Napier bot uns Ilka Unterkunft an. Wir werden lieb willkommen geheißen und machen gleich zum ersten Abendessen ein nettes kleines Spargelfest. Die Zitronen für die Hollondaise kommen vom Baum aus dem Backyard. Nachts fährt uns Quentin in die Stadt, zum feiern des Halbjährigen. Einige Bars, etwas 80s, dann wieder heim. Passiert nicht viel, kann halt nicht immer. (mehr …)

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Halbzeit

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#140
0712
2007
Fr
23:55
Tag
182
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Heute ist genau Halbzeit meiner Weltreise. 182 Tage. Es regnet, aber das ist egal. Ich lass mich von den Mädels von Gisborne nach Napier kutschieren. Verschnaufen. Ein halbes Jahr des Reisens ist vorbei. Ich bin aufgebrochen, um etwas zu finden. Ich weiß nicht genau was. Ich weiß nur, dass ich es noch nicht gefunden hab. Aber auf dem Weg bin. Und es erkennen werde, wenn es da ist.

Reisen bedeutet mir: von allem etwas, das Schlechte und das Gute. Von beidem deutlich mehr als daheim. Aus allen Richtungen. Ich kann mir überhaupt nicht mehr vorstellen, wie das gehen sollte: an einem Ort leben. Was gäb’s da zu erleben? Wie sollte ich die Langweile erschlagen? Wie konnte ich nur so lange in meiner Stammkneipe so still sitzen? Werte schreiende Rastlosigkeit… (mehr …)

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Go east, life is peaceful there

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#139
0612
2007
Do
13:12
Tag
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Das East Cape ist die einsamste und ruhigste Ecke der ganzen Nordinsel Neuseelands. Eine Broschüre weist auf alle touristischen Attraktionen hin. Unglaublich: An den Stränden hier kann man schwimmen, picknicken und fischen. Aha. Es gibt Flüsse, auf denen man Jetboat fahren kann. Wenn man eines hat. Ach ja, und Pferde reiten kann man. Das war’s dann auch schon.

Die Landschaft ist wild, direkt hinter der Küste steigt das Land steil an. Das Meer bricht hart auf Lavafelsen. Die einzige Tankstelle auf 100km ist fast unsichtbar, eine Zapfsäule in der Mitte vom Nirgendwo. Direkt danach: Pferde, Schafe, Kühe. Auf der Straße und daneben. Der Himmel hängt tief in den Küstenbergen. Das Geräusch eines nahenden Autos erschreckt mich. (mehr …)

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