Der größte unabhängige deutsche Kitereisen-Blog - 285 Kitepots - 728 Reiseberichte.

Alles ganz normal, irgendwo im Nirgendwo

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#236
2705
2008
Di
19:01
Tag
354
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Ich fahre mit dem Bus einige Stunden an die Küste. Eine kleine Stadt namens Nirgendwo. Mit dem Motorbike an leere Sandstrände in der Nachsaison. Erste Anzeichen von Kamibiza machen sich in Form großer Betonburgen breit. Überall stehen alte majestätische schmiedeeiserne Zäune aus der Kolonialzeit. Sie umgeben leere Felder. Andere Mauern stehen in der Luft auf 2m hohen Flutstelzen. Escher hätte das sicher gefallen.

Überall hängen Plakate gegen Kinderprostitution. Im Bus sind einige Helfer mit Tshirts eines Heims für Straßenkinder in Nirgendwo. Ich bin beunruhigt. Beruhigend ist, dass Kinderprostitution ins öffentliche Bewusstsein gebracht wird. Beunruhigend ist, dass es anscheinend nötig ist. (mehr …)

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Leben und Sterben in Phnom Penh

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#235
2505
2008
So
21:04
Tag
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Phnom Penh ist eine Stadt in Schwarz-Weiß. Manche Grautöne erscheinen zunächst wie Farben. Am Abend bin ich mir jedoch sicher, dass es noch nicht mal Grautöne gibt. Warum? Ich habe Armut gesehen. Hier ist sie schlimmer. Slums werden von Müllgürteln behütet. Die Millionärsvillen einen Block weiter von Stacheldraht und CTV. Ich habe Verzweiflung gesehen. Hier hat sie nur ein Auge. Ich habe von Völkermord gehört. Hier brachten die Mörder sich am Ende gegenseitig um. Ich habe vom Vergeben gehört. Hier gibt es nur Vergessen.

Phnom Penh ist Schwarz-Weiß. Alte rote Khmer sitzen im Parlament. Die Elite bedient sich umfangreich an allem was dem Volk fehlt. Dem Volk fehlt alles, und es schreit mich den ganzen Tag an: gib mir dein Geld! (mehr …)

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Webdesign im Mekong-Delta

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#234
2405
2008
Sa
23:45
Tag
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Um sechs Uhr aufstehen, um sieben Uhr Abfahrt. Drei Stunden mit dem Bus an den Mekong. Laufen, bootfahren, laufen, essen, laufen, bootfahren, laufen, Bus, laufen, Fähre, laufen, drei Stunden Bus. Ich schlafe immer wieder ein. Die Stunden ziehen an mir wie an einem Zombi auf Tranquilizer vorbei. Die Sonne scheint und Wasserlilien treiben in den braunen Fluten des Mekong.

Die Reisegruppe ist ganz nett, bunt gemischt, jung und alt und von überall her. Keiner Terror-Touris, sondern Menschen mit interessanten Geschichten und Fragen. Aber ich bin zu müde. Schalte den MP3-Player ein und schlafe weiter. Abends etwas Arbeit, aber ich kann mich nicht konzentrieren. Zum ersten Mal seit drei Tagen mehr als 6 Stunden Schlaf. (mehr …)

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Good Night, Vietnam!

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#233
2305
2008
Fr
7:12
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Der Wind ist endgültig weg in Mui Ne. Der Vollmond scheint aufs spiegelglatte Meer. Ist der Wind weg, kommen die Moskitos. Ich habe in einem Jahr Weltreise nicht mal eine Flasche Mückenschutzmittel verbraucht. Hab Schwärme im Dschungel von Fiji ohne Murren hingenommen. Aber die letzte Nacht in Mui Ne ist Wahnsinn.

Ich schaue einen Film, und versuche die fünf Moskitos auf meinem Arm zu ignorieren. Danach wird das Stechen mörderisch. Ich geh noch drei Mal in die Wax Bar, in der Hoffnung, dass die Moskitos irgendwann schlafen gehen. Ruhe ins Laken gewickelt in einer Hängematte am Strand. Moskitos stechen durch. 187 Stiche später weck ich um drei die Chefin und organisiere ein Moskitonetz. (mehr …)

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Realkapitalismus in Vietnam

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#232
2105
2008
Mi
17:47
Tag
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Was ist das jetzt in Vietnam? Überall steht groß Kommunismus drauf und drüber, aber nirgends isser drin. Onkel Ho Chin Minh is noch Gott, aber seine Schäfchen werten Geld deutlich höher als das Gemeinschaftsgefühl. Jeder kämpft für sich. Die demokratische Militärdiktatur Fiji war deutlich kommunistischer. Vietnam ist Realkapitalismus mit Sternchen.

Nur aus zwei Gründen bleibt Vietnam offiziell kommunistisch: Erstens kann man die schweineteuren Visas besser begründen. Zweitens machen sich die Sowjetsterne als Souvenir ganz gut. Ansonsten blieben nur noch Quicksilver-Kopien übrig. Mit denen rennen heute alle Vietnamesen rum, die roten Sternchen sind bei ihnen total out. (mehr …)

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Lieber an My Son erinnern…

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#231
1805
2008
So
15:14
Tag
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Gleich 50km südlich Hoi An gibt es noch ein Weltkulturerbe: My Son, ein uraltes hinduistisches Kultzentrum des Königreiches Chumpa. Erbaut zwischen dem 3. und 15. Jahrhundert entwickelten die Chumpa meisterliche Fertigkeiten im mörtellosen Ziegelbau. Einige der alten Tempel stehen noch heute.

1968 hatte der Vietcong hier eine Basis. Die daraus resultierenden US-Bombardierungen erledigten 8 Türme. Heute stehen – mehr oder weniger – noch 20 Turm-Tempel in einem idyllischen Regenwald-Tal. Auf den Backsteinen wächst Gras. Alt und neu, hier riecht’s wirklich nach Geschichte. UNESCO, ich verzeih dir den Irrtum mit Hoi An. (mehr …)

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Vergesst Hoi An!

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#230
1705
2008
Sa
20:07
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Jeder muss nach Hoi An. Eine alte Stadt, historisches Ensemble, behutsam renoviert. UNESCO Welt-Kulturerbe und von ausnahmslos jedem Reiseführer zum Highlight eines jeden Vietnambesuchs proklamiert. Heute komm ich in Hoi An und brauche ganze zwei Stunden um eine ganz andere Meinung zu entwickeln: Hoi An ist das erbärmlichste Weltkulturerbe, das ich je besucht hab.

Eben mal gezählt: Auf dieser Weltreise hab ich bisher 18 UNESCO Sites besucht. Seit letztem Jahr ist meine Heimatstadt Regensburg ebenfalls Weltkulturerbe. Die Orte werden aufgrund herausragender historischer Bedeutung in Verbindung mit tatsächlich präsenter Geschichte ausgesucht. Genau deswegen schrei ich in die Welt: Vergesst Hoi An! (mehr …)

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Nationalpark Bach Ma

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#229
1605
2008
Fr
22:22
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Meine Wirtin organisiert mir am Morgen ein Xe Om in den 40km entfernten Nationalpark Bach Ma. Die Französischen Feudalherren bauten hier ab 1932 binnen 10 Jahren knapp 150 Villen als Sommerfrische in die Berge. Gerade mal 20km vom Meer entfernt steigen die Gipfel auf bis zu 1500m an. Steile Berge, grüner Regenwald, gehüllt in hohe Wolken.

Der Eintritt ist fast umsonst. Aber ich hab Probleme, zum Gipfel zu kommen. Es gibt zwei Optionen: 16km durch tropische Regenwälder in der Mittagshitze laufen, oder den Nationalpark-Minibus bemühen. 20 Euro für 9 Personen. Doch Bach Ma ist recht unbekannt, dazu ist Nebensaison: Ich bin offiziell bestätigt der einzige Gast auf 22.000 Hektar Nationalpark. (mehr …)

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In der alten Königsstadt Hue

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#228
1505
2008
Do
22:37
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Ich gönne mir mal was. Ein ganzer Penthouse-Dorm im vierten Stock mit Überblick über die alte Königsstadt Hue. Für mich allein. Die vier Euro pro Tag hab ich gerade noch. Ganz oben kriegt man einige WiFis rein, ich arbeite den ganzen ersten Tag. Es gibt gute Restaurants, ich probier viel zu viel aus. Abends bin ich mit Blähbauch fast zu dumm zum Arbeiten. In der DMZ-Barr steppt der Bär, aber ich bin schnell müde.

Am Morgen breche ich auf zum alten Königspalast. Hier regierten von 1805 bis 1945 die Vietnamesischen Herrscher der Nguyen-Dynastie. Hue ist eine Zitadelle. Hohe Mauern und ein Wehrgraben umgeben die Stadt. Der Palast ist eine Zitadelle in der Zitadelle. Ganz im Kern liegt das Heiligtum: die innerste Zitadelle beherbergte die königlichen Konkubinen. (mehr …)

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Blumen im Kriegsgebiet

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#227
1405
2008
Mi
19:32
Tag
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Um sechs Uhr morgens brechen wir auf mit dem Bus nach Dong Ha, der letzten größeren Stadt vor der Demilitarized Zone. Wir wollen einen ganzen Tag die ehemalige Grenze zwischen Nord- und Südvietnam und einige der schlimmsten Schlachtfelder des Krieges besichtigen. Nach Zwei Stunden sind wir in Dong Ha, 30 Minuten später hab ich ein Zimmer, gefrühstückt, ein Motorbike und Jörg sein Abendticket nach Hanoi.

Wir wollen in keiner Gruppe reisen, gönnen uns für 15$ einen Tag einen Privatführer. Quang ist 50 und hat den Krieg miterlebt. Die Hoffnungen waren hoch, doch vor dem ersten Panzer packt er erst mal Geschichten von glorreichen Vietcong-Konkubinen aus, die GIs abmurksen. Mag so gewesen sein, aber er bringt das alles recht komisch rüber. (mehr …)

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Nachtzug nach Nirgendwo

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#226
1205
2008
Mo
23:58
Tag
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Im Regen fahren wir mit dem Taxi zum 30km entfernten Bahnhof von Phan Thiet. Jörg hat sein Ticket extra gekauft, wir haben unterschiedliche Abteile. Die Fahrt geht vorbei durch endlose Reisfelder. Die letzte Nacht war kurz, wir waren ordentlich aus. Ich schlafe schnell ein. Aber nicht lange.

In meinem Sechserabteil sind satte 9 Personen. Eine ist ein Baby in einer Schaukel in der Mitte. Es schreit fast die ganze Nacht. Das ist nicht so toll, richtig geil ist aber erst die junge überforderte Mutter. Stänkert das Baby immer wieder laut an. Der apathische junge Gecken-Vater spielt im Eck auf seinem Sony Handy die vietnamesische Hitparade rauf und runter. I can’t get no sleep. (mehr …)

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Kiten bis zum Umfallen

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#225
1005
2008
Sa
21:08
Tag
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Die ganze Woche bläst der Wind. Ich fang schon an zu Glauben, mein „Wo immer Du bist soll der Wind weg sein“ Fluch wurde ebenfalls weggeblasen. Kann mich nicht daran erinnern, in 10 Jahren Kiten einmal ne ganze Woche jeden Tag mindestens zwei Stunden auf dem Wasser gewesen zu sein. Doch genau das ist Mui Ne.

Ich könnt hier echt gut alt werden. Morgens im Liegestuhl am Strand ein paar Homepages entwerfen. Nachmittags ein paar Stunden Kiten. Abends gut und viel Essen gehen. Danach ein Bierchen in der Wax Bar nebenan. Filmchen zum einschlafen und ab ins Bett. Wenn Regelmäßigkeit so aussieht, würde sie mir wohl nie langweilig werden. (mehr …)

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Drachenbändiger und Windtiere

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#224
0805
2008
Do
19:44
Tag
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Die Tage verlaufen in festem Rhythmus. Spät Vormittag aufstehen, 20m zum Strand und Nase in den Wind halten. Frühstück und nachbarliches WiFi hijacken. Zwei Stunden Arbeit, Nase nochmal in den Wind halten. Kite aufbauen, fachsimpeln und ab aufs Wasser. Heute hat der Wind erstmals so richtig schön gebretzelt. Und Windfinder meint, dass es noch mehr wird.

Mein Kite war immer etwas unterpowert. Heute passt alles ab zwei Uhr. Ich häng gemütlich im Trapez, muss nix groß ziehen, lass mich einfach treiben. Die Wellen sind draußen ob dem Wind bis zu 1,5m hoch. Dazu ist’s recht böig, mit der Berg-und-Tal-Bahn draußen am Meer hab ich so meine Probleme. Alleine beim cruisen gibt’s viel zu lernen. (mehr …)

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Kitesurfen in Vietnam

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#223
0605
2008
Di
15:42
Tag
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Nach fast 10 Wochen und drei Ländern Flaute komm ich endlich mal wieder zum Kitesurfen in Vietnam. Windfinder gab guten Wind ab Sonntag und hatte recht. Wir sind genau zum richtigen Zeitpunkt zurückgekommen. Meine drei Freunde können ihren Kite-Kurs machen, und ich bin endlich mal wieder ohne großen Aufwand einfach glücklich.

In der vorherigen Nacht gab es schwere Gewitter. Anscheinend arbeitet Vietnam wenig mit Wasserkraft. Kaum war der Regen da, fiel der Strom 24h lang aus. Arbeiten geht schwer mit leeren Batterien und ohne Internet. Mein Los ist gar grausam. Ich habe keine Ausrede, nicht den ganzen Nachmittag zu kiten. Um elf Uhr bau ich den Kite auf. Nach den ersten Schwachwindbahnen fällt der Kite aus der Luft und baut schöne Leinennester. (mehr …)

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Vom Himmel über die Hölle ans Meer

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#222
0305
2008
Sa
23:41
Tag
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Der letzte Tag im Bikerhimmel von Da Lat führt uns direkt an eine kommunistische Rodelbahn. Wir heizen ins Tal an einen Wasserfall, dann rauf zur zweiten Fahrt. Erstmals in Vietnam fährt ein Mensch vorsichtig. In diesem Fall deutlich zu vorsichtig. Mit 5km/h blockiert ein Vietnamese die Rodelbahn, einen Weg auf dem einem keine Geisterfahrer im Minutentakt entgegenkommen.

Zurück am Hotel satteln wir die Bikes und machen uns auf einer alternativen Route auf den Weg zurück ans Meer. Mein Orientierungssinn bringt uns meist auf die richtigen Straßen. Nachfragen müssen wir trotzdem ständig. Die Karten sind zu schlecht, die Schilder äußerst spärlich gesät. Durch wolkenverhangene Regenwaldberge geht es auf Buckelpisten durchs vietnamesische Hochland. (mehr …)

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Im Biker-Himmel von Da Lat

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#221
0205
2008
Fr
19:06
Tag
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Da Lat ist sowas wie das vietnamesische St. Moritz. Die einzige Großstadt des Landes, in dem Hotels keine Klimaanlage haben. Es ist kühl auf 1500m. Die Franzosen waren Anfang des letzten Jahrhunderts hellauf begeistert von der Möglichkeit, mal ein paar Tage nicht zu schwitzen. Sie bauten 2500 Villen, später folgte noch ein kleiner Eiffelturm. Heute ist Da Lat auch bei Vietnamesen sehr beliebt und ziemlich überlaufen.

Wir sind wegen den Straßen hier. Gleich am Morgen Satteln wir unsere Bikes und fahren ins Umland. Es ist wieder schwer, etwas zu sehen oder zu genießen. Es wurde viel Agent Orange gesprüht hier. Das macht blind. Eine überlebte Ami-Invasion steigerte den Glauben an die eigene Unsterblichkeit ins Unendliche. Die Fahrweise der Vietnamesen ist entsprechend. (mehr …)

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Roadkill Vietnam

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#220
0105
2008
Do
21:52
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Noch am ersten Tag hab ich mir anscheinend ein Loch in den Reifen gefahren. Morgens wird geflickt, dann geht es mit Minimalgepäck los Richtung Berge. Die ersten 80km sind öde, aber dann beginnen die Berge. Zwecks fehlender Schilder verfahren wir uns und landen auf einer ganz kleinen Straße nach Da Lat. Ich weiß nicht, ob die Straße Schlaglöcher hat oder die Schlaglöcher Straße. Oft geht’s mit gerade mal 20 km/h vorwärts.

Der erste Pass geht schön hoch rauf. Nach einer halben Stunde heizen sind wir in den Wolken. Es wird erstmals kalt in Vietnam, meine Kleidung ist zu dünn. Wolkenfetzen krallen sich in steile Regenwald-Hänge. Rote Erde brennt unter schwarzen Wolken, Jörgs Auspuff vor meinem neuen feschen Geschichtsleiberl. (mehr …)

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Mui Ne: Schlimmer geht immer

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#219
3004
2008
Mi
23:01
Tag
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Der Bus nach Mui Ne ist wie jeder in Asien zu früh. Diesmal 15 Minuten, genau ein verpasstes Frühstück. Für die 200km nach Mui Ne braucht der Bus satte fünf Stunden. Am Fenster ziehen endlose Straßensiedlungen vorüber. Dann beginnt das In-Bus-Entertainment, und ich versteh die Welt nicht mehr. Im TV läuft „Vietnam sucht den Superstar“.

Alles ist austauschbar – Songs, Interpretation, Aufmachung, Makeup, Tanz. Alles ist überall gleich. Globale Verbullhornung. Nur die Mandelaugen deuten darauf hin, dass wir in Vietnam sind. Ein kleines stolzes Land voll großer Geschichte bezwingt einen Giganten. Erster Preis: Die Freiheit, individuell zu sein. Genauso gleich wie der ganze Rest der Amerikanischen Welt. (mehr …)

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…oder einfach Saigon?

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#218
2804
2008
Mo
19:15
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Saigon ist schizophren, verrückt, vielseitig, voller Kontraste. Die Amis haben die Vietnamesen vertrieben. Jetzt rechnen sie in Dollars. Vietnam ist kommunistisch. Jeder kämpft auf der Straße für sich. Früh Morgens geh ich über die Straßen des Viertels. Unendliche Armut neben Glitzershops. Mein Millionärstum erweckt die Gier in vielen vor Staub verkniffenen Augen.

Die Cyclo-Rikscha-Fahrer sind angeblich viele in Diensten der Amis gewesen, und noch 40 Jahre später Geächtete ohne Wohnrecht. Ich weiß nicht, ob die Geschichte stimmt. Was ich sehe ist: Auffallend viele sind recht alt. Aber kaum einer spricht englisch. Ein grauhaariger halb blinder Vietnamese mit der Hälfte meines Körpergewichts fährt mich vier Stunden durch Saigon. (mehr …)

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Ho Ho Ho Chi Minh…

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#217
2704
2008
So
22:06
Tag
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Britta wusste wohl gar nicht wie recht sie hatte mit dem Song, bevor sie sich entschied, uns zu verlassen. Ich komme kurz vor Einbruch der Dunkelheit an. Sieben Taxifahrer teilen sich kommunistisch das Steuern meines Trolleys. Es dauert Ewigkeiten, bis sie schnallen dass mein Wille zum Busfahren stärker ist. Keiner spricht Englisch. Ich komm trotzdem schnell richtig an.

Der erste Eindruck: Vietnamesen lieben Glitzerlichter. Alles schaut aus wie Weihnachtsbaum und blinkt. Ho Ho Ho Chi Minh. Frohe Weihnachten und Willkommen im Realkommunismus. Mein Hostel liegt mitten in der Stadt. Alles um mich herum ist wie ein Ameisenhaufen. Hunderttausend Moppedfahrer, Hupen und Smog. Sofort los in die Nacht. Ein neues Land, Ziel eins ist wie immer klar: Essen. (mehr …)

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Bangkok zum Dritten: Für Designer

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#216
2604
2008
Sa
20:33
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Zum dritten Mal in Bangkok. Spätestens ab Mittag schüttet es jeden Tag in Strömen. Die Regenzeit kommt pünktlich zu meiner Abreise aus Thailand. Die Gewitter stören nicht sonderlich. Luftfeuchtigkeit war vorher höher, Temperaturen sowieso. Und am Morgen kann man wenigstens mal 3 Stunden halbwegs smogfrei atmen. Ich stürze mich in die letzten Tage.

Wichtigstes: Visum für Vietnam. Die Botschaft braucht dafür zwei Tage und will reichlich unkommunistische 65 Euro für den Lappen. Deswegen habe ich meinen Pass schon mit einer Agentur von Krabi aus eingeschickt, was mir ordentlich Magendrücken bereitete. Ich habe gerade keinen Wohnsitz in Deutschland. Geht der Pass verloren, bedeutet das massive Probleme. Aber der Pass ist da, mit Visum. (mehr …)

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Abschied im Nationalpark Pang Nga

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#215
2404
2008
Do
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Unsere letzte gemeinsame Station ist Pang Nga, ein kleines Kaff in der Nähe eines sehr schönen Nationalparks. Mein neuer Laptop ist fertig eingerichtet, ich arbeite mit Hochdruck die angefallene Arbeit ab. Das Hotel ist nix besonderes. Im Fernsehen läuft Thailand sucht den Superstar. Hab nie was skurrileres gesehen.

Am zweiten Tag buchen wir eine Tagestour in den Nationalpark. Es geht mit dem Longtail-Boat durch Mangrovenwälder. Da wo einst der Auspuff des Motors war, ist jetzt ein Loch, durch das man den Zylindern beim arbeiten zusehen kann. Die Lautstärke ähnelt einem Panzer und stört die Szenerie trotz dichten Kopfhörern. (mehr …)

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Laptop-Beerdigung in Krabi

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#214
2104
2008
Mo
23:44
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Krabi ist die erste halbwegs große Stadt seit gut einer Woche. Kaum angekommen greif ich mir ein Motorbike und fahre alles auf der Suche nach Laptop-Shops ab. Was ich will gibt es nicht: große Displays. Die Preise sind fast auf europäischem Niveau. Aber ich habe keine Wahl. Muss jetzt einen neuen kaufen. Reparatur des alten würde einen Monat dauern und das gleiche kosten.

Nach gut einem Tag auf Suche nach dem besten Angebot entscheide ich mich für einen Acer Aspire. Tastatur: Englisch mit Thai. Bis zu fünf Zeichen pro Taste. Definitiv ein guter Grund, Blindschreiben zu verbessern. Auf dem Laptop läuft Windows Vista. Schöner Schwachsinn. Um ein Icon im Startmenü zu löschen muss man vier mal bestätigen. (mehr …)

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Speedboat über die Andaman See

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#213
1804
2008
Fr
19:23
Tag
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Am letzten Tag auf Ko Lanta gönnen wir uns etwas. Für gute 20 Euro gibt’s einen Flug mit dem Speed Boat über die Andaman See nach Ko Rok. Ko Rok wurde uns von den Lanta Fun Divers empfohlen. Sie hatten recht. Endlich ist das Wasser so wie man sich Paradies vorstellt: Türkis, 20m Sicht, hunderttausend Fische, weißer Sand.

Die Überfahrt ist trotz ruhiger See recht knackig. Ich bin noch nie Speedboat gefahren, aber jetzt begreife ich warum die Dinger auf 50km mal schnell 100l Super verdonnern. Alleine durch das ständige harte Aufschlagen am Wasser geht massig Energie verloren. Bei Tempo 70 wird der Fahrtwind zur Mauer. Die Idee mein Kiteboard und ein Seil mitzunehmen war absoluter Schwachsinn. (mehr …)

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Ko Lanta: Fun Divers

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#212
1604
2008
Mi
22:05
Tag
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Es geht weiter mit kaputtem Laptop nach Ko Lanta. Die Ankunft ist schön: zum Neujahrsfest Songkran werden wir mit Blumenketten überhäuft und Puder im Gesicht beschmiert. Nachdem wir zwei meiner Auftraggeber verpasst haben lassen wir uns von einem der zahlreichen Drücker ins Blue Andaman Beach Resort verfrachten. Die Fahrt dorthin wird der längste Wasserfall meines Lebens.

Tom schießt unter Einsatz seines Kamera-Lebens ein Bild. Kann nicht zeigen, wie nass es war. Offenes TukTuk. Alle 10m ein neuer Wassereimer. Trotz Regencape wird alles im Rucksack nass. Tom spritzt einem Schwulen ins Gesicht, dafür gibt’s ein Bussi von einer Hure. Ich liebe Zusammenhanglosigkeit. Wegen seinen Eltern füge ich jetzt mal an: Tom hatte ne Wasserpistole. (mehr …)

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