Der größte unabhängige deutsche Kitereisen-Blog - 284 Kitepots - 726 Reiseberichte.

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Die Welt brennt

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#487
2004
2012
Fr
23:01
Tag
1778
99 views

Die ganze Welt brennt. Überall. Mit meinem Bauch fängt sie an. Nach Drei Tagen ohne Appetit auf der Onkologie habe ich in Freiheit wieder einen Bärenhunger. Ich bekomme wenig runter – und zahle dafür trotzdem einige Nächte mit unglaublichem Sodbrennen. An Schlaf ist kaum zu denken. Entweder Hunger oder Feuer, dazwischen gibt es eine Woche lang nichts.

Auch ohne die volle Keule der Nebenwirkungen gespürt zu haben, glaubte ich an die Kraft des guten Gifts. Jetzt bekomme ich die volle Keule – und glaube noch mehr daran. Mir ist perment flau, ich bin müde, kein Schlaf hilft. Jede Geistesregung strengt unglaublich an. Für den Weg zum Briefkasten benötige ich zwei Verschnaufpausen, der Gang zur Bank gleicht einer Himalaya-Expedition ohne Sauerstoffflasche. (mehr …)

Dunkle Tage / lichte Nächte

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#486
1504
2012
So
15:58
Tag
1773
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Mein Tag/Nacht-Rhythmus zerfällt zu Staub. Ich wache morgens um drei Uhr auf. Schreibe einen Brief an die Pflegedienstleitung. Die Unterbelegung auf der heftigsten aller Stationen betrifft micht auf zwei Arten: als an Krebs erkrankter Patient und als Freund von Uli. Meine Worte sollen etwas ändern. Die Alarmlichter der Infusomaten blinken hell in der Nacht.

Die Station steht Kopf. Auf den Gängen tobt tagein tagaus eine Kakophonie von Alarmsignale. Das Pflegepersonal rennt dem Notstand hinterher. Und egal wie eng ihre Zeiten sind: Wann immer du mit ihnen als Mensch redest, nehmen sie sich immer alle Zeit der Welt. Himmel auf Erden in der Hölle. Danke euch allen! (mehr …)

Die Wutprobe & der 2. Zyklus Chemo

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#485
1204
2012
Do
19:43
Tag
1770
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Ein wichtiger Mensch stellt massiv alles in Frage, wofür ich kämpfe, woran ich glaube – und damit dass ich den Krebs überleben werde. Zehn Tage lang schlafe ich sehr wenig und wende alle meine Kraft auf, ohne Wut zu antworten. Danach fühle ich mich kraftlos und gehe wieder ins Uniklinikum zu meinem 2. Zyklus Chemotherapie.

Für die ersten sieben Tage auf der Onkologie wurden mit etlichen teuren Untersuchungen wie MRT und CT gerade mal 2300 € abgerechnet. Es ist eine Schande, dass menschliche Arbeit so vollkommen unter Wert verkauft wird, Medikamente dafür hoffnungslos überteuert. Die Pharmalobby ist der beste Freund des Pflegenotstands. (mehr …)

Günther Grass, Israel & die Atombombe

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#484
0604
2012
Fr
12:43
Tag
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Ich bin ein Kind der Achtziger. Dummerweise hatte ich bei der ersten Ausstrahlung von „The Day After“ im öffentlich-rechtlichen Fernsehen anscheinend eine dieser dämlichen sensiblen Phasen. Der Film packte mich derart heftig, dass ich monatelang nicht schlafen konnte. Und wenn, dann mit tollen Alpträumen. Die atomare Abschreckung hatte bei mir wahrhaftig gewirkt: Ich hatte große Angst vor einem Atomkrieg.

Der kalte Krieg wurde wärmer, die Perestroika pflanzte Blumen und meine Nackenverspannungen lösten sich. Jahrelang dachte ich im relativ ungestörten Aufwachsen zu Grunge und Ökostrom: die Welt hat was gelernt. Sie war auf dem richtigen Weg. Dann kam Bush, und der neue „Nicht“-Imperialismus stellte kesse neue Forderungen. (mehr …)

Sie leuchten

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#483
0204
2012
Mo
11:11
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Die Haare fallen langsam aus. Ansonsten bleibt alles gut, bisher hab ich fast keine Nebenwirkungen der Chemo zu spüren bekommen. Einmal war mir schlecht, aber nur wegen reichlich Alkohol und Tanzen auf Sublime. Danke, Ayli! Uli nimmt mir viel ab. Ich krieg Chemo, sie hat keinen Appetit und mutiert zum Siebenschläfer. Die Restbelastungen sind alle psychisch.

Permanent gut zu denken, aber zu wissen dass es nichts zu wissen gibt bis Mitte Mai ist hart. Ich bemühe mich um begleitende Psychotherapie. Laut allen Ärzten ein wichtiger Baustein bei der Genesung. Aber meine geliebte Central KV zahlt keinerlei Psychotherapie. Yoga genausowenig. Sie lassen mich allein, wach in der Nacht und oft verzweifelt bei fast komplettem Einkommeneinfall. Danke! (mehr …)

Ohrensausen

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#482
2703
2012
Di
9:49
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Nach fünf Tagen Chemo werde ich entlassen. Der Frühling ist da. Die Vögel zwitschern. Ich fahr heim und räume meine Sachen auf. Kaufe Futter. Wasche, koche und esse. Lebe. Freunde kommen und fragen. Ich freue mich, aber die Fragen sind alle gleich und in ihrer Wiederholung schwer. Die beste Frage stellt mir ein kleiner großer Mann: „Was machst du, wenn du überlebst?“.

Krebs verändert Menschen für immer. Sie werden offener, direkter, leben gesünder. Vermeiden Stress, gehen auf Reisen, feiern mit Freunden, meditieren, singen lautstark Lieder und finden ihren Sinn des Lebens. Mein Problem: bis auf das Rauchen aufhören hatte ich alles schon erledigt. (mehr …)

Wieder gesund werden

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#481
2103
2012
Mi
9:30
Tag
1748
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Ich lese einige Bücher, brauche das Gefühl, etwas tun zu können. Ein Standardwerk für Krebspatienten ist „Wieder gesund werden“ von Carl Simonton. Er arbeitete seit 1970 als Psychoonkologe an verschiendenen renommierten Kliniken in den USA.  In seinem Buch weist er sehr logisch klingende Zusammenhänge zwischen Geisteszustand und Gesundheitszustand auf, und auch wie man darauf aktiv Einfluss nehmen kann.

Die Hauptaussage ist, dass der Geist das Immunsystem anregen kann, und dieses ist ein wichtiger Teil im Kampf gegen Krebs. Jeder Mensch hat Krebs, immer. Aber das Immunsystem hält die falschen Zellen in Schach. Bei mir hat es versagt. Ich bin nicht schuld, aber ich kann etwas besser machen. Simonoton weist Zusammenhänge auf, die mich überzeugen. (mehr …)

Krebs in Zahlen und Köpfen

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#480
1803
2012
So
20:10
Tag
1745
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Ich bin Webdesigner und in dieser Funktion auch Suchmaschinenoptimierer und damit Statistiker. Über die Gesundheit und den Erfolg meiner Homepages sagen mir die Statistiken viel. Jede ist anders zu lesen. Es gibt wenig absoluten Zahlen. Aber es gibt Trends. An diesen halte ich mich gerade in meiner Krebserkrankung fest.

Freunde berichten per Mail von neuen Krebserkrankungen in der Familie. Krebs ist keine Seuche. Aber im Laufe seines Lebens erkrankt derzeit wenigstens jeder Vierte Bundesbürger an Krebs. Alle Arten in einen Topf geworfen stirbt jeder Fünfte daran. Frag mich bitte keiner, wie das zusammengeht mit einer Gesamtüberlebenswahrscheinlichkeit aller Krebserkrankungen von 50%, weiter unten auf der gleichen Infotafel. (mehr …)

Von Hirnzellen und Spermien

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#479
1603
2012
Fr
15:01
Tag
1743
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Der geniale Walter Moers konstatierte schon vor langem, dass der männliche Samen beim Homo Sapiens aus abgestorbenen Gehirnzellen bestünde. Über das Rückenmark gelängen diese zum Penis und würden somit im Laufe eines durchschnittlichen Lebens zum Verlust von ungefähr einem halben Eimer Hirnmasse führen.

Alzheimer und Demenz sind somit keine Folge von Stoffwechselerkrankungen, sondern schlicht und einfach Zeichen eines einstmals erfüllten Sexuallebens. Auch die Aussage, Männer würden nur mit dem Schwanz denken verliert hierdurch etwas an Härte: Ja, wir Männer denken zwar oft mit dem Schwanz, aber opfern euch Frauen für Sex auch bereitwillig beträchtliche Teile unseres Resthirns. (mehr …)

Aus dem Beipackzettel Chemotherapie

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#478
1603
2012
Fr
12:03
Tag
-2747
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Krebs ist unkontrolliertes Zellwachstum: Seine Anhänger reagieren nicht mehr auf Stoppzeichen des Körpers. Ein Fehler macht Krebszellen stärker als normale Zellen. Sie betreiben eine aggresive Expansionspolitik. Das einzige was sie auf natürliche Weise stoppt ist oft der durch sie hervorgerufene Tod des Wirts. Krebs verhält sich also fast wie Mensch zu Erde.

Würde ich wegen Krebs nicht um mein Leben kämpfen, müsste ich ihn bewundern. Er zeigt viele Charakteristika, mit denen man es als Mensch heute weit bringt. Bei seiner egoistischen Expansion setzt er rücksichtslos die Ellbogen ein. Er huldigt dem ewige-Jugend-Kult. Und er ist aufgrund seiner Komplexizität ähnlich schwer angreifbar wie international operierende Banken. (mehr …)

Vor dem Krieg

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#477
1403
2012
Mi
19:53
Tag
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Ich stehe vor dem größten Krieg meines Lebens. Ich bin ein Kämpfer, hab zahlreiche Schlachten überlebt. Doch Krieg ist mehr. Ich habe Angst, denn meine Gedanken sind schwarz. Sie sehen immer nur den Tod, sobald ich auch nur eine Sekunde die Zügel locker lasse. Mein Kampf wird im Kopf stattfinden. Ich will an das Leben glauben.

Glaube ist hart in Zeiten von Tsunamis und reichlich nah ans Wasser gebauter Heimat. Jede Mail von Freunden ist gut – und schleudert mich mitten ins Wasser. Einen Kilometer schwimmen erscheint angebracht, danach Dampfbad und mein Kopf ist kühler. Eine Tafel im Gelagesaal aufbauen. Burg putzen. Essen räubern. Kampfwagen waschen und Rüstung polieren. Hier soll alles passen, wenn ich in den Krieg ziehe. (mehr …)

Mission Mannheim

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#476
1303
2012
Di
18:15
Tag
1740
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Es gibt viel zu tun, und nie genug. Meine Heilungschancen stehen gut, aber ich muss mich sofort um viel Unerfreuliches kümmern. Ich verarzte meine Kunden und schaufle die Arbeit der letzten Tage weg. Brauche Ruhe. Ich werde nicht sterben. Trotzdem: kein Testament zu haben wäre gegenüber allen Hinterbliebenen grausam. Also schreib ich eines.

Uli will Kinder mit mir haben. Nach einseitigem Hoden-OP wäre das noch gut möglich. Nach Chemotherapie mit höchster Wahrscheinlichkeit nie wieder. Cryokonservierung ist angesagt. Wir suchen lange im Internet, die Krankenkasse zahlen nur bei Frauen 50% der hohen Kosten. Männer haben gesundheitsrechtlich betrachtet auch bei meiner Diagnose kein Recht auf Kinder. (mehr …)

I can’t get no sleep

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#475
1003
2012
Sa
6:39
Tag
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Ist mir nicht neu. In meiner Jugend ratterten die Gedanken sobald das Licht aus war lauter als polnische Güterzüge. Das war schlimm, aber irgendwann einfach vorbei. Schlaf ist das Geschenk für Menschen in der Mitte. Jetzt lieg ich wieder wach. Nach nur fünf Bier, drei Schnaps und drei vollwertigen Abendessen freute ich mich darauf, ohne Schlaftabletten Traumfänger zu spielen.

Zu früh gefreut. Es ist fünf Uhr morgens. Nach 3 h Schlaf ist mir schlecht. Meine Gedanken sind schwärzer als die Neumondnacht. Ich, der ich immer rede von der Kraft des Willens, der soviel auf Stärke gibt. Ich, der darauf pocht, dass Heilung und Hoffnung mit H beginnen: hab jegliche Kontrolle über meine Gedanken verloren. Sie denken was sie wollen, wann immer sie wollen und in dezenter Speedmetal-Lautstärke. (mehr …)

Das große Zittern

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#474
0903
2012
Fr
16:38
Tag
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Die weiteren Bestrahlungen verlaufen besser. Mir wird nicht mehr schlecht, an die Geräusche der Maschine gewöhne ich mich. Nach der dritten Bestrahlung folgen einige weitere Untersuchungen. Da ein Lymphknoten nahe an der Niere liegt wird ein Funktionstest gemacht. Danach folgt ein Lungen-CT, um zu sehen, ob es sonst noch was gibt. Bisher gibt’s nur ein aktuelles Abdomen-CT.

Ich bitte die Schwester gleich um mündlichen Befund. Der Sekundenzeiger der Wanduhr kreischt bei jedem Ruck. Eine halbe Stunde später frage ich nochmal. Die Tür zum Befundungsraum geht auf. Zwei Ärzte blicken vom Schirm rüber zu mir. Eine Ärztin meint, Befunde gingen prinzipiell nur an die überweisende Station. Ich hab eine ganz schlechte Vorahnung. Sie hält den ganzen Tag, während ich mich mit Arbeit ablenke. (mehr …)

Strahlenkrankheit für Anfänger

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#473
0603
2012
Di
22:28
Tag
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Habt ihr eine Ahnung, wieviel Geld BMW ausgibt, um den perfekten Sound für schließende Türen zu kreieren? Ich weiss es nicht, aber nach der letzten Reportagen denke ich: Unmengen. Das ist so krank. Als ob Türen beissen oder sonstwie Angst machen könnten. Heute ist meine erste Bestrahlung. Ich liege im Keller des Uniklinikums auf einem kalten Tisch.

Ein radioaktiver Kopf rotiert um mich herum. Der Sound des Motors geht noch: leises surren, rattern, stop. Der Sound des Öffnungmechanismus für das Strahlenfenster dagegen ist ein Meisterwerk psychoakustischer Ignoranz. Ridley Scott zermatscht ein kleines Alien in Zeitlupe. Sein hohes Todeskreischen ergänzt meine Bestandsangst perfekt. Da hilft auch das Lächeln der Schwester nix. (mehr …)

Fortschritt

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#472
0203
2012
Fr
4:21
Tag
1729
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Ein halbes Jahr nach meiner Operation habe ich nach der großen Philippinen Kite-Odyssee meine zweite Nachuntersuchung. Sie gibt mir ungeahnte Möglichkeiten, eigenartige Sichtweisen kennenzulernen. Wenn Krebs nach einer OP ohne weitere Therapie die Lymphknoten befällt, dann nennen Mediziner das „Fortschritt“. Denken aus der Sicht der Krankheit.

In meinem Schädel spuken irritierende Bilder tanzender Krebszellen. Sie singen „Geschichte wird gemacht, es geht voran“ oder jaulen im Mondschein zu Westernhagens „Ich bin wieder hier“, während mein Arzt sagt, ich hätte jetzt sogar eine höhere  Lebenserwartung als jemand, der nicht regelmäßig auf Tumore gecheckt wird. (mehr …)

Website gehackt mit Iframe Exploit!

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#471
2102
2012
Di
17:52
Tag
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In den letzten Wochen wurden nach 13 Jahren als Webdesigner gleich mehrere meiner Kundenhomepages gehackt. In Ermangelung irgendwelcher ernstzunehmender Treffer und Abhilfe via Google poste ich hier mal die genauen Symptome. Der Hack erfolgt anscheinend mittels eines gestohlenen FTP-Passworts. Die Verbindung kam laut FTP-Log immer von der IP 46.203.98.175 in der Ukraine – vermutlich ein Zombie PC.

Der Angriff dauerte immer wenige Minuten. Die Dateien wurden anscheinend von hand heruntergeladen und mit einem bösen verschlüsselten Javascript versehen wieder hochgeladen. Betroffen sind meistens die Dateien index.html bzw. index.php in Gambio Shops oder auf wp-blog-header.php in WordPress. (mehr …)

Salamat! Danke!

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#470
0802
2012
Mi
16:08
Tag
1706
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Meine Kite-Odyssee über die Philippinen bot alles was, was das Reisen gut macht: gute Menschen, gute Orte und gute Wege. Vielen Dank an alle die dabei waren: Uli, Dave, Miri, Max, Chris, Jules, Joanna, Maou, Bente, Davide, Marc, Cynthia, Michael, Marina, Charlhs, Harold, Goran, Vanisi, Björn. Salamat an alle guten Philippinos auf dem Weg, die immer halfen wo’s nur ging.

Am letzten Tag geht’s zu Metzel-Movies im Bus von Batangas nach Manila zurück. Das Hostel hat meine Reservierung vergessen. Egal. Sechs verlorene Sonnenbrillen am Markt nachkaufen. Was bleibt? Schwere Arme, viele Blasen, 10.000 Bilder und gute Geschichten. Auf meinen alten Schuhen steht „Frank faster“. Das hier sind die besten von fast 100 Geschichten: (mehr …)

Puerto Galeras Dauerstecher

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#469
0802
2012
Mi
7:36
Tag
-2747
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Wir schwingen uns in den Minivan nach Roxas und verabschieden uns am Pier. Max schifft zurück nach Boracay. Ich fahre weiter Richtung Manila. In Calapan schmeisst mich der zweite Minivan raus. Trike zum Markt und mit den Jeepney nach Puerto Galera. Dort zockt mich das letzte Mal ein Trike-Pirat ab. Fünf Euro für fünf Kilometer. Ich verabschiede ihn mit den Worten „Thanks for ripping me off, fucker.“ Er schaut blöd, mir tut’s gut.

Für die 210 Kilometer von Bulalacao nach Sabang / Puerto Galera benötige ich nur drei Trikes, zwei Minivans, einen Jeepney und sieben Stunden. Die Wartezeit war nie mehr als zehn Minuten. Man sollte den ganzen Vorstand der Deutschen Bahn auf Bildungsurlaub hierher schicken. In Punkto Koordination könnten sie viel lernen. In Punkto Geschwindigkeit weniger. (mehr …)

Religion und Videoke

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#468
0702
2012
Di
12:33
Tag
1705
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Wenn Religion Opium für das Volk ist, dann ist Videoke Crack für die Philippinos. Kein Droge macht schneller süchtig, wirkt stärker und produziert krassere Filme. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben? Pah! Auch die tiefe Gläubigkeit der Philippinos kennt ihre Grenzen. Sie heisst Videoke. Dafür lassen sie alles liegen und stehen.

Die Videoke-Anlage ist in jedem guten Philippinischen Haushalt wichtiger als Klo oder Herd, sie ist in etwa dem indischen Hausaltar gleichzusetzen. Ich sah primitivste Bambushütten mitten im Dschungel – mit dicksten Videokeanlagen. An solchen Plätzen wird häufig sehr gut gesungen. Sobald die Anlage an einem öffentlichen Ort steht sinkt das Niveau in der Regel drei Meter unter bodenlos. (mehr …)

Kitesurf-Finale Philippinen

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#467
0602
2012
Mo
9:02
Tag
1704
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In den letzten drei Monaten bin ich an zehn verschiedenen Spots der Philippinen gekitet. Hört sich erst mal nicht viel an. Aber jeder Philippino sagte „Dieses Jahr spinnt das Wetter. La nina.“. Der sonst ab Mitte November einsetzende Nordostwind Amihad kam erstmals am 30.12.. Bis dahin hatte ich abgesehen von einer kleinen Session in El Nido auf Palawan sieben Wochen Flaute.

Wer auf den Philippinen Flauten nicht übersteht, muss Reisen hassen. Die Philippinen bieten viel mehr als nur Wind: unglaublich freundliche und interessierte Menschen, grandiose Landschaften, gutes Essen, hartes Trecking, entspanntes Inselhoppen und guten Rum. Videoke lasse ich bewusst aussen vor. Auch wenn man lacht ist’s irgendwann nicht mehr lustig. (mehr …)

Eine fast tödliche Kitesafari

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#466
0502
2012
So
12:31
Tag
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Bipin kommt morgens vorbei. Er hat ein Bangka für eine Kitesafari auf die Inseln ganz im Südosten Mindoros organisiert. Die Überfahrt dauert fast eineinhalb Stunden und ist sehr rauh. Wir erwarten starken und beständigen weil über offenes Meer ankommenden Wind an verlassenen tropischen Traumspots, an denen noch nie jemand gekitet hat. Erster Stopp ist die äusserste Insel Masin.

Auf der Westseite liegt ein Fischerdorf an einem Korallenstrand, davor Seegrasplantagen. Die Menschen sind freundlich. Sie haben noch nie Langnasen gesehen. Der Nordost-Wind wird durch die Insel abgeblockt. Wir gehen auf die andere Seite. Der Wind hackt. Shorebreak gut ein Meter auf große spitze Felsen. Es gibt Kiter, die gehen an solchen Spots raus. Wir nicht. (mehr …)

„I mag’s gern a bissle überbauerd“

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#465
0402
2012
Sa
12:00
Tag
1702
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Das ist der Satz des Tages. Max trägt ihn dezent angeschwäbelt vor. Wir stehen am Pier. Messen den Wind. 15-25 Knoten. Die letzte Nacht war wieder lang und gut, der Hangover genauso. Gegen Mitternacht spielte ich eine Runde Schach gegen einen Philippino. Auf einmal beugt er sich über die Bank und kotzt wie ein Wasserspeier. Bis dahin dachte ich, ich hätte gut gespielt.

Mein Zustand sagt Neuner-Kite, aber selbst den lasse ich erst mal eine Stunde am Strand liegen. Max ist sofort mit dem Siebener draußen. Dann kommt er zurück mit dem Satz des Tages und baut den Zwölfer auf. Ich komme mit 20kg mehr Gewicht und dem Neuner schon in den dritten Stock, stehe gut im Saft. Ihm ist’s nie genug. (mehr …)

Bulalacao Big Air

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#464
0302
2012
Fr
14:20
Tag
1701
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Wir wachen recht angeschlagen auf. Ein Eimer Wasser. Wach. Zum Frühstück gibt’s totgegrillten Tunfisch mit Spiegeleiern. Die liebe Tucke kümmert sich rührend – obwohl selbst gut angeschlagen. Der Wind ist noch nicht da. Aber die Vorhersage auf Windguru lag fast immer richtig bisher. Für Bulalacao gibt sie seit einer Woche für heute und die nächsten Tage Hackwind.

Ich verliere eine Partie Schach gegen Max. Ein kleiner Regenschauer zieht durch. Danach kommt der Wind. In der Felipa Lodge II spürt man fast gar nichts. Ich gehe ein Stück nach Norden. Ein verlassenes Pier. Das Wasser in der zwei mal vier Kilometer großen Bucht von Bulalacao ist niedrig – doch gekrönt von weissen Wellen. Der Wind hackt jetzt mit brachial bockigen 10-30+ Knoten. (mehr …)

Die letzte Passage

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#463
0202
2012
Do
22:10
Tag
1700
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Unsere letzte gemeinsame Passage auf den Philippinen ist wie das Reisen hier immer war: anstrengend und abenteuerlich. Früh morgens fahren wir mit dem Trike durch strömenden Regen zum Magdiwan Pier. Die 50 m lange RoRo-Fähre der Montenegro Lines wird in schwerem Seegang von großen Brechern erschüttert. Die Gischt spritzt bis auf’s Promenadendeck in fünf Metern Höhe. Das Gehen erinnert an Oktoberfest nach vier Maß.

Max hat zwei Tage am Guting-Guiting nichts ordentliches gegessen. Im Romblon Deli ordert er gleich zwei Pizze zu 45 cm. Danach ein billiges Zimmer und ausschlafen. Heute geht’s nicht mehr weiter. Abends verdrücken wir den Rest der Pizza und schlürfen den letzten Gin-Tonic auf Romblon. Wir haben seit Tagen keinen einzigen Reisenden gesehen, Touristen sowieso nicht. (mehr …)

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