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700km durchs Goldene Dreieck

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#207
0604
2008
So
18:12
Tag
303
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Pünktlich zum Sonnenaufgang sitze ich wieder am Ufer des Mekong. Der lokale Longboat-Verein paddelt sich die Seele aus dem Leib. Nur 10km Richtung Norden bin ich endgültig mitten im Goldenen Dreieck. Thailand, Burma und Laos treffen hier aufeinander. Werbeschilder preisen Opium-Museen an. Einige teure Resorts huldigen den alten Zeiten im Nirgendwo.

Viele Thais fahren hier auffallend dicke Geländewagen. Das Leben scheint immer noch einträglicher als anderswo in Thailand zu sein. Die lokalen Polizeistationen sehen aus wie kleine Tempel, alle Polizisten haben neue Uniformen. Auch Gerechtigkeit ist hier lohnend. Bis zum Abend komme ich durch gut zwei Dutzend Kontrollpunkte. (mehr …)

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Mopped zum Mekong

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#206
0504
2008
Sa
18:45
Tag
302
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Irgendwie gerate ich immer vor langen Touren in lange Nächte. Früh abends steht ich vor der Zimmertür und will schlafen gehen. Dann hör in der Bar 20m weiter Thais Reggae spielen. Gut, ein Bier. Die Band schaut aus wie die Gorillaz gekreuzt mit japanischen Anime-Figuren. Schräg, sehr schräg. Eine Tirolerin auf Dauerurlaub kommt an meinen Tisch, dann vier Amerikanerinnen. Schwupps. Zwei Uhr.

Der Schädel vom hausabgefüllten Rum der gestrigen Nacht ist auch noch um neun Uhr gigantisch. Sechs Uhr war geplant. Nach einem Notfrühstück geh ich zum Mopped-Verleiher ums Eck. Der macht noch einen Ölwechsel, für den ich dankbar bin. Dann geht’s los, mit dem Mopped zum Mekong. Chiang Mai kennt nur einen Fahrstil: Kamikaze. Kein Problem mit dem Hangover. (mehr …)

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Chiang Mai

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#205
0404
2008
Fr
15:40
Tag
301
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Die Fahrt nach Chiang Mai ist trotz Deluxe VIP Bus stressig. Die Straße hat mehr Schlaglöcher als Teer. Ich sitz ganz hinten, wo’s am meisten schaukelt und die Lehnen nicht wirklich umlegbar sind. Was soll’s, reisen fast ohne Schlaf bin ich gewohnt. Der Sonnenaufgang hinter den Bergen in Chiang Mai ist bombastisch. Nach kurzer Suche finde ich ein nettes Guesthouse.

Chiang Mai ist ähnlich einem römischen Legionslager aufgebaut, hat einige Parallelen zu Regensburg. Zwei Meridiane treffen sich in der Mitte einer quadratischen Wehranlage aus Stadtmauer und Wehrgraben mit vier Toren. Von den Mauern ist nicht mehr so viel übrig, aber die Altstadt hat einige schöne Ecken und natürlich massig Tempel. (mehr …)

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Ayutthaya, Stadt der Tempel

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#204
0304
2008
Do
21:13
Tag
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Ich krieg in Bangkok fast alles hin, was ich erledigen muss. Meine Wanderschuhe haben mich um die halbe Welt gebracht. Aber jetzt reicht’s. Sandalen Größe 46 zu bekommen ist im Land der Kleinfüßer recht schwer. Der erste Straßenhändler will ein Foto meiner Füße. Webdesign ist gerade etwas ruhiger, und das ist auch gut so. Meine Fingerkuppen bluten noch von Australien.

Ich nutze die Zeit. Nach zwei Tagen in Smogcity nehm ich den Skytrain zum Victory Monument. Von dort per Minibus für fast nix 80km nach Norden. Das größte Problem: höchstens 10% aller Thais sprechen englisch. Von denen wiederum 90% nur rudimentär. Soll ich was lernen? Sätze wie „Mai mai mai mai?“ Schrecken mich ab. Allein durch Intonationsunterschiede ergibt sich „Neues Holz brennt gut, oder?“ (mehr …)

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Thai-Boxen im Rotlichtviertel

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#203
0204
2008
Mi
1:11
Tag
299
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Ich verschlafe den Nachmittag. Danach bin ich wieder hungrig. Auf der Silom Road sind viele Tourihotels. Essen ist teurer, aber immer noch billig. Es gibt nicht nur 1000 verschiedene Thai-Gerichte. Es gibt alles. Weltweit. Ich geh in ein Libanesisches Restaurant. Vier riesen Gänge, unendlich lecker plus Getränke für acht Euro. Was kostet der Himmel?

Rotlicht ist gleich ums Eck, wird abgehakt unter „wie erwartet“. Schöne gelbe Frauen, hässliche weiße Männer. Weiter zum Lumpini Stadium. Dienstag Nacht ist Thai-Boxen. Die Preise sind happig, seit letztem Jahr verdoppelt. Ich komme zur Halbzeit an, sehe noch drei Kämpfe. Hart aber fair. Das interessanteste: Die Buchmacher mit ihrer hektischen Zeichensprache. Schwarzer Dienstag in Bangkok. (mehr …)

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Servas Thailand!

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#202
0104
2008
Di
16:33
Tag
298
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Ich komme drei Stunden vor Abflug am Airport Sydney an. Hatte vor zwei Monaten einen Travellerscheck vergessen, rennen von Pontius nach Pilatus und zurück um ihn wieder zubekommen. Erst am Gate findet Qantas ihn wieder. Noch vor dem Abflug hab ich eine Bruchlandung: British Airways hat wieder mal Gepäckregeln geändert. Drastisch. Ich wusste davon dank HP, wollte es aber nicht glauben.

Mein Round-the-world Ticket hab ich vor einem Jahr gekauft. Weil 23kg Kitegepäck umsonst mit durften. Jetzt verbietet British Airways die Mitnahme jeglicher Boards. Ein mal halb um die Welt, und dann darfst du die Hälfte deines Gepäcks zurücklassen. Für normale Reisende unvorstellbar. Für Kiter ab sofort Alltag. Die ganze Geschichte gibt’s bei Oase. (mehr …)

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Badbye Australia!

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#201
3003
2008
So
0:10
Tag
296
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Ich freu mich das erste Mal, ein Land zu verlassen. Alle Länder waren wunderschön. Sogar USA trotz Bush. Australien war von wenigen Orten abgesehen Mist. Schweineteuer, langweilig, zu groß, zu versoffen, zu touristisch und massig Regen. Plus ein verrecktes Auto, 2 Kameras, ein Laptopscharnier und DVD-Drive. Kosten für 8 Wochen: knapp 6000€.

Klar, war viel Geld einfach für Pech. Doch auch das Geld, das ich sparsam zum Reisen nutzte floss in Strömen durch meine Hände. Nur selten gab’s dafür zumindest erfüllte Minimalerwartungen. Eine aktuelle Studie gibt Sydney Platz eins vor Tokio als teuerste Stadt der Welt. Hätten sie Tourismus mit einkalkuliert wär’s wahrscheinlich die teuerste Stadt südlich vom Andromeda-Nebel. (mehr …)

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Impressionen aus Kings Cross

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#200
2803
2008
Fr
16:18
Tag
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Ich bin wieder in Kings Cross. Gegen Kakerlaken hab ich nix. Nur wenn sie am Morgen tot auf meinem Kopfkissen liegen. Deswegen ist Evas Backpackers die einzige Wahl. Ich sitze auf der Dachterrasse. Fledermäuse fliegen im Sonnenuntergang über der Skyline von Sydney. Der Abend beginnt. Das einzige Backpackerbudget-kompatible Getränk ist Wein aus dem Karton.

Davon haben wir viel, bevor es noch ein letztes mal zur Mutter aller Bars geht. Die World Bar war magisch vor zwei Monaten. Magie ist nicht planbar, vielleicht nicht mal wiederholbar. Ich weiß es, aber will’s nie glauben. Der Abend ist schräg und schwankend. Am Ende setzen sich vier Mädels auf Hen-Night an meinen Tisch. Zwei sind Teufel, zwei Engel. Die Engel sind teuflisch, die Teufel sprechen englisch. (mehr …)

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Ein schöner Tag

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#199
2603
2008
Mi
23:44
Tag
292
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In der Nacht trockne ich meinen platschnassen Kite im Zimmer. Resultat am Morgen: Kite halb trocken, Zimmer und alle Klamotten wie aus dem Regenwald. Ich checke aus und rufe Steve an. Steve ist ein passionierter National League Pokerspieler. Hat einige Runden gegen mich auf Fiji im Regen verloren. Jetzt sitzen wir in der Sonne und besprechen unsere Matchpläne beim Frühstück.

Danach geht’s in den Budawang Nationalpark. Neugierige Papageien beschnüffeln uns. Steve hat nicht zu viel versprochen: Der schönste Strand Australiens. Weisser Sand und strahlend blaues Meer. Delphine spielen in der Brandung. Ein Seeadler kreist über einem Fischschwarm. Wind kommt heute keiner mehr, es bleibt nur die Hoffnung. (mehr …)

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Ostern in Jervis Bay

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#198
2403
2008
Mo
19:55
Tag
290
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Die letzte Nacht war wieder kaum Schlaf. Wach sein war zu wichtig. Den ganzen Tag bis zur Abreise Richtung Sydney am Abend bin ich so aufgedreht übernächtigt, dass wieder nix mit Schlafen ist. Am Nachmittag fahr ich zum Southern Cross Terminal, dann mit dem Nachtbus ab nach Jervis Bay. Kein Aufpreis für’s Kiteboard, leerer Bus und gigantische Sitzabstände. Hinter mir geht die Sonne unter.

Ich schlafe fast die ganze Nacht. Der Transferbus von Nowra nach Huskisson in der Jervis Bay am Morgen ist ein echtes Erlebnis. Komplett leer. Komatöses Steel-Guitar-Country-Gedudel. 30km durch die perfekten Nachbarschaften. Schwitzende Jogger, spielende Kinder, rasenmähende Väter, sauber eingerahmte Blumenbeete. (mehr …)

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Melbourne rockt!

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#197
2203
2008
Sa
12:32
Tag
288
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Nach fünf Tagen im Outback bleibe ich nochmal in Melbourne. Melbourne rockt. Wenn’s in Australien irgendeine Stadt gibt, die ich vermissen werde, dann Melbourne. Gutes Essen, entspannte Leute, viel Grün. Der Strand in St. Kilda, angenehme Temperaturen, schöne Kneipen. Die Parks, die Museen, der Yarra River. Das Gewusel in der Innenstadt und die Ruhe in den direkt angrenzenden Wohngebieten.

Das beeindruckendste in Melbourne ist die Musikszene. Das monatliche Konzert-Blatt hat Umfang und Größe der Süddeutschen Zeitung am Samstag. Binnen zwei Wochen spielen Chemical Brothers, Jack Johnson, Nouvelle Vague, Mo Horizon, Hot Hot Heat, Juliette and the Licks, Black Crowes, Kiss, Alice Cooper. Ich hätte mir 30 Konzerte binnen fünf Tagen anschauen wollen. (mehr …)

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Kata Tjuta und Uluru

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#196
1803
2008
Di
21:22
Tag
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Aufbruch am zweiten Tag ist noch vor 5. Wir fahren weiter zu den Olgas, oder Kata Tjuta auf Anangu. Die Kata Tjuta sind eine Formation von über 30 vom Wind rundgeschliffenen Sandsteinmonolithen und den Anangu ein heiliges Gebiet. Die Temperatur liegt wieder um die 40 Grad. Man gewöhnt sich an alles.

Wieder: tote Bäume vor roten Felsen vor blauem Himmel. Stechende Sonne, Fliegen in Tausenden. Nicht neu und trotzdem schön. Wir wandern ca. 7km um eine paar Monolithe herum, es ist unmöglich das Wasser schnell genug zu ersetzen. Zebrafinken in einem Baum. Dann geht es mit dem Bus weiter zum Abschluss der Reise: Uluru oder Ayers Rock. (mehr …)

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Australiens Outback: Kings Canyon

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#195
1603
2008
So
22:35
Tag
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Ich habe eine dreitägige Tour ins Outback gebucht. Noch vor Morgengrauen geht es in einem mittelgroßen Bus um 5 Uhr los. Die Insassen: 18 Frauen, 6 Männer und ein guter Guide. Zum Glück ist es nicht so heiß wie gestern. Noch. Schon am ersten Tag steht eine Fahrtstrecke von 800km an. Ich bin zu groß, oder der Bus zu klein. Kein Schlaf.

Auf der Reise gibt es einige kurze Stopps. Ein Outback-Roadhouse. Dingo-Dame tätscheln. Ich bestelle einen Kamelburger und verspeise selbigen genüsslich vor seinem Bruder. Die Mitreisenden sind ganz nett, aber richtig warm werde ich nach letzter Nacht bestenfalls zwecks der kontinuierlich steigenden Hitze. Mit jeder Tanke wird der Sprit teurer, steigt auf bis zu 150% des Australien-Durchschnitts. (mehr …)

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Alice Springs

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#194
1403
2008
Fr
15:03
Tag
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Die letzte Nacht in Melbourne verbringe ich im Coffee House Backpackers. Ein schönes altes Haus voller erbärmlicher junger Suffkinder. Um 11 liegen alle noch im Bett. Es riecht nach Tod und Verwesung. Ich kaufe mir ein Tagesticket und ziehe noch einmal auf wenig begangenen Pfaden durch ganz Melbourne. Telstra Dome, Docklands, Shoppen, Melbourne Museum.

Die Nacht im Coffee House ist wie erwartet. Eine Sufftöle will auch nach dem zwanzigsten Anruf auf dem Handy ihres Lovers im Dorm nicht wahrhaben, dass er sie nicht will. Um drei klopft sie an die Tür. Ich stürme mit solch bösen Worten und Gesicht nach draußen, dass sie sich danach nicht mal mehr traut, durch die offene Tür zu gehen. (mehr …)

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Vom Partymeer in die Wüste

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#193
1103
2008
Di
13:28
Tag
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Eine einzige lange Party. Es gibt keine Tage, nur Nächte. Sie beginnen Mittags hier in St. Kilda. Es ist lustig. Wenn’s irgendwo zu laut oder böse wird gibt’s genug andere Plätze. Das Hotel Esplanade ist die Mutter aller Live-Kneipen. Am Wochenende jeden Tag 30 Konzerte. Ich war auf 5, die Massen tobten. Dazu war gestern Labour Day, sprich ein sehr langes Wochenende.

Die Zeit vergeht wie im Flug. Es gibt so viel zu tun in Melbourne. Kultur, viel Arbeit, Lange Nächte, kaum Schlaf. Gute Menschen, wenn auch nur etwas verschwommen wahrzunehmen. Oder auch unbegreiflich. Ein Abendessen, Konzert einer House-Band in einem Club mit 5€ für das kleine Becks. Wichtige Fragen und der südliche Sternenhimmel. (mehr …)

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12 Apostel & Grampians

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#192
0703
2008
Fr
23:53
Tag
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Es geht weiter entlang an der Küste. Ich kapsel mich ab, bin mies drauf. Meinen Laptop kann’s jederzeit endgültig zerlegen. Ein Regenwald, kleine Wanderung, Wasserfälle. Ich hinke stets hinterher oder schleiche voran, Space Night voll aufgedreht im Ohr. Gut wenn man nix hören will. Keine Vögel, keine rauschenden Blätter oder plätscherndes Wasser. Vor allem keine Menschen.

Nächster Stop: Die 12 Apostel, eine Formation von 12 großen Sandsteinfelsen direkt vor der Küste an der Great Ocean Road. Touristenmassen und Hubschrauber nervig wie Moskitos. Wir fahren schnell weiter, als hätte ein Beamter gesagt: „Bitte weitergehen. Hier gibt es nicht zu sehen.“ (mehr …)

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Zerfall auf der Great Ocean Road

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#191
0503
2008
Mi
22:12
Tag
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Der Tag startet gut. Ich habe einen Rideshare entlang der Great Ocean Road. Zwei Franzosen, eine Irin, alles gute Leute. Wir fahren in die Stadt, bekommen den Mietwagen, fahren los. Die Panik beginnt. Unser französischer Fahrer ist der schlechteste Fahrer, den ich je gesehen habe. Meine Oma fuhr mit 73 deutlich besser und sicherer. Der Start: Die Vermieter zeigen ihm, wie man startet.

Die Hightlights bis zum Abend: Mehrere äußerst knapp ausgelegte Vorfahrtsregelungen. Beinahe abbiegen in eine Einbahnstraße – nur für Trams. Ständiges ruckartiges unangekündigtes Bremsen. Dutzende Folgefahrer regen sich auf. Ein beinahe-Auffahrunfall. Vergessene Handbremse, aufsetzen auf einen Bordstein. Danach schön ruckartig rückwärts, damit es den Spoiler zerreißt. Und ewig: mit 40 über die Landstraße. (mehr …)

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Die Stille von St. Kilda

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#190
0403
2008
Di
20:44
Tag
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St. Kilda ist der Strand von Melbourne. Gerade mal eine 30 minütige Tramfahrt von Nomads Legehalle entfernt gelegen buche ich mich gleich am ersten Tag länger ein. Ein kleines Hostel, nix besonderes, aber keine Kotze auf den Treppen. Es ist einfach, glücklich zu sein. Der Strand ist gerade mal 400m weit weg. Supermarkt ums Eck, und lauter nette kleine Shops und Ristorantes.

Ich gehe durch die Nachbarschaft. Höre nur noch Vögel zwitschern. Ruhe. Der botanische Garten, Aussies liegen in der Sonne. Am Strand steht eine alte hölzerne Achterbahn von 1912 und ein riesiges Theater, in dem kleine Bands wie Toto aufspielen. Das WiFi läuft, ich arbeite wie blöd für den Konto-Ausgleich. (mehr …)

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Nomads Legebatterie

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#189
0303
2008
Mo
12:17
Tag
269
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Manche Hostels sind wie Legebatterien. Das Nomad Backpackers in Melbourne ist die Mutter aller Legebatterien. Hennen und Gockel, das ersehnte Endprodukt ihr Geld. Davon legen sie reichlich auf den Tresen für ihr täglich Brot: Korn, Weizen und Gerste. Eine Bar als Futtertrog, die Hennen gackern in unglaublichen Tonlagen, die Hähne krähen unwissentlich um ihr verlorenes Leben.

Ich versteh die ganze Diskussion nicht, welche Haltung denn nun die bessere sein soll: In der Käfighaltung verkümmern, oder sich gegenseitig zerfleischen in der Bodenhaltung. Ich wechsle vom Käfig auf den Boden, als ein kleiner Hilfspunk-Gockel meint: „If you ex this Jug, i’ll pay it.“. Tja, macht der Bayer, kein Problem bei den Preisen – vielleicht werde ich ja sogar zum Gockel. (mehr …)

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Melbourne

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#188
0203
2008
So
15:00
Tag
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Kurz vor Mitternacht beginnt der Landeanflug auf Melbourne. Lichtermeer. Ich blätter schnell im Lonely Planet: 3,5 Mio. Einwohner. Oi. Nicht gedacht. Nach 15 Minten hab ich all mein Gepäck, der Transferbus geht genau richtig. Peter, der Weihnachtsmann von Fiji, hatte mir angeboten, dass mich seine Schwester abholt. Arbeitet am Flughafen. Aber geht auch so.

Ich komm an in der Stadt. Ein Bus mit Discokugel fährt vorbei. Dumpfer Bass hämmert. Hinten drauf steht: The Ultimate Party Experience. Eine rollende Disco. Wer sein Bier beim tanzen nicht verschüttet, schafft’s hier bestimmt. Sotos hatte mir schon gesagt: Melbourne ist die Partyhauptstadt der Welt. Alle Wände auf dem Fußmarsch zum Hostel bestätigen dies: Poster über Poster über Poster. (mehr …)

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Aus: Tralien

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#187
0103
2008
Sa
14:44
Tag
267
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Ich hasse Sprüche wie „Was dich nicht umbringt macht dich härter.“ Oder „Wahre Freunde erkennt man in der Not“. Warum? Weil sie immer wahr sind. Ich mag einfach keine Sinnsprüche, die immer stimmen. Leben ist viel komplizierter. Doch bei wenigen Sachen: vollkommen klar und einfach. Muss ich jetzt dafür dankbar sein?

In wenigen Situationen gibt’s keine Optionen. Wo man sonst hundert Möglichkeiten hat, bleibt im Extremen oft nur noch ein Weg übrig. Der ist meist hart. Das Danach muss also großartig sein, weil wunderbar flauschig-weich. Ach ja, und hell. Mit roten Glühbirnen und blauen Blumen auf beiden Seiten und so. Menschen danach werden andere sein. Bessere. (mehr …)

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Am Ende

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#186
2802
2008
Do
14:52
Tag
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Die Tage ziehen endlos zäh dahin, während ich auf das fehlende Teil aus Sydney warte. Es regnet permanent. Ich lese viel, „The Pornographers Poem“ von Michael Turner. Schaue zum zweiten Mal „Shortbus“. Der letzte Song ist wunderschön: „We all get it in the end“. Mein altes Hostel hat mein Bett verscherbelt, obwohl ich sagte: ich komme wieder. Egal, war eh der letzte Dreck.

Die Dame des Hauses fährt mich zum nächsten. Es ist komplett leer. Ein ganzer Dorm für mich. Stille, endlose Stille. Dann fährt hinten ein Zug vorbei. Ich bin dankbar dafür. Gehe raus, rauche eine Zigarette. Sitze und schaue dem Regen beim Fallen zu. Ein Frosch hüpft über den Hof. Ein Gecko schreit nach einem Weibchen. Abendprogramm in Cardwell. (mehr …)

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Tauchen am Great Barrier Reef

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#185
2502
2008
Mo
19:13
Tag
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Die Nacht is ein einziges zähes Schlachtfest. Die ersten Alkoholleichen gibt’s schon um acht zu bewundern. Ich mutiere zum Tierfilmer. Im Zimmer fällt die Klimaanlage aus. Schlafen in einer Sauna. Am Morgen herrscht schwerer Seegang, vor allem an Land. Sobald ich auf der Tusa5 bin, unserem Tauchboot geht’s wieder. Der Seegang scheint meine Schwankungen antiphasisch entgegenzuwirken.

Ich hab meine PADI Lizenz auf der Reise verloren. Kein Problem, sagt der Booking Agent, die finden deine Lizenz online über PADI. Was er nicht sagt: dazu hätte ich die vorläufige Lizenz erst mal an PADI schicken müssen. Folge: Ich darf lizenzlos nur Einführungstauchgänge machen. Niedriger, kürzer, nur zwei statt drei aber dafür wenigsten nochmal 50$ teurer. (mehr …)

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Ab nach Cairns

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#184
2402
2008
So
18:23
Tag
261
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Ich darf mich mal hängen lassen, gönne es mir. Es gibt keinen besseren Ort dafür. Erste Nacht: die besoffenen Bananenplantagen-Kinder sitzen um Unmengen leerer teurer Bierflaschen. Der Dorm ist Kaserne, die Küche so sauber dass sogar die Kakerlaken glänzen. Irgendwann grölt England im Pool um die Entblößung Schwedischer Brüste. Ich geh ins Bett und freu mich in der Nacht mehrmals über Bongokonzerte.

Tag zwei. Die lokale Tauchbasis ist telefonisch nicht zu erreichen. Nach fünf Kilometern laufen bei 35 Grad weiß ich warum: vor einem Jahr Pleite gegangen. Der Strand ist schön, doch beherrscht von der heiligen Dreieinigkeit: Haie, Krokodile, Quallen. Also das heißt eigentlich nur duales System: die Haie wurden angeblich schwer durch die Krokodile dezimiert. (mehr …)

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Schlechte Karten in Cardwell

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#183
2202
2008
Fr
20:44
Tag
259
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Ich fahre früh aus Airlie Beach ab. Es geht weiter auf der A1 nach Norden. Das heutige Ziel lautet Mission Beach. Auf dem Weg liegt nicht viel, aber zumindest werden nach ein paar hundert Kilometern die endlosen Zuckerrohrfelder von fast schon erfischend abwechslungsreicher Steppenlandschaft abgelöst. Ein Aussichtshügel. Oben genieße ich die Aussicht und einen dampfenden Motor.

Vorsichtig mit fahre ich mit ständigem Blick auf die Kühlwasseranzeige weiter. Nach Townsville kommt ein steiler Berg. Ich hole Schwung und cruise untertourig nach oben. Resultat ist wieder ähnlich: mein Auto, eine Dampfmaschine. Warten auf Abkühlung. Rauchen, viel zuviel. Wasser nachkippen. Touris beim vorbeifahren zuschauen. Ich hänge wieder fest. (mehr …)

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