Sortierung:

PKA @ Sicogon

Post
#661
1302
2019
Mi
4:58
Tag
4268
45 views

Vor einigen Wochen schlugen mir die guten Leute von Hangin Kite auf Boracay vor, die Philippinische Kitesurf-Meisterschaft auf Sicogon zu besuchen. Dank gerade mal acht Stunden Verspätung der Fähre von Cuyo zurück nach Antique geht der Plan auf. Mit einem Spanischen Lehrer und einer Hamburger Wettkampfteilnehmerin rase ich im Speedvan zweieinhalb Stunden von Iloilo nach Estancia.

Am nächsten Nachmittag geht es mit einer Banka voller Wettkämpfer eine dreiviertel Stunde rüber nach Sicogon. Austragungsort ist das noble Huni Resort. Der Infinity Poll fliesst direkt in den endlosen weissblauen Horizont über dem Spot. Dank Zimmern jenseits der 100 € Grenze quartieren wir uns im etwas günstigeren Balay Kogon ein. Der Pfad dorthin ist momentan noch so schmal, daß dich nur Motorräder über zwei Kilometer dorthin bringen können. (mehr …)

sicogon01
sicogon05

Cuyohuuuuu!

Post
#660
0602
2019
Mi
16:51
Tag
4261
37 views

Manchmal erscheint es, als ob Ziele umso wertvoller würden, je schwerer sie zu erreichen sind. Cuyo gehört voll in diese Kategorie. Gerade mal 100 km Luftlinie von meinem zweiten Kitespot Malalison entfernt in der Palawan See gelegen dauert die Anreise nette 27 Stunden. Banka aufs Festland, Trike, sechs Stunden Backfisch-Bus ohne Klima durch zahlreiche von der letzten Regenzeit noch nicht behobene Bergrutsche hinter San Jose nach Iloilo.

Da niemand zuverlässig sagen konnte, wann die Fähre nach Cuyo ausläuft komme ich vorsichtshalber sechs Stunden früher an. Sie läuft fast pünktlich aus und kommt dank genug Farbe auf 40 Jahre altem Stahl auch durch drei Meter Seegang nach 14 Stunden in einem Stück auf Cuyo an. Gemessen an den 29 Stunden Seekrankheit durch einen Sturm zweier Schweden für den eigentlich acht Stunden dauernden Trip von der anderen Seite aus war mein Schiff das reinste Speedboat. (mehr …)

cuyo10
cuyo05

Malalison

Post
#659
3001
2019
Mi
9:27
Tag
4254
21 views

Nach neun Tagen hab ich genug vom überlaufenen Chinesen-Malle Boracay. Die Magie der Philippinen liegt ganz woanders. Durch im Wind wogende grüne Reisfeld-Meere und am Straßenrand trocknende Ernte geht es mit dem Bus zwei Stunden nach Süden. In Culasi nehme ich eine Banka auf die nahe der Küste Antiques gelegen kleine Fischerinsel Malalison.

Die Satellitenbilder versprachen Welle vor und Flachwasser hinter einer kleinen Sandbank direkt vor meiner Nipa Hütte am Strand. Der Rezeptionist meiner Unterkunft Casa Preta lieferte mir über Tage via Facebook gute Infos.    Bei der Ankunft entpuppt er sich dazu als der anscheinend auf den Philippinen gesetzlich vorgeschriebene warme Pol der Dorfgemeinschaft. (mehr …)

malalison05
malalison01

Re:racay oder Borawhy?

Post
#658
2701
2019
So
2:16
Tag
4251
136 views

Boracay ist seit meinem letzten Besuch vor sieben Jahren kaum wiederzuerkennen. Das einzige was bleibt ist die Dichte der Bebauung und der Menschenmassen – obwohl ca. 25% aller Gebäude als illegal deklariert und abgerissen wurden. Boracay hat gerade mal drei Monate nach der Wiedereröffnung noch bei weitem nicht die Buchungszahlen von zuvor erreicht.

Als der Philippinische Präsident Duterte Boracay 2018 besuchte nannte er die Insel eine „Kloake“. Damit lag er gar nicht so falsch. 2012 kiteten wir am Bulabog nach jedem mittleren Regenguss Slalom zwischen schwimmender Kacke und Kondomen. Weite Teile der Insel rochen wie Misthaufen. Mit der halbjährigen Komplettsperrung und Generalsanierung ist zumindest das heute passé. (mehr …)

boracay00a
boracay00

Eine Nacht in Manila

Post
#657
2001
2019
So
2:52
Tag
4244
60 views

Die Sonne geht hinter dem Wolkenmeer über China auf. Darunter kriecht der Smog zäh durch Wolkenkratzer-Schluchten eines Landes, das ich weder sehen will noch kann. Die Flughäfen in Changsha und Guangzhou schreien in Sätzen aus kilometerweiter Fußmärsche und einer unglaublichen Anzahl an Kontrollen, Stempeln durch leeren Riesenhallen Chinas Größe in die Welt. Seine Mundschutz-Hipster atmen schwer gefilterte Luft durch ihre Beats Kopfhörer. Bei den Hosen reichte ihr Geld nur noch dreiviertel.

Touchdown in Manila nach 26 Stunden on the road. Durch Staub und volle Straßen mit dem Taxi gen Moonwalk und rein in den Trubel. Nichts hat sich geändert seit meinem letzten Besuch vor sieben Jahren? Von korrupten Polizisten würde ich Dank Duterte nicht mehr abgezockt werden – doch einmal mit dem Auto durch den 13-millionenfachen Wahnsinn von Manila zu fahren reicht eh für sieben Leben. (mehr …)

3
2

Unendlichkite @ Beauduc

Post
#656
2308
2018
Do
21:23
Tag
4094
433 views

Über kurvige Nebenstraßen geht es durch die letzten Ausläufer der französischen Alpen hinunter ins Rhônetal. Hier liegt die Wiege des Mistrals, einem der mächtigsten Windsysteme Europas. Zuerst zittern die Weinberge. Schlösser, Aquädukte und Mittelalterliche Dörfer ziehen an Achterbahnen vorbei. Dann wiegen sich die Pappeln. Das Land wird immer flacher. Aus Bergen werden Hügel.

Ab Arles geht das Land über 50 Kilometer so fließend wie nirgendwo anders auf der Welt in Wasser über. Die Abstände der Dörfer vergrößern sich zwischen im starken Wind wogenden letzten Baumreihen. Gähnende Stiere und äsende Schimmel auf den letzten festen Wiesen vor dem Meer. Dann schleicht sich ganz langsam das Wasser über Kanäle zwischen Binsen ins Land. (mehr …)

106
104

Schweizer Käse @ Leucate

Post
#655
2208
2018
Mi
20:21
Tag
4093
492 views

In zwei langen Fahrten von bis zu acht Stunden gehts über Barcelona in das kleine französische Backcountry Dorf Durban-Corbières nahe Leucate. Ein Supermarkt, ein Restaurant und ein verfallenes Schloss in Mitten von Weinberge bremsen meine bisher 7.000 km gemütlich runter. Überall holen die Weinbauern ihre Ernte in Playmobil-Traktoren ein.

Der schrullige Herbergsvater sortiert vor seinem uralten Natursteinhaus Kassetten unter Feigenbäumen. Von drinnen tönt Mambo aus den 50ern. Ich bin der einzige Gast. Ein Schloss strahlt einsam gold im Sonnenuntergang während der Mond hinter den Weinbergen aufgeht. (mehr …)

87
89

Al Andalus

Post
#654
2008
2018
Mo
11:48
Tag
4091
241 views

Die guten Reisefreunde sind schon längst wieder zuhause. Dankbarkeit öffnet die Augen. Magie ist nicht planbar. Sie passiert. Nach fünf Stunden komme ich in Almeria an. Checkin in einer stockfinsteren klimatisierten Hochhauswohnung hinter drei verschlossenen Türen pro Laufmeter Flur. Es duftet nach Räucherstäbchen, und schon bei der zweiten Kontaktaufnahme findet der dichte Hausherr kaum seine Hosen hinter der Tür.

Ab an den ersten Strand, Costacabana, eine grausame Urbanizacion im Nichts vor dem Flughafen. Der Wind passt. Die einzige Familie am Strand hilft beim Starten. Drei junge Töchter kommentieren jeden noch so kleinen Sprung mit euphorischem Jubel. Er verstärkt sich, als ich jede am Kite einzeln durchs Wasser ziehe. Auch der Papa mit riesen Zahnlücke will zuletzt mit. Alle Töchter wollen ein Autogramm, mit Herzerl, „meiner besten Freundin“, auf einen Stein, und an der Küste zieht die Wärme abgelegener Philippinischer Inseln vorüber. (mehr …)

78
75

Tarifa

Post
#653
1508
2018
Mi
23:44
Tag
4086
465 views

Eigentlich sollte man meinen, daß dank der Erderwärmung unter Trumps Hintern – verbunden mit mehr Wetterextremen – auch der Wind global zunehmen sollte. Vielleicht tut er das ja auch. Aber eben nicht dort, wo man ihn erwartet. Die bisherige Reise über mehr als 5.000 km in Schweiz, Frankreich, Nordspanien und Portugal bot sehr wenig Wind. Ich hatte gerade mal vier kitebare Tage – und ich spreche von nur einem wirklich guten Tag.

Nachdem selbst an meinem allerersten Kitespot Lagos, wo ich vor 19 Jahren beim ersten Ritt auf einem 2,20 m Waveboard dank einem Jahr vorangegangenen Trockenübungen gleich einen netten Kilometer downwind hinlegte absolut kein Wind aufkam – fuhr ich direkt weiter nach Mekkarifa. Doch selbst in Tarifa gabs mit seinen 300 Windtagen im Jahr zu Beginn erst mal vier Tage Flaute. (mehr …)

69
65

Oh Europe, Where Art Thou?

Post
#652
1208
2018
So
6:12
Tag
4083
297 views

Eine Dachterrasse in Lissabon. Halb sechs Uhr morgens. Ich sollte schlafen. Doch vor einem Monat habe ich mich wohl in Frankreich unter ein Nest von Prozessionsspinner-Raupen gesetzt. Jetzt juckt der ganze Körper wieder höllisch. Also kratze ich. Bis auf’s Blut. Auf einmal kommt mir der politische Kommentar eines dieser Facebook-Freunde, die man eigentlich gar nicht kennt so vor, als hätten wir Deutschen uns kollektiv um 1928 in ein Nest gesetzt. Wir kratzen immernoch. Also schreibe ich.

Ich bin Autist. Ich bin Reisender. Das was ihr Heimat nennt ist für mich meistens nur ein Ort, an dem mich in meiner eigenen Sprache kaum einer versteht – sollte es überhaupt etwas geben, über das wir zusammen sprechen wollten. Ich polarisiere, verschrecke, und manchmal schaffe ich es sogar Frauen über 3.500 km mit einem mir selbst unbegreiflichen magischen Spruch wegzuzaubern. Auf Reisen spricht jeder eine andere Sprache. Nicht verstanden zu werden ist hier Alltag für jeden. Reisen ist meine einzige Heimat. (mehr …)

51
52

Muxia

Post
#651
1108
2018
Sa
20:32
Tag
4082
261 views

Die Wolken hängen tief am nordwestlichen Ende von Spanien. Auf dem vierten Dorffest in vier Tagen spielen Galizier in Tracht Dudelsack. Ich esse Muscheln im angenehm kühlen Regen. Wäre nicht die lustige Sprache hier, die genau in der Mitte zwischen Spanisch und Portugiesisch liegt wäre das hier Schottland: alte Steinkirchen über der Felsenküste und viel Grün um das kleine Fischerdorf Muxia.

Das Ende des Jakobswegs, Santiago de Compostela, liegt gleich ums Eck. In meiner Herberge bin ich der einzige Kite-Pilger. Alle anderen sind Hatsch-Pilger. Sie hatten in Santiago di Compostela mit bis zu 800 km in den Beinen noch immern nicht genug – und machen noch eine kleine 120 km Nachspielzeit bis ans Ende der Welt in Fisterra. (mehr …)

6
7

Guerra na Guincho!

Post
#650
1108
2018
Sa
14:10
Tag
-2747
543 views

Nach wenig guten Windtagen auf der gesamten Iberischen Atlantikküste freut sich meine platte Bandscheibe über die Vorhersage am thermisch aktive Strand von Guincho. Kurz vor Mittag luscht der Wind noch 200 m vor dem Strand herum. Dann dreht er schlagartig thermisch leicht nach west und nimmt rasch zu. Ein leichter Schweizer wird am 10er über den Strand gerissen. Ich baue in bockigen 24 Knoten den 9er Rally auf.

Am 200 m entfernten leeseitigen Ende des Strandes sorgen sieben Meter hohe Klippen laut Locals für kräftigen Luvwirbel und nette Brecher. Zudem zieht dort die Südströmung im Wasser stark an. Wenn man abtreibt ist die einzige Landemöglichkeit ein 50 m breiter und mit reichlichen Felsen garnierter Strand 200 m weiter im Lee. Die Locals raten dort nur mit eingeholtem Schirm rauszuschwimmen. (mehr …)

42
41

Embalse de Ebro

Post
#649
0908
2018
Do
19:54
Tag
4080
668 views

Im nordspanischen Kantabrien springen die Berge direkt aus dem Atlantik auf über 1.000 m. Auf den nahen bis zu 2.400 m hohen Picos de Europa liegt selbst im Hochsommer noch Schnee. Das unglaublich grüne Land leuchtet im eigenartigem Sonnenlicht auf der Netzhaut wie Ahoi Brause auf der Zunge britzelt. Endloser blauer Himmel und das Meer legen eine Prise Tiegerbalm drunter und drüber.

Der Embalse de Ebro liegt gerade mal 50 km von der Küste entfernt auf 800 m in einem ganz anderen verlassenen Land. Die uralten Häuser sind aus Stein gebaut. Darin hängen Bilder von zwei Metern Schnee auf der einzigen Dorfstraße. Selbst jetzt im Hochsommer kratzt das Thermometer nach 42°C in Bilbao an nur angenehme 17°C – von unten. (mehr …)

0
1

Zahlweise im Betreff Email-Bestätigung

Post
#647
1204
2018
Do
13:33
Tag
3961
2603 views

Wenn Sie die Zahlweise einer Bestellung im Betreff der Bestellbestätigungs-E-Mail an den Kunden einfügen wollen, so ist in Gambio GX2 / XT-Commerce / XT-Modified nur eine kleine Änderung am Mailscript nötig. Auch für Gambio GX3 haben wir das passende Kochrezept für Sie.

Anleitung für Gambio GX2 / XT: Öffnen Sie die Datei /send_order.php. Suchen sie nach folgendem Code:

$order_subject = str_replace('{$firstname}', $order->customer['firstname'], $order_subject);

(mehr …)

2
1

km 16.371: Buenos Aires / Going Home

Post
#646
2401
2018
Mi
16:23
Tag
3883
1334 views

Nach drei Monaten mit mehr als 16.000 km über Land und Wasser geht meine bisher größte Reise in Tango Town Buenos Aires zu Ende. Ich ziehe ein letztes Mal zu Fuss viele Kilometer weit in abgelegene Gebiete. Am Rande von La Boca wirkt die dritte Anwohner-Warnung, ich möge doch bitte meine Spiegelreflex verstecken. Die Straßen sind verbarrikadiert und die Gestalten lassen tatsächlich das erste mal seit Jahren meine Alarmglocken bimmeln.

Buenos Aires überrascht mich mit der breitesten Allee der Welt, tausend Statuen, großen Parks voller Kautschuk-Bäume und einer wunderbar quirligen Mischung aus aller Herren Länder. Die Mansarden-Paläste versetzen dich ins Paris des frühen 19. Jahrhunderts, die entgegen dem Verkehr linksläufige U-Bahn nach London. In drei Tagen steige ich nur ein einziges mal in die richtige Richtung ein. (mehr …)

DSC00458
DSC00349

Wenn Katzen tanzen könnten…

Post
#645
2301
2018
Di
1:57
Tag
3882
583 views

…dann würden sie Tango tanzen. In einem Swingerclub. In Buenos Aires. Nach Monaten in der Dominikanischen Republik und den heiligen Sonntagen unter schwuler französischer Regie von Thiery im ehemaligen Regensburger Hafenpuff dachte ich ernsthaft, Salsa wäre der erotischste Tanz der Welt. Ich lag sowas von falsch! Salsa ist einfach nur pornographisches Paar-Wichsen. Tango ist Sex.

Heute. Hier. Buenos Aires. Vermutlich der einzige kleine nicht-kommerzielle Tango-Schuppen in der 15-Millionen Tango-Metropole. Ich finde das Café Vinilo nach langer Suche im Internet, eine halbe Stunde vor Beginn und fünf Kilometer weiter. Zuerst schaue ich nur. Ich bin gut im Muster erkennen. Ich erkennen kein einziges. Jeder tanzt andere Schritte zu anderen Rythmen. Individualistisch wie Katzen. (mehr …)

IMG_20180122_232718223
tango

Córdoba

Post
#644
2101
2018
So
22:04
Tag
3880
603 views

Eine Freudin, die ich vor einigen Jahren in Brasilien kennenlernte, lädt mich nach Córdoba ein. Ich schaue gerne vorbei und werde nach dem ersten wegen massivem Platzmangel wirklich beschissenen Nachtbus von ihr am Terminal abgeholt. Ihre Wohnung im elften Stock mit Blick über ganz Córdoba ist das Panorama-Webdesign-Büro der Reise.

Sie arbeitet als Moderatorin bei TV und Radio. Zu ihrem Geburtstag schenkt sie mir eine Führung durch alle Studios. Ich fühle mich wie auf Kindergartenausflug: die Welt ist groß, spannend und unendlich interessant. Im Internetloch der Cuesta Del Viento blieb restlos alles an Arbeit liegen. Hier im Panorama über Córdoba arbeite ich vieles ab und höre ihr dabei im Radio zu. (mehr …)

IMG_20180118_200722080
DSC00334

50 kn @ Cuesta Del Viento

Post
#643
1601
2018
Di
23:33
Tag
3875
630 views

Poetische Orte sind schwer zu erreichen. Für die Anreise nach Cuesta Del Viento benötige ich 33 Stunden, vier Busse und einen lieben motorisierten Local. Ich komme im wunderbaren Hippie-Hostel Lamaral in der Mitte von Nirgendwo an. Die Mitte liegt kurz vor der Chilenischen Grenze. Ihr Name bedeutet „Anstieg des Windes“. Die stärksten Winde Argentiniens blasen hier jeden Tag mit 25 bis 50 Knoten über den gerade mal 20 Jahre alten Stausee.

Der Jefe persönlich macht mir das Bett in der einfachen Unterkunft. Danach drückt er mir ein Bier in die Hand. Kaum ist das mit meinem Steirischen Zimmernachbarn geleert, zieht die gesamte bunte Bande zum Abendessen ins nächste Restaurant. Die Feier geht lang. Sterne schnuppen, Wein glüht, Gitarren klampfen und Dübel halten Bilder vom Wind an den Wänden. (mehr …)

P1040815
DSC00047

Road Tripping

Post
#642
1201
2018
Fr
14:09
Tag
3871
521 views

Der nächste Teil der Reise führt mit vier Bussen und zwei Taxis über gut 1.600 km und 33 Stunden bis weit in den Norden von Argentinien. Alle 100 km unterbricht eine Kurve die unendliche Gerade bis zum Horizont. Zwei Monate lang fuhr ich auf der Andenwestseite nach Süden, jetzt östlich von ihnen nach Norden.

In der Mitte strahlen die Gipfel der Anden im Sonnenaufgang. Auf der einen Seite steigen sie langsam über hunderte Kilometer an. Auf der anderen machen sie zack! bumm! und sind nach tausenden Kilometern flacher Pampa bis zu 6.000 m hoch. (mehr …)

IMG_20180111_210305980
IMG_20180111_161337011

Bariloche

Post
#641
1101
2018
Do
22:18
Tag
3870
568 views

Die Reise nach Argentinien ab Chiloé geht mit drei Bussen und einer Fähre fast 500 km und dauert gute 13 Stunden. Das Chilenische Patagonien verabschiedet mich nach elf regnerischen Tagen mit reinstem Kaiserwetter. Die Grenzer winken uns schnell durch, dann geht es über vulkanische Pässe vorbei an Wäldern von Baumleichen des letzten Ausbruchs runter nach Bariloche.

Alles ist hier Schweiz: die mächtigen Tannen, die tiefblauen Seen, die aus Natursteinen und ganzen Baumstämmen erbauten Luxusresorts, die teuren Autos davor – und die Preise. Geld abheben am Automaten kostet mindestens sechs Prozent, weniger Geld oder falsche Bank gerne auch mal 15%. Kreditkarten akzeptiert kaum wer. (mehr …)

DSC09790
DSC09765

km 12.248: Südpol einer großen Reise

Post
#640
0701
2018
So
14:26
Tag
3866
543 views

Ich lasse zum zweiten mal nach dem Machu Picchu Inca Jungle Trail fast all mein Gepäck zurück. Fünf Kilogramm statt 40 fühlen sich nach deutlich mehr als minus 35 an. Gut 25 kg Kitematerial habe ich für bisher gerade mal 12 Tage am Wasser über mehr als 12.000 km hinter mir hergezogen. Deutlich zuviel. Die Reise mag ohne Kiten vor kalbenden Gletschern enden. Aber nicht mit nur 12 Tagen am Wasser!

Ganz im Süden Chiloés liegt die Kleinstadt Quellon. Von hier aus läuft eine Fähre mehrere Häfen auf abgelegenen Inseln und das Festland im südlichen Patagonien an. Die Naviera Austral wurde erst letztes Jahr für Touristen geöffnet und ist mit 30 € für 24 Stunden die einzige günstige Fähre der Region. Die großen Touristenfähren nehmen leicht das Dreifache. (mehr …)

DSC09690
IMG_20180107_070804004

Puerto Montt & Chiloé

Post
#639
0501
2018
Fr
23:15
Tag
3864
499 views

Puerto Montt ist die letzte große Stadt auf den nächsten 1.000 km in den wilden Süden Patagoniens. Der Wind dreht auf die ungewöhnliche Richtung Nord, und damit voll offshore nach Feuerland. An Kiten ist bei zehn Grad in permanenten Regen nicht zu denken. Ich genieße die letzten Funken Zivilisation mit Star Wars auf Spanisch im Kino. Die Chilenen irritiert mein herzliches Lachen zu Yodas „Los libros, ¿leido has?“.

Mein großer Traum von 2.600 km Schotterpiste Carretera Austral runter bis ans Ende der Welt in Villa Ol’Higgins platzt. Weder die lieben Chilenen in einer großen Facebook Backpacker-Gruppe noch das Aushängen von Gesuchen in zahlreichen Hostels und Tourist Infos bringt etwas. Ich finde keinen zweiten Fahrer und muss wegen gestohlenem Führerschein den Mietwagen abbestellen. (mehr …)

IMG_20180104_140842234
IMG_20180103_172125080_HDR

Puerto Varas

Post
#638
0201
2018
Di
23:04
Tag
3861
1196 views

Das fünf Stunden südlich von Pucon gelegene Puerto Varas am Llanquihue See ist eine der letzten großen Städte vor den unendlichen Weiten Südpatagoniens. Im Margouya Patagonia Hostel, einem gut hundert Jahre alten herrschaftlichen Haus verbringe ich einige Tage über Silvester. Die Französischen Besitzer haben das Anwesen in einen wahren Backpacker Himmel verwandelt: Kaminfeuer, freistehende Badewannen und eine am Ferseher hängende Festplatte mit massig guten Filmen sind eine willkommene Abwechslung zum schnellen Reisen.

Puerto Montt macht leider den gleichen Fehler wie Pucon: es versaut seinen von alten Holzhäusern geprägten Charme durch maßstabslose Betonbunker. Die größten stehen direkt im Luv vor dem einzigen kitebaren Strand der näheren Umgebung. Die Hügel bremsen den hier typischen kalten Südwind aus den Fjorden Patagoniens. Die Bunker töten ihn endgültig. Keine Chance, hier zu kiten. (mehr …)

DSC09595
DSC09619

Pucon

Post
#637
2912
2017
Fr
23:37
Tag
3857
529 views

Die knapp 1.000 km lange Reise von Pichilemu zurück über Santiago und runter nach Pucon an die Grenze von Patagonien stockt etwas. Turbus verschmeisst mein am Vortag gekauftes Onlineticket. Zwei Stunden laufen und in der Zentrale beschweren bringt nichts. Ich muss ein neues Ticket kaufen und nach neun Stunden den letzten Nachtbus nehmen. Zumindest hat so ein Freund aus Pichilemu genug Zeit, meine vergessenen Neoboots nach Santiago zu bringen. Danke!

Die Nacht frisst Kilometer. Am Morgen wache ich in einer anderen Welt auf. Alles ist grün, jeder Baum im Nebelwald wenigstens 100 Jahre alt und die Schafe schauen ob saftigem Gras so fett aus, als würden sie jede Sekunde platzen. (mehr …)

IMG_20171230_071218177
rafting1

Happy Hippie Surf @ Pichilemu

Post
#636
2712
2017
Mi
18:59
Tag
3855
553 views

Pichilemu ist ein kreativer Surfer Hotspot drei Stunden südlich von Santiago. Die Wachstumsphasen der einzigartigen Holzhäuser erkennt man an ihren Jahresringen. Das wunderbare Sirena Insolente Hostel ist voller guter Menschen, jeden Abend gibt es ein Lagerfeuer unter Sternenhimmel, und Weinachten schreibt man hier sowas von ohne h.

Ich schreibe gegen das verlieren. Madrid grinste erst mich an, aber wurde im Laufe des Abends doch von Lukes Macht überzeugt. Es ist gut wie es ist, aber ich weiss auch, dass ich vieles durch meine hohe Reisegeschwindigkeit verliere. Zur Abreise pfeife ich „City of New Orleans“. Das Hostel schläft noch. (mehr …)

DSC09525
IMG_20171226_163457698